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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-03-01 · Heft 3 (1.3.1893) · p. Seite 62

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 3 (1.3.1893)
Date
1893-03-01
Page
Seite 62 (sequence 14)
Language
German
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davon abstand.H Der Synhedrialpräsident R. Jochanan b. Sakai bestimmte, daß der Proselyt bei seiner Aufnahme nach dem Aufhören des Opfercnltus von dem üblichen Opfer dispensirt sei, sodaß er nicht einmal den Betrag desselben zu erlegen braucht./ Einem Heide» entgegnete er: „Die Proselyten, die Bekehrte» unter euch, sind eure Propheten, und ihr habt keinen Grund, zurückzubleiben!" (Midrasch raba 3. Mos Absch. 2.) Auf Befürwortung des Volks- und Gesetzeslehrers R. Josua (Anfang des 3. Jahrh.) kam es in einer Synhedrialsitzung zu»« Beschluß, daß das Gesetz (5 B. 23) der Nichtanfnahme der Animoniter und Moabiter in die Gemeinde in Betracht der durch die Eroberungen durch Saicherib entstandenen Völkerverpflanznng und Völkervermischung als aufgehoben zu betrachten sei/)- Bei einer andern Gesetzesverhandlnng behauptete dieser R. Josua, daß der Proselyt auch ohne Beschneidung, durch den Akt des Tauchbades allein als ins Judentum anfgenoinnien zu betrachten sei, da auch die Stamnimntter durch den Akt des Tauchbades allein ins Judentum anfgenoinnien wurden./ Es war dies im l. u. 2. Jahrh. eine bedeutende Conzession für die Proselyten der heidnische Umgebung, die gewiß viele neue Proselyten dem Judentum zuzuführen vermocht hat. So berichtet Josephus von einem jüdischen Gelehrten Annania, der dem znm Jndentnme sich bekennenden König Jzates von Adiabene, in Bezug auf die Beschneidnng zurief: „Jzates könne Gott auch ohne Beschneidnng verehren, wenn er nur die gottesdienstlichen Gebräuche der Inden beobachte, welche die Hauptsache bilden."") Diesen« reihen «vir eine Anzahl von Lehren und Mahnungen über die Würdigung des Proselyten an. „Wer das Recht eines Proselyten beugt, hat gleichsam den Rechtsanspruch Gottes gebeugt".") Gradezu «vird das Gesetz: „Und es berücke nicht Einer den Andern" (3. M. 25. 14 und 17.) auf den Proselyten bezogen, ihm keine Kränkung zuzufügen als z. B. ihm znzurnfen „Siehe, gestern noch verehrtest du den Götzen Bel, den Nebo!" „Noch stecken Schwein»' zivischen deinen Zähnen, uird du bringst Worte in meiner Gegenwart vor" oder: „Erinnere dich der Werke deiner Väter, Thaten u. a. m.!"7). Es stellte der Gesetzeslehrer R. Jose den Grundsatz ans: „Ein Proselyt, der sich ins Judentum ausnehmen ließ, ist einem Ncugebornen gleich."") Der Patriarch R. Simon bei« Gainalicl II. zitirt in einer Unterredung mit einem Heiden eine Mischna: „Kommt ein Fremder, um sich (ins Judentum) arlfnehmen zu lassen, so strecke man die Hand entgegen, um ihn unter die Fittige Gottes einziehen zu lassen."/ Voll Rücksicht und Schonung gegen den Proselyten lautet die Mahnung: „In der Gegenwart eines Proselyteiinachkomniens bis zum zehnten Geschlecht schmähe keinen Heide»!"'") Von Bedeutung «var es, daß man in einem Gebet die Barmherzigkeit Gottes auch für den Proselyten zu erflehen bestiminte. u) Aber noch bedeutender «var der Ausspr««ch des Lehrers Simon b. Jochai (im 2. Jahrh): „Wer ist großer, der, «velcher den König liebt, vder der, den der König liebt? d» anlivortest: der ist größer, den der König liebt. Siehe, so heißt es von dem Proselyten: „er (Gott) liebt den Fremdling, ihn« Brod und Gewand zu gebe» (5 M. 10. 29.'. „Geliebt sind die Proselyten, denn überall, «vo sie genannt werden, «verden sie gleich Israel genannt: die Israeliten heißen Diener x) Daselbst. 2) Gemara Kherithot S. 8a, Jeruschalmi Schekalim am Endo. Gemara Kusch haschana, S. oll). •'*) Mischna Jadaim (5.4; Tosephta Jadaiin II. 7; Berachotli 8. 2 8a. 4) Jebamoth 8. 4(>a. b) Joseph. Antt. 20. 2. 5. °) Gemara Chagiga 8. 6a. ') Gemara Juliamoth 8. 47a. Gemara Baba mezia. 8, 48b. ,J) Midrasch rabha 3. M. Absch. 2. lü) Gemara 8anhedrin 8. 94. ll) Bergt. 8ucca 8. 17.

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