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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-03-01 · Heft 3 (1.3.1893) · p. Seite 65

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 3 (1.3.1893)
Date
1893-03-01
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
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65 Wonatsschau. Am 27- Januar fand in Dreslau am jüdisch-theologischen Seminar die Doppelfeier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und des Gedächtnisses für den Stifter der Anstalt statt. Der derzeitige Vorsitzende des Lehrkörpers Herr Seminarrabbiner Dr. I. Levy, hielt die Festrede. Er sprach über die ursprüngliche Bedeutung und Feier des Pessachfestes und legte die Quellen des „Haggadah" klar. Entlassen wurden die Hörer Dr. U. Sandler, Walter und Kan. Herr Dr. Walter, Rabbiner in Bromberg dankte den Lehrern in seinem und seiner Collegen Namen. Dem Jahresbericht geht eine Arbeit des sel. Dr. D. Znckermann „Anleitung und (8) Tabellen zur Vergleichung jüdischer und christlicher Zeitangaben" vor. Das Seminar zählt 43 Hörer. Der Seminarbibliothek wurden Bücher und Handschriften aus den Bibliotheken der sel. Herren Prof. Dr. Graetz und Dr. Zuckermann überwiesen. — Am 5. Januar hielt Herr Rabbiner Dr. Kottelr im „Club Freundschaft" in Homburg v. d. Höhe einen Vortrag über das Thema „Aus der Vergangenheit der israelitischen Gemeinde Homburg." Schon im 14. Jahrhundert wohnten Jude» daselbst, 1684 wurde den 12 Familien gestattet Gottesdienst abzuhalten. Im Jahre 1731 wurde die erste Synagoge erbaut. Die jetzige Synagoge wurde 1866 eröffnet. 1764 wurde ein Gemeindehaus erbaut und 1877 ein neues. Im Mittelalter bestand schon ein jüdischer Friedhof, 1703 wurde der zweite bei Seulberg und 1867 der dritte in Homburg angelegt. — Im Mendelssohn-Verein in Düsseldorf, hielt Frau Uahida Uemy, geb. Sturmhövel aus Kerlin einen Vortrag über die Nächstenliebe im alten Testaniente. Die verdienstvolle Schriftstellerin hielt auch in anderen Städten Vorträge ähnlichen Inhalts. — Der Mendelssohn-Verein in Frankfurt a. Ul. hielt am 9. Februar eine Generalversammlung ab. Herr Dr. Adolf Krüll hielt einen Vortrag über: Ziele der Reformbestrebungen innerhalb des Judentums. — In Leipzig wurde ein Verein für jüdische Geschichte und Litteratur ins Leben gerufen. Es hielten in demselben bereits Vorlesungen die Herren Dr. Moritz Krasch und Rabbiner Dr. Aorges, welche auch dem Vorstände des Vereins angehören. — Im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Kreslau hielt Herr Dr. Krann einen Vortrag über: „Die Beteiligung der Juden an den geographischen Entdeckungen des 15. Jahrhunderts". Juden waren besonders im Dienste Heinrich des Seefahrers thätig, indem sie sowohl durch ihre Handelsbeziehungen mit fremden Völkern in Berührung traten, und über sie Auskunft erteilen konnten, als auch durch Verbesserung von Sternkarten und des Astrolabs, eines der damaligen Schifffahrt unentbehrlichen Instrumentes. Ferner traf Vasco de Gama auf einer seiner ersten Reisen einen durch merkwürdige Schicksale aus Polen nach Indien verschlagenen Juden an, der ihm durch seine Ortskenntnis außerordentlich hilfreich war. Auch unter den Seeleuten, die die erste Fahrt mit Colilmbns machten, befand sich ein Jude, der das besondere Vertrauen des Admirals besaß. — „Freiheit, Liebe Menschlichkeit." Unter diesen! Titel erscheint unter der Redaktion von Ed. Wund in der Verlagsbuchhandlung von Groningen und Comp, in Kerlin ein Sammelwerk von Meinungsäußerungen bedeutender Zeitgenossen in Poesie und Prosa über den Antisemitisnius. Der Nutzen einer solchen Zusammenstellung von Anssprüchen hervorragender Dichter und Gelehrten wird Jedem einleuchten, der inmitten des Sturmes lebend, zu beobachten Gelegenbeit hat, wie weite Kreise unserer Mitmenschen durch antisemitische Hetzredner be- ^Dkglich der Anschauungen hochstehender und gebildeter Leute über die Bewegung

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