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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-03-01 · Heft 3 (1.3.1893) · p. Seite 70

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 3 (1.3.1893)
Date
1893-03-01
Page
Seite 70 (sequence 22)
Language
German
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70 Theater, Wustk und bildende Kunst. Im Stadttheater zu Frankfurt a. M. gelangte am 16.Janua< zum ersten Male eine neue Operette in drei Akten „Jose Galeano" unter Leitung des Comlonisten Herrn Julius Stern, der einer Frankfurter Familie entstammt, zur Anführung. Herr Stern erntete vielen Beifall und wurde wiederholentlich vom Pubicum hervorgerufen. Den Text der Operette verfaßte Herr W. Singer. — Man schreibt unsIm Stadttheater in Asch.iffenburg gelangte am 13. Januar ein neuer vieraktiger Schwang „Sie lügen Alle" von Herrn I. Lippmann aus Mainz zur Aufführung und fand freundliche Aufnahme. — Am 4. Februar kam in Kerlin im deutschen Theater Ludwig Fuldas „Talisman" zur ersten Aufführung und wurde mit warmer Teilnahme ausgenommen. In diesem Stücke wird die Selbstbescheidenheit vor der Hoffart verherrlicht. Ein junger Bursch benimmt dem König seinen Herrenwahn und seinen Allmachtsglauben und lehrt ihn den Wahrheitsmut. Der Dichter wurde durch viele Hervorrufe ausgezeichnet. — Aus der Feder des Herrn Moritz von Gutmann in Wien, des Dichters des Dramas „Conradin, der letzte Hohenstaufe", das auf mehreren Bühnen mit Erfolg zur Aufführung gelangte, ist eben ein neues, fünfaktiges Trauerspiel „König Enzio" erschienen. Die Sprache des geschichtlichen Dramas ist vornehm und die Zeichnung der Charaktere plastisch durchgeführt. — Aus Coblenz schreibt man: Für das hiesige Stadttheater wurde Herr Hermann Grünebaum als zweiter Kapellmeister engagirt. — Jüngst starb in Wien der ehemalige Obergarderobier des Kärntnerthor-Theäters und später des Opernhauses Josef Hbeles in seinem 74. Lebensjahre. Durch viele Jahre am alten Kärntnerthor-Theater noch bedienstet, hatte er unvergeßliche Künstler, z. B. Ander, Staudigl, Erl, Rosa Csillag, Gabriele Kraus, Louise Dustmann, Gustav Walter, Beck, Josef Draxler u. a., als Garderobier zu bedienen gehabt, und es blieb dies, diesem Manne nicht nur eine werthe Erinnerung, sondern schon während seiner Thätigkeit in der Garderobe des Theaters beschäftigte er sich mit großem Interesse als Theaterstatistiker. — Man berichtet uns: die Oper „Christoph Columbus", componirt von Baron Franchetti, die in den Haupttheatern Italiens mit sehr großem Beifalle aufgeführt wird, besteht aus 3 Acten: l. „Befürchtungen, Concessionen an die Matrosen und Einschiffung"; 2. „Die Reise, die Revolte und die Entdeckung Amerika's;" 3. „Der Tod". Die Scenerie des 2. Actes bietet Ueberraschungen in Menge. Die ganze Bühne stellt einen See dar, auf welchem ein wirkliches mit Matrosen besetztes Schiff dahinschwimmt. Das Gebet verwandelt sich bald in einen Wuthausbruch und in Drohungen gegen den unerschrockenen Seefahrer. Nach einem längern Musikstück verkündet alsdann Kanonendonner den ersten Anblick des Landes und der Chorus der Berwünschnngen verwandelt sich in einen Lobgesang. — Auf der Kroll'schen Opernbühne in Kerlin trat die rühmlichst bekannte Koloratursängerin, Fräulein Louise Heymanu am 11. Januar als Rosine in Rossinis „Barbier von Sevilla" auf. Die Künstlerin hatte im vorigen Sommer auf derselben Bühne reiche Erfolge geerntet und erfreute sich auch diesmal der wärmsten und ungeteiltesten Anerkennung der zahlreichen Hörer. Die bewunderungswürdige Sicherheit und Grazie in der Ausführung der schwierigsten Koloraturen, das neckische Spiel und der Liebreiz der jugendlichen Erscheinung lassen Fräulein Heymann als berufenste Vertreterin gerade dieser Rolle erscheinen. — Herr Heinrich Grünfeld in Kerlin hat sich mit Herrn Fl. Zazir zu Kammermnsikkonzerten verbündet. In dem ersten wirkte auch noch Herr Alfred Grünfeld mit, und dieser, wie die beiden Konzertgeber, er-

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