Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-11-01 · Heft 11 (1.11.1891) · p. Seite 257

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 11 (1.11.1891)
Date
1891-11-01
Page
Seite 257 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2969669-2969782-2969793--3372-2973277
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

257 wandeln in den Wegen Gottes und folgen der Lehre der ewigen Wahrheit und erkennen unsere höhere Bestinimung als Menschen, unsere geistige Würde und Hoheit, in der die Herrlichkeit des Ewigen sich uns offenbart, das himmlische göttliche Licht. W o n a t s s ch a u. Man schreibt uns: Am 7. September starb in München unser verdienter Lehrer Herr Prof. Dr. Heinrich Gräh — gebam 31. Oktober 1817 zu Xions — woselbst er nach dem Kurgebrauche zu Karlsbad, zum Besuche bei seinem Sohne weilte. Sie haben Ihrer Verehrung für den großen Mann bereits früher beredten Ausdruck geben lassen, indem Herr Dr. Rippner anläßlich seines siebzigsten Geburtstages, an welchem der Mendelssohn-Verein in Frankfurt a. M. ihn zum Ehrenmitgliede ernannte, sein Leben und Wirken ausführlich geschildert hat. Ich behalte mir vor, über das Leben und Wirken unseres durch Adel des Geistes und des Herzens gleich ausgezeichneten Lehrers in den Monatsblättern noch ausführlicher zu sein und will mich heute nur kurz fasse». Graetz war einer der bedeutendsten Männer, die je im Jndentume erstanden und bleibt sein zwölfbändiges Geschichtswerk für ihn ein ewiges Denkmal, dessen Schlußstein seine Persönlichkeit selbst bildet, die vom Strahlenkränze unverwelklicher Verdienste umflossen ist. Wir Schiller verdanken dem Heimgegangenen das Beste, ivas wir besitzen und sein Andenken wird in unserer Mitte stets ein gesegnetes bleiben, >vie man denn auch überall bei Gelehrten und Laien, wo Jndentnm und jüdisches Wissen noch gepflegt werden, zu ihm stets mit Ehrfurcht und Bewunderung aufblicken wird, als dem Meister, der unser Stolz und unsere Ehre gewesen. Sein Leichenbegängnis fand am 10. September in Sreslan statt. Es waren seine Schüler auch aus weiter Ferne herbeigeeilt, um dem großen Lehrer die letzte Ehre zu erweisen. Die Herren Rabbiner Dr. Kosenthal, Dr. Kofin, Rabbiner Dr. Maybaum, Prof. W. Sacher und Dr. Waller sprachen an seinen« Sarge Worte ehrender Anerkennung. Möge die Familie Trost in dem Gedanken finden, daß an dem frischen Grabe des großen Toten die ganze Judrnhcit als Leidtragende stehet. Das Andenken des Gerechten bleibt ein Segen! — Man berichtet uns: Am 2. September starb Herr Rabbiner Dr. Wedell in Düsseldorf, geboren am 4. Juni 1844 zu Posen. Genieinde, Stadt und «veitere Kreise betrauern den Heimgang des edlen Mannes, der seine ganze Kraft in den Dienst humanitärer Bestrebungen stellte und sich um die Erziehung der jüdischen Jugend zum Handwerk unsterbliche Verdienste erworben hat. Die Herren Rabbiner Dr. Auerbach aus Elberfeld, Dr. Horowitz ans Crefeld und Dr. Frank aus Cöln gaben den Gefühlen der Trauer tiefempfundenen Ausdruck. — Ain 9. September starb ii« Kerlin Frau Sophie Kitter, die Frau des verstorbenen Predigers an der Reforingemeinde daselbst. — In Leipzig starb Herr Lonis Kernays, der jüngste Sohn des sel. Chacham Bernays a««s Hamburg, ein durch talm««dische Kenntnisse u««d d««rch Wohlthätigkeit ausgezeichneter Mann. — In Ezarnikau starb der dortige Rabbiner Herr Dr. Popper. — Herr Dr. Iosephsohn ist in Lauenburg zum Rabbiner gewählt «vorder« — Mit der Berivaltung des Rabbinates in Kroinberg «vurde Herr Dr. Walter, ein Zögling des Breslauer Rabbiner-Seininars provisorisch 22

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.