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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-05-01 · Heft 5 (1.5.1893) · p. Seite 98

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 5 (1.5.1893)
Date
1893-05-01
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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Rosenstein, sowie an Salomon Plessner warm empfohlen war. Das Hinscheiden seiner Mutter in Hamburg aber veranlaßte ihn jedoch Berlin zu verlassen. Er besuchte in Hamburg das akademische Gymnasium „Johanneum", und zeichnete sich in demselben besonders durch eine in lateinischer Sprache geschriebene „Geschichte der hebräischen Sprache" aus. 1838 bezog Meisel die Universität zu Breslau und trieb eifrig in Gemeinschaft mit Herrn Rabbiner Jakob Levy s. St., dem nachmaligen Verfasser des neuhebräischen und chaldäischen Wörterbuchs zu den Talmuden und Midraschim, rabbinische Studien. Er verkehrte viel bei dem Rabbiner Sal. A- Tiktin in dessen Hause er unterrichtete und stand darum auch in keiner Beziehung zu Abraham Geiger, der 1840 unter großen Kämpfen als zweiter Rabbiner nach Breslau berufe» wurde. Seine erste litterarische Arbeit war eine Schilderung des Lebens des unter dem Namen „Herz Wesel" bekannten Freundes Moses Mendelssohns, Hartwig Wessely, welche Arbeit er seinen Gönnern Dr. Gabriel Messer und Z. H. May in Hamburg dankbarst gewidmet hat. (Leben uud Wirken Naphtali Hartwig Wessely's. Eine biographische Darstellung von Wolf Aloys Meisel, Candidat der jüdischen Theologie. Breslau Friedländer 1841.) Meisel gieng mit dem Plan um, ein Epos zu schreiben dessen Mittelpunkt König David sein sollte. Er hatte bereits vier Gesänge vollendet als er die Arbeit aufgab, um sie später wieder aufzunehmen aber nicht zu vollenden. Meisel war eine poetisch reich veranlagte Natur und ein bedeutender Kanzelredner. Er hielt von Zeit zu Zeit als Candidat in Breslau, Brieg uud in anden Gemeinden Schlesiens religiöse Vorträge. Während des Peßachfestes 1841 predigte er auf Einladung des Vorstandes in Gleiwitz. Er sollte dort zum Rabbiner erwählt werden, nahm jedoch die Stelle aus Rücksicht gegen den betagten dortigen Rabbiner Zuckermann nicht an. Im Jahre 1842 trat er eine Reise nach Riga an, um im Sluftrage des damaligen Russischen Ministers der Aufklärung von Uwaroff für bessere Schulbildung der Juden in Rußland mit thätig zu sein, aber auf der Durchreise in Stettin wurde er vom Vorstande der dortigen noch kleineren Gemeinde zu einer Gastpredigt geladen und fand solchen Beifall, daß er einstimmig zum Rabbiner und Prediger daselbst erwählt wurde. Er hielt sich einige Zeit in Berlin auf, da er das Preußische Staatsbürgerrecht vor Antritt seines Amtes in Stettin erwerben mußte und beteiligte sich in der Angelegenheit der Rabbinerwahl in Berlin, indem er für Zacharias Frankel gegen einen Angriff in der „Leipziger allgem. Zeitung" auftrat. Bekanntlich fand diese Angelegenheit ihren Abschluß dadurch, daß Frankel die Wahl einfach ablehnte. Am 11. März 1843 trat Meisel sein Amt als Rabbiner von Stettin an. Dort entfaltete er eine reiche gesegnete Wirksamkeit, er gründete eine tvohlorganisirte Schule und hielt während des Winters populär wissenschaftliche Vorträge. Im Jahre 1844 gab er jüdische religiöse Vorträge. < Erstes Heft Krotoschin 1844) heraus. Er entwarf für seine Gemeinde eine Synagogen- und Cultus-Ordnung. Auch wurde das Kol- Nidre - Gebet abgeschafft. Es kam zu Störungen des Gottesdienstes in der Synagoge zu Stettin und durch allerhöchste Cabinetsordre Friedrich Wilhelms, datirt von Potsdam 14. April 1845, wurde von Untersuchungen hierüber Abstand genommen. Meisel bewarb sich, da er in Stettin den Wirkungskreis nicht gefunden, wie er ihn gewünscht, nach Prag um die, durch den Abgang des Dr. Sachs nach Berlin, frei gewordene Predigerstelle. Frankel in Dresden trat für ihn ein, und wurde er auch nach einer am 15. Februar daselbst gehaltenen Rede am 24. Februar einstimmig zum Prediger gewählt. Doch der

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