Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1893)
- Date
- 1893-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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DapuM-ulMenscksMckq zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von Dr. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 13. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. Mai 1893. Kummer 5. Dr. W. A. Weisel. Im Berlage von Th. Grieben in Leipzig 1891 ist erschienen: Dr. W. A. Meisel. Ein Lebens- und Zeitbild von Dr. M. Kayserling. Der gelehrte Amtsnachfolger hat es unternommen in dieser Schrift uns das Leben eines Mannes zu schildern, der, obwohl über fünfundzwanzig Jahre seit seinem Hinscheiden dahingegangen, inimer noch frisch in der Erinnerung seiner Freunde und Verehrer lebt, weil er Viele durch sein niächtig zündend Wort hat erhoben und begeistert und weil er durch zahlreiche Werke der Humanität sich ein unvergängliches Andenken gestiftet. Wir folgen den Ausführungen des Verfassers, der uns eine sehr verdienstliche Arbeit geliefert hat, die in weiteren Kreisen Interesse zu erregen geeignet ist. Meisel wurde in Roth-Jannowitz in Böhmen am 16. Juli 1815 geboren. Sein Vater nannte ihn Aloys und die Mutter gab ihm den Namen Wolf. Sein Vater, der Branntweinhauspächter war, nahm, als er geschäftlich zurückgieng, auf Zureden seiner Gutsherrn die Taufe an und ließ Mutter und Kinder, welche dem väterlichen Glauben treu blieben, in Elend zurück. Nach vielen Mühen und Beschwerden kam die Mutter, von Ort zu Ort wandernd, in Hamburg an, wo sich gute Menschen ihrer annahmen. Wolf ihr Sohn sollte Rabbiner werden. Er besuchte die israelitische Schule in Reichenau und erhielt daselbst von seinem Oheim Hermann Mannheimer Unterricht im Hebräischen und im Talmud. Von dort kam er zu Verwandten nach Zbraslawitz und nahm auch kurze Zeit Aufenthalt in Nachod, um daselbst Talmud zu studieren. Im Jahre 1831 reiste er mit seiner Schwester nach Hamburg, wo sich seiner Gabriel Riester und Z. H. May, der Registrator der deutsch-israelitischen Gemeinde liebreich annahmen. In Hamburg faßte Meisel den Entschluß nach Berlin zu gehen, wohinter an die Herrn Rabbiner Jakob Joseph Oettinger und Elchanan