Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1893)
- Date
- 1893-03-01
- Page
- Seite 67 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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- 67 abrief. Mit Kenntnissen, nanientlich auch auf fremdsprachlichem Gebiet ausgerüstet, wie man sie bei einem schlichten Verteilungsbriefträger sonst weder sucht, noch findet, und die seiner Vorgesetzten Aufmerksamkeit erregten, hätte der fleißige, pflichttreue Beamte leicht in höhere Stellungen aufrücken können, wenn er es vermocht hätte seinen Glauben, oder auch nur seinen hiesigen Wohnsitz zu wechseln. — I» Nürnberg starb Herr Landrath Stephan Hopf, der 10000 Mark zu Gunsten der Feriencolonieen bestimmt hat und 40000 Mk.. aus deren Zinsen Studierende der Naturwissenschaften und neuerer Sprache» Stipendien erhalten sollen. — Aus Dunstau schreibt man: Durch Umstürzen des Schlittens wurde der Rabbiner Rubinstein schwer verletzt und seine Gattin getötet. — Man berichtet uns: In Schweidnitz feierte der Prediger Herr A. Slumenseld am 1. Januar das Fest seiner 25jährigen Amtsthätigkeit. — Von der am hundertsten Geburtstage Moses Mendelsfohn's in's Leben gerufenen Stiftung gelangen drei Spendien a 750 Mk. an Studierende der philosophischen Facultaet in Serlin zur Verteilung. Die Bewerber brauchen nur Deutsche von Geburt zu sein, ihr Glaubensbekenntnis kommt nicht in Betracht. -- Herr Dr- Leo Grunbach von der technischen Hochschule Charlottenburg-Berlin ist zum Professor ernannt worden. Derselbe ist seines Faches Physiker und ist durch wissenschaftliche Arbeiten in Fachkreisen sehr bekannt. — Nach Frankfurt a d Gder wurde Herr Dr. A. Kaminka zum Rabbinatsverweser berufen und nach Weilburg Herr Dr. Landau, bisher in Zürich, als Rabbiner. — Herr Professor Theodor Uöldecke in Straßburg, einer der Sachverständigen im Processe Rohling-Bloch ist von Sr. Majestät mit dem Rothen Adlerorden dritter Classe mit der Schleife ausgezeichnet worden. — Herr Heinrich Freiherr von Löhneysen, Oberhofmarschall a. D. und Kammerherr in Kraunschweig, hat mit seiner soeben im Verlage von H. Walther, Berlin (1893) erschienenen Broschüre „Antisemitismus und Nächstenliebe" sich gegen den Antisemitismus gewandt. Als Christ mit positivem Glauben verurteilt er den Antisemitismus auf das schärfste, weil er nicht das Christentum der Liebe predigt, sondern unchristlichen Haß. — Von der königl. Commandatur in Magdeburg ist an das Rabbinat folgende Zuschrift gelangt: „Magdeburg, den 5. Januar 1893. An den Rabbiner Herrn Dr. Woritz Kahmer, Hochwürden Hier! Für die Bearbeitung einer neuen Garnison-Dienst-Vorschrift für Magdeburg, ist es der Conimandatur erivüuscht, ein Verzeichnis derjenigen Feiertage zu .besitzen, an denen auf eine möglichste Befreiung der Soldaten jüdischer Religion vom Dienst hinzuwirken sein wird- Euer Hochwürden ersucht daher die Commandatnr ergebenst um eine gefällige Mitteilung dieser Feiertage unter Angabe der betreffenden Daten, von Jacques" — In den Abgeordnetenhäusern in Derlin und Wien gab es wieder Judendebatten. In Berlin verwandelte sich das Abgeordnetenhaus in eine Art Konzil über jüdische Glaubenslehren und ihre Quellen, Talmud und Schulchan-Aruch, wovon im ganzen Hause Keiner etwas versteht. Aus der Judendebatte in Oesterreich ist die Erklärung des Cultusministers Herrn von Gautsch und die Rede des Lemberger Abgeordneten Herr Dr. Emil Dyk hervorzuheben. — Herr Rabbiner Dr. S. Gelbhaus in Krag hat allwöchentliche Vorträge über jüdische Religionsphilosophie eröffnet, zu welchen außer de» Rabbinatskandidaten auch das Publikum Zutritt hat. — In Prag hielt Herr Dr. Grün im „Verein zur Verbreitung der Wissenschaft des Judentums", einen Vortrag über „Jüdische Autoren über die Entdeckung Amerika's". — In Lemberg wurde die Widerkehr des 1000. Geburtstages des Gaon Saadia, geb.892, im israelitischen 6*