Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1891)
- Date
- 1891-11-01
- Page
- Seite 258 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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betraut. — Aus München berichtet mau: Zum ersten Mal habe» bei den Bayerischen Manövern vor dem Kaiser deutsche aktive Offiziere jüdischer Konfession den Parademarsch ausgeführt. — Herr Generalmusikdirektor Hermann Levy in München ist bei Gelegenheit der Anwesenheit des Kaisers daselbst mit dem Rothen Adlerorden 3. Klasse dekoriert und von Sr. Majestät außerordentlich ausgezeichnet worden. — Von dem „Antisemitenspeigel" (Verlag von I. Kafemann, Danzig) ist die dritte Lieferung erschienen, welche weite Verbreitung verdient- Es wird in demselben auf Grund von Thatsachen mit ruhiger Objektivität der Kampf gegen den Antisemitismus geführt. — Im Verlage von Siegmund Wäger in Trier ist erschienen: Die jüdische Litteratur seit Abschluß des Kanons. Eine prosaische und poetische Anthologie mit biographischen und litteraturgeschichtlichen Einleitungen, herausgegeben von Rabb. Dr. I. Winter und Prof- Dr. August Wünsche. Das Werk wird in 18 Lieferungen von 5—6 Bogen ausgegeben. — Am 6. September waren es 25 Jahre, seitdem die neue Synagoge in der Oranienburgerstraße in Kerlin ihrer Bestimmung übergeben wurde und am 27. September wurde die Synagoge in der Lindenstraße eingeweiht. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Wagbaum, die Weihegebete verrichtete Herr Rabbiner Dr. Ungerlrider. — In Pforzheim ist der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt worden. — Am 18. September wurde in Gladenbach eine Synagoge eingeweiht. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Munk aus Marburg. — Dem Sanitätsrat und Privatdozenten au der Universität zu Leipzig, Herrn Dr. Livins Fürst, der auch durch jüdisch-wissenschaftliche Aufsätze bekannt geworden, ist der Rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen worden. — Die Herren Rechtsanwälte Gantorowih in Koschmin und Köhm in Krieg sind zu Notaren ernannt worden- — Dem Präses der israelitischen Gemeinde in Gstromo, Herr David Goldstein ist von Sr. Majestät durch Allerhöchstes Patent vom 27. Juli der Charakter als „Oekonomie-Kommissionsrat" verliehen worden. — Der Großherzog hat dem außerordentlichen Professor Hofrat Dr- Moos au der Universität Heidelberg den Charakter als Honorarprofessor verliehen. — Herr Präger, der verdienstvolle Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Kgbnib, ist zum Ratsherrn erivählt und in dieser Würde von der Regierung bestätigt worden. — Seine Königliche Hoheit Prinzregent Luitpold von Bayern hat der israelitischen Präparandenschule in Höchberg unter dem Namen „Lazarus-Ottensoser Stiftung" die Allerhöchste landesherrliche Bestätigung als öffentliche Stiftung ertheilt. — Von großer Wichtigkeit dürfte eine jüngst erlassene Ministerial-Verordnung sein, wonach vom 1. April 1892 ab die deutsche Sprache nun auch für die Kultusbehördeu Elsaß-Lothringens die obligatorische sein wird. Von dem genannten Tage ab haben sämmkliche Kirchenräte, Presbyterialräte und Synagogen-Verwaltungen, sowie die Verwaltungskommissionen der kirchlichen Unterrichtsanstalten ihre amtlichen Schriftstücke, insbesondere die Protokolle, Beschlüsse, Verfügungen, Etats, Rechnungen und Register in deutscher Sprache abzusassen. — Das Luxemburger Amtsblatt veröffentlicht die Ergebnisse der letzten Volkszählung. Danach sind unter einer Gesammtbevölkernng von 211,088 Seelen 1009 Juden. — Am 5. August tagte in Heilbronn die israelitische Lehrerkonferenz Württembergs. Herr Schmal ans Ludwigsburg sprach über „die Fortbildung der Israeliten." — Am t6. August hielt der Verband der Synagogen-Gemeiuden Westfalens in Kielefeld seine ztveite ordentliche Ausschnßsitzung unter Vorsitz des Herrn M. Katzenstcin ab. Herr F. Goblen; berichtete über die Thätigkeit des