Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1891)
- Date
- 1891-11-01
- Page
- Seite 262 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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, r>T ji- fr ■ - v\ : i-Jiyk. — 262 — Pseudo-Messias Sabbatai Zewi. — Der hervorragende englische Publizist, E. S. Lamin, schrieb in einem Aufsatz über die Lage der Juden in Rußland in der „Fortnightly Review": „Eine der Maßregeln, die man gegen die Inden angewendet hat, würde hinreichen, um drei Viertel aller Christen Rußlands in einer Woche zum Schamanentnm oder zum Buddhismus zu bekehren, und der Umstand, daß gegen sechs Millionen verfolgte und bejammernswerte Unglückliche standhaft und treu bei einer Religion ausharren, die ihr Leben in einen Feuerofen verwandelt, aber ohne den Engel, der Kühlung zuführt, kommt einem grandiosen Wunder gleich, das unser ungläubiges Zeitalter zu schauen gewürdigt worden ist." — Der Jahresbericht des „Judith-Montesiore-Seminars" für jüdische Rabbinatskandidaten der sephardischen Gemeinden in Kamsgate berichtet von der Erwerbung der berühmte» Bibliothek des verstorbenen Dr. Zunz aus 2000 Werken bestehend, sowie der Halberstamin'sche Sammlung von 412 Manuskripten. — Herr S. Audradc in Gambridge bringt die Abfassung eines englischen Bibelkommentars von jüdischer Seite in Anregung, damit die Inden dieselben Vorteile haben, welche den Christen durch die Cambridge-Bibel geboten wird — In London ist von Heine's Werken ein zweiter Band in englischer Uebersetzung erschienen. — Herr Konsul John Philipsohn, Direktor der Skandenawska-Bank in Uorköping ist als Senator in die erste Kammer gewählt worden. — Eine mit Berücksichtigung der russischen Verhältnisse höchst merkwürdige Nachricht wird aus Kopenhagen gemeldet: der Zar hat nämlich den dortigen Bürger, Herrn Samuel Gohen zuin russischen Vizekonsul ernannt. — Der Rabbiner in Venedig, Herr Leone Luzatto hat in dem ehemaligen Staatsarchive daselbst ein interessantes Dokument entdeckt. Dasselbe trägt das Datum vom 17. November 1718 und ist von dem Statthalter der Republik Venedig in Corfn, Antonio Loredan ausgestellt. In demselben heißt es. daß die Inden Korfus bei der Belagerung dieser Stadt durch die Türken emsig mitgeholfen haben, Schanzen graben, Kanonenkugeln herbeitragen re- Auch haben die Inden, trotzdem sie durch das Bombardement der Stadt stark in ihrem Handel und an ihrem Vermögen geschädigt wurden, der Republik Venedig dennoch 600 Goldgulden zu Verteidiguugszwecken vorgestreckt. Wenn dann die Belagerer einen Sturm unternahnien, da eilten auch die Inden mit ihren Waffen herbei, um zu helfen, den Feind zurückzuschlagen, wobei sie an ihre eigene Sicherheit gar nicht dachten. — In der National-Bibliothek zu Madrid befindet sich ein seltenes spanisches Manuskript „LI libro ilel rabbi Santob“, von dessen Existenz nur wenige europäische Gelehrte Kenntnis haben. Es besteht aus 626 Dichtungen über moralische Gegenstände und ist von dem Schreiber dem Castilianischen König Pedro dem Grausamen gewidmet. In einer dieser Dichtungen wird dem Könige gesagt, wie er sich die Liebe und Dankbarkeit seines Volkes erwerben könnte. Eine Kopie dieses Manuskripts existiert in der berühmten Bibliothek des Escnrial. — In Pisa starb am 4. August Herr Salvatore Drbenedetti, geb. 1820 in Navara. Er rvar Professor der hebräischen Sprache und Litteratur an der Königlichen Universität in Pisa. Er hat sich durch viele wertvolle Arbeiten ans dem Gebiete der jüdischen Litteratur ausgezeichnet. — Fräulein H. van Jtalie ist zur ersten Lehrerin an der staatlichen Elementarschule in Maastricht ernannt worden. — Der Kongreß orthodoxer Missionäre in St. Petersburg hat die Resolution gefaßt: „Die judaisirende Sekte der Schubotniki bringt der Familie und dem Staate großen Schaden." — In Wilna sind jüngst 16 jüdische Bethäuser auf Polizei-