Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1893)
- Date
- 1893-03-01
- Page
- Seite 68 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Tempel feierlich begangen. Herr Rabbiner Dr- Caro hielt die Festrede. — Am 11. Januar starb in Meran Herr Daniel Spider, der geistvolle Schriftsteller dessen „Wiener Spaziergänge" in der „Neuen Freien Presse" weithin bekannt sind. Er wurde in Wien am 3. Juli 1835 geboren. — In Lnndenburg, wurde Herr K. Knffner zum Bürgermeister der Stadt gewählt. — Der langjährige Assistent des Hofrates Freiherr» v. Krafft-Ebing, Herr Dr. Siegfried Kornfeld, wurde zuni Primarius an der mährischen Landes-Jrrenanstalt in Krim» ernannt. Dr. Kornfeld, der erst in einem Alter von 30 Jahren steht, ist bereits seit sieben Jahren ans dem Gebiete der Psychiatrie in hervorragender Weise thütig. — Am 20. Januar feierte Herr Schuldirektor Dr. Moritz Eisler in Mrolsbnrg, weiteren Kreisen durch seine „Vorlesungen über die jüdischen Philosophen des Mittelalters" vorteilhaft bekannt, seinen 70. Geburtstag. — Man berichtet uns: Der durch seine Arbeiten auf dem Gebiete der talmudischen Sprachforschung bekannte Herr Rabbiner L. Eisler in Eiwanowitz bekleidet nnnniehr mit Genehmigung der k. k. Cultnsministeriums auch das Rabbinat in der neu creirten Cultusgemeinde Wifcha» und ist der verdiente Gelehrte nun zum Bezirksrabbiner avancirt. — Im Verein „Ehorebh" in Ung. Srod hielt Herr Rabbiner Dr. Wolffohn ans Lomnitz einen Vortrag über: „Was haben die arischen und was die semitischen Völker zur Verbreitung der Cultur geleistet?". Man berichtet: Zu bedauern ist der Rücktritt des Herrn Wilhelm Kitter v. Gutmann vom Präsidium der israelitischen Cultusgemeinde in Wien. Cr hat bei der Niederlegnng seines Amtes an den Vorstand ein Schriftstück gerichtet, aus dem wir einige Stellen, welche die jetzt allgemein ventilirten Cnltnsfragen erörtern und darum besonderes Interesse erwecken, mitteilen: „Vor 30 Jahren habe ich als Tempelvorstand veranlaßt, daß der Chor, insbesondere in der Leopoldstadt, auf der Galerie placirt werde, und weiß ich nicht, warum derselbe wieder herunter kam. Es ist Letzteres entschieden weniger ästhetisch und konnte nur in dem kleine» Tempel in der Seitenstettengasse gutgeheißen werden. Es wurde damals hier dem Chore weniger Bedeutung beigelegt und darum konnten auch die Sopranstinimen anstandslos durch Knaben vertreten iverden .... Anders verhält es sich aber jetzt, und namentlich im großen Tempel in der Levpoldstadt .... Ich habe mich bei dem Oberrabbiner Dr. Jellinek, Rabbiner Dr. Wolf und den Leetoren Weiß und Friedmann versichert, daß ein gemischter Chor anstandslos gestattet ist. . . Ich kann mit vollster Bestimnitheit die Ueberzengnng aussprechen, daß wenn die zwei bedeutendsten Gelehrten und orthodoxen Rabbiner, der selige Rabbi Moses Sofer, Rabbiner zu Preßburg, und der selige Landesrabbiner von Mähren, Rabbi Abraham Placzek aufstünden und wir ihnen unsere neugetroffenen Einrichtungen vorweisen würden, sie dieselben auch nicht im Geringsten beanstanden würden, ich bin ini Gegenteile sicher, daß sie sie ganz ihren Intentionen entsprechend finden würden .. ." — Es ist uns zugegangen: Weihfest der Verfassungsseier. Rede beim ersten neugeordneten Freitag-Abend-Gottesdienste den 16. Dezember 1892 gehalten von Dr. Ad. Jellinek (Wien 1893 Selbstverlag des Verfassers). In gewohnter Meisterschaft hat der Prediger Herr Dr. Jellinek beim ersten auf Anregung des Herrn Wilhelm Ritter von Gntmann im Wiener Tempel eingerichteten festlichen Freitag- Abendgottesdienste sich seiner Aufgabe entledigt. — Herr Dr. v. Kobra in Wien demonstrirte an einer größeren Anzahl von Kranken eine überraschende, zum Teile glänzende Heilwirkung eines von ihm und seinem Assistenten, Bezirksarmenarzt D. S. Kohn entdeckten neuen Heilmittels, des „Thiosinamin". Verschiedene, bis jetzt nahezu gar nicht oder nur sehr schwer heilbare Krankheitsformen der