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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-05-01 · Heft 5 (1.5.1893) · p. Seite 110

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 5 (1.5.1893)
Date
1893-05-01
Page
Seite 110 (sequence 14)
Language
German
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110 begeisterten und begeisterndem Gottesmanne das Wort; (Kap. 44 des Propht.- Buches Jesaia): „Die Götzenbilder sind alle eitel und ihre Herrlichen, sie nützen nichts und ihre Zeugen sind sie selbst. . . Er schmiedet das Eisen zum Beile und bearbeitet es in der Kohlenglut und mit Hämmern bildet er es, bearbeitet es mit seinem kräftigen Arm, hungert sogar, hat keine Kraft mehr, trinkt kein Wasser und ermattet. Er zimmert Holzstücke, spannt die Schnur, zeichnet es niit dem Stifte, fertigt es mit den Hobeln und mit dem Zirkel zeichnet er es, und macht es nach dem Abbild eines Mannes, nach menschlicher Schönheit, daß es ein Haus bewohne. Er fällt sich Cedern und nimmt Steineiche und Terebinthe und wählt sich unter des Waldes Bäumen, pflanzt eine Esche, die der Regen groß zieht und es dient dem Menschen zum Verbrennen, und er nimmt davon und wärmt sich, auch heizt er und bäckt sein Brot, macht auch einen Gott und bückt sich, er hat ein Götzenbild daraus gemacht und knieet davor. Die Hälfte davon hat er im Feuer verbrannt, bei der anderen Hälfte will er Fleisch essen, brät einen Braten, daß er satt werde, wärmt sich auch und spricht: Ha, ich bin warm, spüre die Glut und den Rest macht er zum Gotte, zu seinem Bilde, knieet davor und bückt sich und betet zu ihm und spricht: Errette mich, denn mein Gott bist du ... Und er führt es nicht zu Gemiite und hat nicht Erkenntnis nicht Einsicht zu sprechen: Die Hälfte davon habe ich im Feuer verbrannt» auch Hab' ich Brot gebacken über seinen Kohlen, mm brate ich Fleisch, daß ich es esse und das Uebrige will ich zum Götzen machen, vor einem Holzblock will ich knieen. Daß diese Stelle nicht vereinzelt ist, ersieht man u. A. aus V. 5—7 des 46. Cap. (Fortsetzung folgt.) Die Wanna. Von Oberlehrer I. Blum. Man hu? Was ist das? fragten die Kinder Israels, als sie eines Morgens, nachdem der Thau aufgestiegen war, auf der Fläche der Wüste „etwas Feines, Schuppenartiges, fein wie der Reif auf der Erde", liegen sahen. „Da sprach Mose zu ihnen: Das ist das Brot, welches der Ewige euch gegeben hat zur Speise". „Und das Haus Israel nannte seinen Namen Man. Und die Kinder Israels aßen das Man vierzig Jahre, bis zu ihrer Ankunft in bewohntes Land; das Man aßen sie, bis sie an die Grenze des Landes Kanaan kamen." Von den Bibelerklärern leiten manche das Wort Man von man — wer? was? (das kein hebräisches sondern ein chaldäisches Wort ist und in volkstümlicher Weise für mall gebraucht wurde) ab und Man (Manna) würde demnach auf die ursprüngliche Unbekauntschnft dieses Nahrungsmittels Hinweisen. Eine andere Erklärung, und wohl auch die richtigere, ist die Herleitung von manalr — Geschenk und Man bedeutet demnach Geschenk Gottes. Wir schreiben M a n n a und verstehen heutzutage unter diesem Namen den süßen, eingetrockneten Saft, der von Pflanzen, meistens durch Verletzung der Rinde, gewonnen wird. Einige Mannaarten finden oder besser fanden als Arzneimittel Verwendung, andere dienten zur Nahrung. Die bei uns arzneilich verwandte Manna wird jetzt noch in Sicilien von der Manuaesche, b'raxiuu8 rotunckikolia Lam., einer nahen Verwandten der in unseren Anlagen und Gärten vielfach angepflanzten gemeinen Blumenesche, Fraxinus Ornus L., gewonnen. Es werden wagrechte Einschnitte in die Rinde junger Bäume gemacht, der Saft fließt aus, trocknet ein,

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