Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1893)
- Date
- 1893-05-01
- Page
- Seite 106 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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106 .. > >> . - . *; So weit das vor dem Notar in Cronach im Jahre 1740 deponirte Geständnis des Adam Hohn über die Ereignisse d. I. 1699. Der Notar übermittelt diese Aussage an das Stadt-Vogteiamt in Cronach, der Stadtvogt Dr. Kropff macht darüber am 11. Juli 1740 die pflichtschuldige Anzeige an die bischöfliche Regierung in Bamberg. Auf Grund des Notariat-Instruments erhebt nun der Schutzjude Low Capel in Cronach Restitutionsklage bei der bischöflichen Regierung: man möge die vor 40 Jahren verhandelten Acta genau einsehen, er habe damals öffentlich beschworen, das; ihm ein Kästlein mit dem oben näher bezeichneten Wenhinhalt entwendet worden sei, und nun möge ihm sein Eigentum aus der Hinterlassenschaft des Pfarrers Höhn wiedererstattet oder ersetzt werden. Vor dem bischöflichen Malestzamte wird nnn nicht nur Adam Höhn, der feine Aussage in allen Punkten aufrecht hält, sondern auch dessen Schwester Anna verhört, welche der Aussage des Bruders noch hinzufügt: Zwar habe der Pfarrer früher behauptet, er habe all die gestohlenen Judensachen einem Franziscanerpater in Marienweiher übergeben, sie wisse aber ganz bestimmt, daß das Kästchen sich noch bei der Erbschaftsmasse vorgefunden Hütte. — Welchen Erfolg die Klage des Juden Löw Capel gehabt, ob und inwieweit er zu dem ©einigen gekommen, darüber geben uns die Acten keinen weitern Aufschluß. Aber den Kumor in der jüdischen Litteratur.') Von Dr. M. Grünwald Rabbiner in Jungbunzlau. Vortrag gehalten in Afike Jehuda (Verein für Verbreitung der Wissenschaft des Judentums) in Prag am 4. März 1893. Meine Herren! Wir stehen unter beut Zeichen des Humors, haben wir doch gestern und vorgestern das Purimfest gefeiert. Ob dieser unser Humor, wie der Purim es gebietet, ein echter und vollgültiger war, ist hier zll untersuchen nicht am Platze. Die Schuld läge in keinem Falle am Purim, sondern lediglich an uns. Aber, daß, wenn überhaupt vom Humor die Rede sein kann, denn auch den hat mau uns genommen — allerdings nicht in Wirklichkeit, sondern grundgelehrte geistreiche Herren nicht jüdischer Abkunft haben die Behauptung, von der wir weiter unten sprechen werden ausgestellt, daß den Juden die Fähigkeit, zu lachen i) So weit uns bekannt, ist dieses Thema noch nie ausführlich im Zusammenhänge behandelt worden. Unsere Arbeit erstreckt sich ausschließlich aus die in hebräischer Sprache abgefaßten Litteraturdenknläler, weil diese dem Nicht—Israeliten am schwersten zugänglich sind. — Im Januar l. I. hielt Oberrabbiner Tr. Hermann Adler in London in einem dortigen Verein (London Institution) einen Bortrag unter dem Titel Jewish Wit and humour (Jüdischer Witz und Märzhest des in London erscheinenden Xineteentb Century (das 19. Jahrhundert) veröffentlicht wurde. Diese Zeitschrift war uns leider nicht zugänglich. — Ans beiden Skizzen ist jedoch zu ersehen, daß Dr. Adlers Bortrag sich nicht auf die in hebräischer Sprache abgefaßte Litteratur beschränkte, sondern ganz besonders Börne, Heine, M. G. Saphir, Stettenheim u. a. berücksichtigte. Dr. Chohner's Arbeit: Humour und Irony of the Hebrew bible (Humor und Ironie in der hebr. Bibel) kam uns erst nach Abhaltung unseres Vortrages zu Gesicht, ist aber für unser Thema auch nicht von Belang. Dr. Adolf Jellinek's Studien und Skizzen (1 Teil: Der jüdische Stamm. Ethnographische Studien Wien 1^69 Herzfeld & Bauer und I. Weil's Schrift: La caracteristique d’Israel (Die Charakteristik Israels) wurden von uns gewissenhaft benutzt und werden an den betreffenden von uns ciluteii Stellen angeführt werden. i