Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1893)
- Date
- 1893-03-01
- Page
- Seite 63 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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63 (Jesaia 61. 8), auch die Proselyten (Das. 66. 8): die Israeliten bilde» de» Gottesbund, auch die Proselyten «Das.); zur Gnade heißt es bei de» Israeliten (2. M. 28), auch bei den Proselyten >Jesaia 67. 1)?) Ob die jüdischen Gelehrten auch eigens Missiousreisen zur Verbreitung des Judentums unteruomluen haben — darüber hat das taliuudische Schrifttum keine Notiz. Nur im Evangelium (Matthäus 25. 15.) lesen wir, daß die Schriftgelehrteu Land und Meere bereisten, um einen zum Proselyten zu niachen. Aber davon wird im jüdischen Schrifttum nichts erwähnt, nur daß die Volks- und Gesetzeslehrer auf ihre» Reisen nach Rom Religionsgespräche mit verschiedenen heidnischen Persönlichkeiten hatten 2) Der Erfolg war ein bedeutender. Schon oben sprachen wir von der Bekehrung des Jzates, Königs von Adiabene, zum Judentum, aber schon vorher bekannten sich zum Judentum seine Mutter Helena und sein Vater Monobaz I. mit seinem Sohn Monobaz II. Daß auch Andere am Hofe ihrem Beispiel gefolgt sein mögen, ist anznnehmen. Das geschah im 1. Jahrhundert gegen das Jahr 30. Von den vielen Proselyten in den babylonischen Ländern, wo die Zahl der Jude» sehr groß war, wird an mehreren Stellen im talmudischen Schrifttum berichtet.") „In Antiochien" erzählt Josephns, „zogen die Inden fortwährend eine große Menge Hellenen zu ihrem Gottesdienste heran und machten sie im gewissen Sinne zu einem Bestandteil ihrer selbst." H An mehreren Stellen in der Apostelgeschichte «13. 16; 13. 26),") werden in der Anrede neben den Israeliten auch „Gottesfürchtige", eine Klasse von den zum Jndentnm bekehrten Heiden in Antiochia Posidm genannt. Von solchen „Gottesfürchtige»" erzählt auch Josephns, daß sie durch Geschenke und Abgaben zur Vergrößerung der Tempelschätze beigetragen hätten.") Auch in Athen gab es eine Menge solcher Proselyten/) ebenso in Thessalvnich/) von denen Paulus Viele für sich gewonnen haben soll. In Damaskus konnte man sämmtliche Frauen zu Proselytinnen des Judentums rechne».") In Palästina, in den verschiedenen Städten, am meisten in Jerusalem, war deren Anzahl sehr bedeutend, wo sie einen eigenen Stand bildeten. Die oben genannte adiabenische Königin Helena wohnte mit ihren Söhnen in Jerusalem. Eine vornehme Römerin die Proselyti» Valeria, unterhielt mehrere Religionsgespäche mit dem Patriarchen Gamaliel I.'") Von derselben wird erzählt, daß sie bei ihrem liebertritt zum Jndentnm auch ihre Sklavinnen ins Judentum aufnehmen ließ n) Ein Proselyt, Jehnda, der Ammoniter, gab Veranlassung zu dem schon oben angegebenen Synhedrialbeschluß zur Aushebung des Verbotes, die Ammoniter und Moabiter in die Gemeinde aufznnehmen Ein anderer Proselyt, Minjamin, der Aegyter, beivirkte bei dem Gesetzeslehrer Akiba die Erlaubnis, daß seine Söhne sich mit Jüdiuen verheirathen durften.ia). Endlich wird viel von dem Proselyten Aquila, Onkelos, aus Ponlus erzählt; er erlernte das Hebräische so gründlich, daß er es unternahm, die ganze Bibel griechisch zu übersetzen. Diese griechische Bibelübersetzung wurde von den Gesetzeslehrern R. Elieser und R. Josua tvegen ihrer genauen tvörtlichen Wiedergabe sehr gelobt. Am stärksten war der Andrang zum Judentum iu R o m, und zwar ') Mcchilta Misehpatim Absch. 18 und Traktat öS mm IV. ebit. Kirchheim. s) Siehe besonders Mischna Krubin IV. 1—2; Maascr sclieni V.!); Sabbatk XIV. 8. Siehe Derenbourg Geschichte S. »34—»40; Kenan Les tivangiles 8. 307. ■*) Gemara Ileraokoth S. 17. 4) Joseph, b. j. VII. 3. ». °) Bergt, noch Apostelgeschichte 13. 43. und 50., wo es ausdrücklich heißt „die Gottesfürchtige» der Proselyten." “) Joseph. Antt. XIV. 7. 2;) Apstoelgesch. 17. 4. 8) Das. 17. 17 ") Joseph, b. j. II. 20. 2. ,u) llosch kaschana 8. 17b. “) Meckilta Ab sch. Wo. 15. ’-) Tosepta Kiddusckin Absch. 5. ». Jerusckalmi Jebamotk 8, 9b. 8ifre No. 1345.