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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-05-01 · Heft 5 (1.5.1893) · p. Seite 111

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 5 (1.5.1893)
Date
1893-05-01
Page
Seite 111 (sequence 15)
Language
German
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111 wird dann gesammelt, und die bessere Sorte gelangt in Stangen als Manna cannellata in den Handel. Diese ist jetzt noch die einzige officinelle Manna unserer Apotheken. Auch das Anstechen der Blätter und jungen Triebe durch die Mannacikade (Cicada Orni L.) bewirkt ein Ausfließe» der Manna. Die Escheninanna besteht im wesentlichen aus Mannit (Mannazucker) und ist in Wasser leicht löslich. Die Manna laricina oder Manna Briansonnens is (Briangoner Manna), die früher in den Apotheken zu finden war, stammte von der gemeinen Lärche, Barix europaea D.C., deren junge Triebe in vereinzelten südlichen Gegenden eben dieses Mannaharz ausschwitzen. Auch die Kalifornische Kiefer, Bi uns Lambertiana Dougl., liefert ein süßes Harz (Fichtenzucker, Binit), das die Indianer wie Zucker benutzen. Aehnliche Mannaarten schwitzen noch andere Nadelholzbäume aus. Die neuholländische Manna ist ein Ausscheidungsprodukt der Blätter einiger Eucalyptnsbänme: Eucalyptus resinifera 8 m., E. mannifera Mudie und anderer Arten, hervorgerusendurch Cicada moerens. Die Lerpmanna stammt von Eucalyptus dumosa Cunningh. auf Tasmania und entsteht durch den Stich einer Bsylla (Blattfloh). Sie wird arzneilich verwandt und dient den Eingebornen als Nahrung. Von dem Alhagistranch oder türkischen Süßklee, Bedysamm Albagi L., Alliagi Maurorum Tournef., A. mannifera Desf., Manna liebraica Don., einem Strauche, der in Syrien, Persien, Arabien und Aegypten zu Hause ist, stammt die persische Manna, Alhagi-Manna, der wilde Honig Johannes des Täufers. Diese Manna wird von der Pflanze während der heißen Tageszeit ansgeschwitzt, nachts gesammelt und als Nahrungs- und Arzneimittel verwertet. Eine Spielart der französischen Tamariske, Tamarix gallica var. mannifera Ehrbg., wächst am Sinai und im übrigen steinigen Arabien. Infolge des Stiches der Manna-Schildlaus, Coecus manniparus Ehrbg., fließt ein zuckerhaltiger Schleim aus. Dieser als Manna bezeichnte Saft trocknet ein und wird von den Beduinen in der Morgenfrühe gesammelt, in Schläuchen aufbewahrt oder alsbald gegessen. Die Mönche ani Sinai verkaufen diese Manna an die Pilger. Außer den angeführten Pflanzen giebt es noch eine ganze Anzahl von Gewächsen, die Säfte liefern, welche man mit dem Namen Manna bezeichnet. „Man hu"? Welches war nun aber das Man oder die Manna der Bibel? Dafür galten früher die A l h a g i - M a n n a und der eingetrocknete Saft der Manna-Tamariske. Mögen auch diese Mannaarten von den Israeliten gesammelt worden sein, keinesfalls reichten sie hin, um auch nur einen kleinen Bruchteil des Volkes zu ernähre». Mit mehr Wahrscheinlichkeit wird als das eigentliche Brot der Israeliten in der Wüste die von Bailas auf seiner 1768 und 69 unternommenen Reise an verschiedenen Stellen der tatarischen Wüste entdeckte Flechte, die M a n n a fl e ch t e, 8 p h a e r o t h a 11 i a esculenta Nees ab Es., Lieben cseulentus Ball., Lecanora esculenta Eversm., C h 1 o r a n g i u m esculentum Link, betrachtet. Diese Flechte ist in der Stammform und in Spielarten, Lecanora Jusuffi und L. desertorum, über einen großen Teil des südwestlichen Asiens, auch über die Wüstengebiete und über Nordafrika bis zum Saume der Sahara verbreitet. Sie kommt massenhaft vor und bildet besonders in den Steppen, da sie,

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