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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-03-01 · Heft 3 (1.3.1893) · p. Seite 52

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 3 (1.3.1893)
Date
1893-03-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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52 sich einen, dann werden Glück, Segen, Heil, Macht, Gedeihen, Wohlfahrt und Zufriedenheit bei uns weilen, dann wird das Recht unsere Macht und der Friede unser Schutz sein. So wollen wir denn heute Ehre und Anerkennung spenden dein Vater des Vaterlandes, ihm, dem Hüter des Rechtes, dem Schirmer des Friedens, und unserer Liebe und Verehrung Ausdruck leihen, indem wir uns alle erheben und unsere Wünsche und Hoffnungen in die Worte fassen die einst der Herr durch seine Priester und Propheten verkündet: Der Herr segne Kaiser Wilhelm II. und behüte ihn, er segne und behüte seine erlauchte Gemahlin, die Kaiserin Auguste Victoria, den Kronprinzen des deutschen Reiches und das ganze kaiserliche Haus. Es lasse der Herr sein Antlitz ihm leuchten und sei ihm gnädig, in seinen Tagen strahle das Recht und leuchte die Wahrheit. Es ivende der Herr sein Antlitz ihm zu und gebe ihm Frieden, Frieden von außen und Frieden nach innen. Das walte Gott. Amen. Kleine Meden. - (Nachdruck verboten) IV. Das erste Buch der Thora. Rede, gehalten am 30. December 1892, beim Freitag-Abend-Gottesdienft. Morgen wird das erste Buch der Thora zu Ende gelesen. Wie jedes der übrigen vier Bücher hat es eine eigentümliche Bedeutung. Was ist nun die Bedeutung, welche dieses erste Buch auszeichnet? Das Buch Bereschit, so wird es genannt, bildet die Einleitung zum Judentum, ist die Vorhalle zum Glaubenstempel Israels. Schlagen wir es auf! Auf dem ersten Blatte finden wir die Schöpfungsgeschichte. Was ist der Zweck derselben? Will sie uns etwa mit den Gesetzen bekannt machen, nach welchen die Himmelskörper sich bewegen, die Meere ihren Lauf nehmen, die Pflanzen und Tiere sich entwickeln? Die Thora ist kein Lehrbuch der Himmelskunde oder der Pflanzen- und Tierkunde. Der Zweck unseres ersten Buches steht an der Spitze desselben, ist in den Worten enthalten: „Im Anfänge schuf Gott Himmel und Erde." Ein Gott, ein einziger Gott, keiner außer ihm und neben ihm, hat das Größte wie das Kleinste, den Soniienball, der das Weltall erleuchtet und erwärmt, wie die Rose und die Lilie, die unser Auge erfreuen, die Meeresungeheuer wie das flatternde Vöglein ins Dasein gerufen. Die Welt ist ein Ganzes, eine Einheit, zusammenhäiigend, ineinander greifend, innerlich auf's engste mit einander verbunden. Auch die Menschheit besteht nicht ans losen Bruchstücken, sondern ist ein Ganzes, eine Einheit. Wohl gibt es Racen und Stämme, wie Tierarten und Tiergeschlechter, dies aber verwischt nicht die Einheit der gesamten Menschheit. Ihr wahres Kennzeichen ist nicht die Zugehörigkeit zu einer Race oder zu einem Stamme, sondern das Menschliche, das Menschsein, das göttliche Ebenbild. Reich sind die Gaben, mit denen sie Gott ausgestattet hat. Ihr Haupt schmückt eine Weltenkrone, zu ihren Füßen liegt alles rings umher, ihrer Herrschaft ist das größte Reich unterworfen, sie ist den Engeln wenig nachgesetzt. An dem

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