Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1893)
- Date
- 1893-03-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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51 denn das Gericht ist Gottes Sache. Er läßt die Jugend im Geiste Gottes belehren und entsendet Männer von Geist und Herz nach allen Richtungen, damit sie dem Volke die Lehre des Lebens künden. Gleich diesem König ist auch unser geliebter Kaiser ans die Bildung der Jugend ernstlich bedacht und hält hoch das Recht und hält hoch die Mächte, welche berufen sind den Geist der Bildung, den Geist der Achtung vor Gesetz und Ordnung im Volke zu wecken und zu Pstegen. Und wenn auch widerstrebende Geister im Inneren unseres Staates wühlen, wenn auch manche Steine hinter den Furchen sich verbergen, die die Saaten drücken und das Wachstum hemmen, so wird es dennoch gelingen das Wachstum des Guten zu fördern und zu kräftigen, denn es ist der Wille, es ist die Absicht des Kaisers, es ist das Streben und Wirken seiner Räte, und Vertreter, es ist der Wunsch aller getreuen Unterthanen, das Vaterland groß zu machen, es zu gründen auf der unerschütterlichen Grundlage der Pflichterfüllung und des Rechtes. Und ein Schirmer des Friedens ist unser geliebter Kaiser. Schon bei seinen ersten Kundgebungen zeigte Wilhelm II., daß er von den Lehren besonnener Mäßigung, volksfreundlicher Milde, arbeitsamer Pflichterfüllung und beharrlicher Friedensliebe erfüllt sei. Dem Reichstage erklärte er bei seiner Thronbesteigung: Ich bin entschlossen nach außen hin Frieden zu erhalten mit jedem, so viel an mir liegt. Deutschland bedarf weder neuen Kriegsruhmes, noch irgend welcher Eroberung, nachdem es seine Berechtigung, als einige und unabhängige Nation zu bestehen, endgültig erkämpft hat. Angesehen nach außen und kräftig nach innen steht das Reich unter Kaiser Wilhelm II. herrlich und mächtig da und strebt den Frieden an und schreitet auf ruhmvoller Bahn mit der Leuchte des Wissens den Völkern voran. Hoffen wir, daß Friede auch im Inneren herrsche, nicht durch Bruderzwist entweiht, daß Eintracht fest Zusammenhalte, was einst vereint der blutige Streit. Zum Frieden nach außen, muß sich auch Einheit nach innen gesellen. Was macht denn eigentlich einen Staat, ein Volk wirklich glücklich? Nicht die Gewalt, die das Streben erstickt, sondern das Recht, das das Gute fördert, nicht die Gnade, welche Einzelne bevorzugt, sondern die Liebe, die Alle umfaßt, nicht der Zwang, der die Thatkraft lähmt, sondern die Freiheit, die den Geist beschwingt, nicht der Kampf, der die Kräfte aufreibt, sondern der Friede, der das Herz beglückt. An uns ist es Recht und Frieden mehren zu helfen im Lande, und wie es des Kaisers Wille ist durch die Segnungen des Friedens das Reich zu stärken und zu festigen, so muß unser Streben allezeit dahin gerichtet sein, durch die Entwicklung unserer geistigen Kräfte und durch die Ausbildung unserer Anlagen, durch Hebung und Mehrung unserer geistigen Schätze, das unsere zur Entwicklung des Ganzen beizutragen. Wenn vom Throne herab die Grundsätze des Rechtes und des Friedens verkündet werden, wenn in den Häuptern ein starker edler Sinn wohnt, dann zieht ein Hauch der Erfrischung und Verjüngung über alle Gefilde*des Staatslebens. Was hat unser Vaterland gerettet in den Tagen der Not, was hat es aus der Niedrigkeit erhoben auf die heutige Höhe der Macht und des Glanzes, auf den Standort, den es erstiegen, daß es allen Völkern voranleuchte in Thaten des Rechtes und des Friedens? Nichts anders, als die Hohenzoller'sche Liebe zur Pflichterfüllung als Hohenzoller'scher Rechtssinn und Hohenzoller'sche Friedensliebe. Nur wenn Fürst und Volk in redlichem Willen und in kräftiger That 5*