Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1891)
- Date
- 1891-11-01
- Page
- Seite 261 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2969669-2969782-2969793--3376-2973281- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Dijon 1× ep/1044434
OCR text
er sich wieder begeben wird, für die Bibliothek ein wertvolles Buch von Vichy aus zngeschickt. Das Buch hat folgenden Titel: «Poesies Hebreico proven§ales du rituel israelite, traduites et transcrites par Se M. Dom Pedro II.“ — Herr Samuel Korb, Rabbiner in Nantes, der durch mehrere Jahre feine Muße den medizinischen Studien gewidmet hat, erhielt von der dortigen medizinischen Fakultät das Diplom als Doktor der Medizin. Herr Dr. Korb belebt aufs Neue die Tradition von kn jüdischen Aerzten im Süden Frankreichs währeild des Mittelalters, die gleichzeitig Theologen und Mediziner waren. — Der Rabbiner Herr Aron Person in Dijon wurde vom Präsidenten Carnot zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. — General Hinstin ist zum Gouverneur der Festung Derdun ernannt worden. — Bei dem jüngsten astronomischen Kongresse in Paris hielt Herr Dr. Morris Levi eine Rede über die Verbesserung des Telescopes. Auch Herr Sischofsheim sprach sich über diese Frage aus und haben die Teilnehmer des Kongresses die Vorschläge der beiden Redner angenommen. Herr Baron Edmund v- Rothschild hat zum Zwecke der Durchführung der Vorschläge, ivelche 1 Million Francs kosten, die von den Mittel der Universitäten bestritten werden sollen, 500,oOO Francs gespendet. — Zu Paris hielt unter dem Vorsitze des Herrn I. Gppert, Herr Rodocanachi einen Vortrag über die Beziehungen der Inden in Rom zum Papsttum. Daselbst hielt auch Herr Karl Söller, Mitglied des Kolonialrats, einen Vortrag über seine Streifzüge in Marokko und durch die Sahara, in welchem er die Leiden der Inden in Marokko schilderte. — Dem Präsidenten der französischen Republik, Earnot, wurde jüngst ein originelles Geschenk überreicht. Es war sein Bild in Federzeichnung. Bei näherer Besichtigung entdeckt man jedoch, daß die einzelnen Linien aus mikroskopisch kleinen Buchstaben bestehen, welche die hauptsächlichsten Reden und die Biographie Carnots enthalten. Das Kunstwerk entstammt der Feder des Schreibers Sofer. — Man berichtet aus Krülsel: Der belgische Bildhauer Eharles Wiener hat eine Denkmünze zur Erinnerung an das jüngste Bayreuthsest verfertigt. Eine Seite enthält das Porträt Wagner's, die andere die Hauptcharaktere des großen Komponisten, als: die Tochter des Rheins aus „Rheingold", Siegfried aus der gleichnamigen Oper, Tannhäuser, Tristan aus „Tristan und Isolde" und andere. Die Zusammenstellung dieser Gruppe bot große Schwierigkeiten, welche der talentvolle Künstler aber glücklich überwunden hat. Die geschmackvolle Medaille hat einen hohen Knnstwert. Ob wohl auch Wagner einen Juden verherrlicht hätte! — Der Prinz von Wales soll sich nach der Londoner „Pall Mall Gazette" nach eingehendem Studium der russischen Judenfrage in ausgedehnter großartiger Weise für die russischen Juden verwendet haben. Der englische Kronprinz und seine Frau hätten die ganze Frage mehr als einmal mit Herrn Arnold White durchgesproche» und demselben Empfehlungsbriefe an den russischen Hof mitgegeben. — Rev. Joseph Kühn Zedeü in London ist mit der Herausgabe einer Geschichte der Juden in England, die in hebräischer Sprache erscheinen soll, beschäftigt. — Von Herrn Professor Dnff erscheint demnächst ein Buch unter dem Titel „Alttestamentliche Theologie, oder die Geschichte der hebräischen Religion seit 800 v. d. ch. Z." Der I. Band, die Geschichte bis zu Josiah umfassend, erscheint demnächst. Band II wird mit dem Exil, Band III mit Alexander und Band IV mit dem Beginn der christlichen Aera schließen. — Unter dem Titel „Die Geschichte eines falschen Propheten" veröffentlicht Lady Magnus in der Julinummer von „Macmillan's Magazine" eine Skizze über den berüchtigten