Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1893)
- Date
- 1893-04-01
- Page
- Seite 84 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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dieses wurde durch die Wunder vou Donner und Blitz zur Annahme des Himmelreiches gebracht, aber die Proselyten kommen, ohne Wunder gesehen zu haben, und bekennen sich zum Gesetz.Z Die Forni der Aufnahme der Proselyten wurde nun von R. Jochanan (im 3. JahrhO im Namen des R. Chija nach den Bestimmungen der „Chachamiu," Weisen, festgesetzt, sie bestand aus dem Tauchbad, Untertauchen, und der Circumcision gegen die Angabe N. Jusuas, daß schon das Tauchbad genüge, und gegen N. Elieser, daß Circumcision allein hinreichend sei.i) 2) Ferner wurde bestimmt, daß die Proselytenanfnahme durch ei» jüdisches Gericht (Rabinat) geschehen müsse, aber wenn Jemand sagt: „ich bin ein Proselyt, ich habe die Formalität der Aufnahme selbst an mir vollbracht", so hat dies keine Gültigkeit, ch Es war dies eine Bestimmung gegen eine Anzahl von Proselyten, die im 2. n. 3. Jahrh., ohne officiell ausgenommen zu sein, sich dennoch als Proselyten gelierten. Wir bemerkten schon oben, daß dieselben von den Rabbinern „Nachschleppende Proselyten" hießen. Ferner heißt es:,, Will Jemand zum Judentum übertreten, unterlasse man nicht zu untersuchen, ob nicht Geldvorteile, Hoffnung auf Erlangung eines Amtes, oder Liebe zu einer Israelitin, Furcht vor Juden, wie zn den Zeiten der Herrschaft Davids und Salomos, die Beweggründe seines Uebertrittes seien, denn wer aus weltlichen Beweggründen Übertritt, kann nicht als wahrhafter Proselyt gehalten werden. Hat sich nichts derartiges ausfindig machen lassen, dann stelle man dem Aufzunehnienden vor, welchen Bedrückungen und Leiden zur Zeit der Israelit ausgesetzt sei, beharrt er bei seinem Entschlüsse, nehme man ihn auf und mache ihn mit einem Teil der geringen und schweren Gebote, mit den Strafen auf Uebertretung und niit dem Lohn auf Beobachtung derselben bebekannt. Erklärt er sich für Annahme derselben bereit, so vollziehe man an ihm die Formen der Aufnahme: die Circumcision und das Tanchbad."Z Bei solchen strengen Verordnungen konnte nicht mehr von einer Massenbekehrung der Heiden zum Judentnme die Rede sein; dasJudentum hat sie, den aus ihnen hervorgegangenen Töchterreligionen, dem Christentum und später dem Islam überlassen und darin ihren Beruf vollständig anerkannt, sie waren bestimmt, die Wege zu ebnen, damit einst beim Fortschreiten der menschlischen Erkenntnis die durch die Propheten der Menschheit verkündete Gotteserkenutnis mit ihren Lehren und Gesetzen der Gottes- und Menschenliebe bei den Völkern zur Anerkennung und Verwirklichung gelangen können. In diesem Sinne sprach sich der große Maimonides (1135—1204) aus: „Aber die Pläne des Weltschöpfers vermögen die Menschen nicht zu ergründen, denn ihre Wege sind nicht seine Wege und ihr Gedanken nicht seine Gedanken. Alle Begebenheiten von ihm (von Jesu) und von dem, der nach ihm anfstand (Muhamed), waren nur dazu da, den Weg des Königs-Messias zu ebnen, daß er die ganze Welt herstelle, Gott einmütig zu dienen, denn es heißt: Dann wende ich den Völkern zn eine geläuterte Sprache, damit sie Alle den Namen des Ewigen anrnfen, ihm einheitlich zn dienen. Wie geschieht dies? Nur dadurch, daß die Welt von den messianischen Verheißungen, von den Worten der Lehre und des Gesetzes schon erfüllt ist, welche sich bis zu den fernsten Inseln ausgebreitet hat, nämlich zu den Völkern, »»beschnittenen Herzens und Leibes."") Und wir sagen, Moses Maimonides hat wahr gesprochen. Ein Blick in die i) Cliagiga S. 5a. 2) Jabamoth 8. 46a. 3) Das. S. 47a. eine Bestimmung von R. Juda. 4) Das. 47a. Joredea '208 li. ^erim. Maimonides li. melacdiim Ab sch. 11. 4. nach der Amsterdamer Ausgabe der 4 Bände Jadehaska,