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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-03-01 · Heft 3 (1.3.1893) · p. Seite 54

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 3 (1.3.1893)
Date
1893-03-01
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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54 schönsten und herrlichsten Schmucke, im Festgewande der Traulichkeit und Gemütlichkeit? Wann verbreitet sie balsamischen Duft wie am Libanon? Am Sabbat! Friedensengel ziehen ein in die jüdischen Familienwohnungen und verbreiten dort lieblichen Herzensfrieden. Die Sorge schweigt, der Kummer schwindet, das Auge leuchtet hell wie das Sabbatlicht, eine neue, erweiterte Seele, wie der Talmud sagt, kehrt ein in das Innere des Israeliten, die man fühlen muß, aber schwer schildern kann. Ja, das kostbarste Gut in meiner himmlischen Schatzkammer, spricht Gott, ist der Sabbat und dieses gebe ich euch Israeliten jede Woche — und fragen wir, was ist aus diesem kostbaren Gute geworden? Besitzen wir es noch? Seien wir offen! Wir haben es verloren, und dadurch unfern Eintritt in das Völkerleben theuer bezahlt. Es gibt keinen Sabbat, keine Ruhe, keinen Seelenfrieden, keine Engelschaaren. Rastlos eilen wir von Woche zu Woche, gönnen uns wohl eine stuze Pause an« ersten Tage; das ist aber nimmermehr unser Sabbat, der jüdische Sabbat, der weihevolle Sabbat, der lichtumflossene Sabbat! So lasset uns doch wenigstens den Eingang desselben retten, dadurch, daß wir in die festlich erleuchteten Bethäuser zur Andacht und Belehrung uns verfügen und die Mütter nicht außerhalb ihres Hauses Vergnügungen und Zerstreuungen'nachgehn, sondern in ihrer Familie, in der Mitte ihrer Kinder der sabbatlichen Weihe sich freuen, und sich der Zeit erinnern, da sie selbst an der Seite von Vater und Mutter den Sabbatabend verlebten. Möge die Zeit herannahen, in welcher der Sabbat nicht eine Last, sondern eine Lust, eine Freude sein, und man in Israel wieder die Sabbatwonne (Oneg subbat) genießen wird! Met Lärm um Wichts von Dr. M. Dessauer Herzogl. Landrabbiner von Sachsen-Meiningen. l Schluß.) Heiß bis zum Fanatismus verfechte ich den nationalen Gedanken ruft Dr. Lange. Ei, ei, wann war je der Fanatismus eine lobenswerte Eigenschaft. Übereifer, Gewalt, Zwang, Feindseligkeit sind häßliche Praeludien zum Hymnus auf den nationalen Staatsgedanken. Was würde Herr Lange sagen, wenn Einer so pathetisch wie er ausriefe: Ich schwärme für meine Religion und trete mit Fanatismus für sie ein. Nein, Zeloten schaden den edelsten Bestrebungen. Mit Zeloten kann man keine Grundlagen für einen festen Znkunftsbau aufführen. Es ist ein schlimmes Zeichen der Zeit, daß Lärm, Skandal, wie der Kaiser von Oesterreich sich jüngst kraftvoll ausdrückte. Leidenschaft, Schlagwörter für Volksversammlungen, die Staatslenker beeinflussen wollen, Männer die doch berufen sind, in ruhiger kaltblütiger Besonnenheit, ohne Haß und Voreingenommenheit, wahrhaft „unparteisch," die Interessen des Volkswohls zu erwägen. Aber nicht blos die Protestanten (Herr Lange schlvärmt für eine protestantische Partei) gehören zur Nation, sondern auch die Katholiken und Inden. Auch sie haben mitgekämpft für die Ehre und Größe des Vaterlandes, haben mitgeholfen das deutsche Reich zu begründen; auch sie haben das Recht, im deutschen Reiche ein freundliches und friedliches Vaterland zu finden. — Einmal nur vergessen oder verschleiern Sie, Herr Lange, Ihre wahre Gesinnung, als Sie nämlich am 23. Oktober schrieben: „In der ganzen Tendenz dessen, was er (Prof. Förster, v

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