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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-03-01 · Heft 3 (1.3.1893) · p. Seite 50

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 3 (1.3.1893)
Date
1893-03-01
Page
Seite 50 (sequence 2)
Language
German
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50 Güter Deutschlands zu hüten und zu mehren, zu ihm, dem die Führung in der versittlichenden Arbeit unseres Volkes anvertraut ist. Zu unserem geliebten Kaiser, der das vielgestaltige Leben unseres Volkes umfaßt und darstellt, wollen wir heute verehrungsvoll aufblicken, der in Adel der Gesinnung, in Zielbewußtheit des Strebens, in Eifer der Pflichterfüllung und in Entschiedenheit der That »ns voranleuchtet, und ihn erkennen und preisen als den Hüter des Rechtes, als de» Schirmer des Friedens. Ja „Mischpat und Schalom" Recht und Frieden diese beiden Edelsteine im Sprachschatz des alten Gottesvolkes, in uiiumwvlkten Glanze funkelt das Feuer ihrer Strahlen von der Krone, die das Haupt unseres Kaisers und Königs schmückt. Ja unser geliebter Kaiser ist ein Hüter des Rechtes, und von ihm gilt der Satz des Sprnchdichters: der König durch Recht hält er aufrecht das Land (Spr. 29, 8). Das Recht zu wahren, zu hüten, zu erhalten, zu befestigen und zu kräftigen, ist unseres Kaisers Wunsch, Streben, Absicht und Ziel, seitdem er den Thron der Väter bestiegen und Recht ist und bleibt der Leitstern seiner Thätigkeit, die Seele und Säule seiner Handlungen. Das Recht ist der Boden aller Macht, und der Quell aller bürgerlichen Wohlfahrt. Nur der Staat in dem das Recht jedes Stammes und jedes Standes, jeder Nationalität und jeder Confessio», jeder Genossenschaft nnd jedes Menschen gewahrt, geehrt und hochgehalten wird, ist glücklich zu preisen, weil alle seine geistigen Kräfte zu gedeihlicher Entfaltung und Entwicklung gelangen können. Die Vernunft lehrt, die Erfahrung bestätigt, und die Geschichte bezeugt, daß ein Volk nur blühen kann, wenn Recht in seiner Mitte herrscht, und daß es seinem Verfalle entgegeneilen muß, wenn das Heiligtum des Rechtes entweiht und angetastet wird. Blicken wir hin in die Geschichte des Reiches der zehn Stämme, da lebte ein König, der den Gipfel der Macht erstiegen und von thörichtem Hochmute erfüllt war. In seinen Tagen gab es kein Recht und keine Gerechtigkeit, die Propheten, die Männer Gottes, ivnrden als staatsgefährlich verfolgt und aus dem Lande gewiesen. Religion und Vaterlandsliebe sanken damals zu hohlen leeren Worten herab und bildeten den Deckmantel niedriger Habsucht und gemeinen Eigennutzes. In jenen Tagen trat ein Gerichtshof zusammen, um einen unschuldigen Mann, der von Liebe zu Gott und von frommer Anhänglichkeit für seine Väter erfüllt war, auf die lügenhaften Aussagen von eigens hiezu bestellten falschen Zeugen hin, unter die Anklage zu bringen, er sei religions- und staatsgefährlich. Ja die Religion wird in jenen Zeiten der Deckmantel des Lasters, und Gottlose klagen einen Unschuldigen auf Gotteslästerung an und verurteilen ihn zum Tode. Und dies Alles nur um schnöden irdischen Besitzes willen, um einen Weinberg, unter dem Scheine des Rechtes, rauben zu können. Und die fromme Schaar der Vaalspriester, die sonst mit lauten Gebeten den Himmel stürmt, sie ist stumm und schweigsam. Das Recht war gewichen aus Israel, die Jugend wird zuchtlos und entartet gleich den Vätern, und der Staat eilt seinem Verfalle entgegen. Wie ganz anders der zeitgenössische König von Juda. Er schärft den Richtern seines Landes Liebe zum Rechte ein: Fürchtet Euch nicht vor Menschen,

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