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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-11-01 · Heft 11 (1.11.1891) · p. Seite 259

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 11 (1.11.1891)
Date
1891-11-01
Page
Seite 259 (sequence 19)
Language
German
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259 Vereins und teilte mit, daß fiir diejenigen Gemeinden, welche eines geprüften Kultusbeamten und Religionslehrers, und mithin auch eines geordneten Religionsunterrichtes entbehren, die Abhaltung von deutschen gottesdienstlichen Vorträgen durch sogenannte Wanderprediger, sowie die Verteilung geeigneter Erbauungsschriften mit Erfolg eingeführt wurde. — Nach dem einunddreißigsten Jahresberichte der „Jsraelitschen Waisen-Erziehnngsanstalt für Knaben und Mädchen aus Westfalen und Rheinland wurden Mk. 31164,40 eingenommen und Mk. 24,810,6t verausgabt. — Der Landesverein znr Erziehung israelitischer Waisen in Saden hat Mk. 35 338 eingenommen und Mk. 24 847 verausgabt. Die Zahl der zu versorgenden Waisen stieg von 17 auf 33. — In Nauheim ist eine jüdische Kinderheilstätte eröffnet worden. — Bei der fünfzigjährigen Jubelfeier wurde in der Rnhrorter Synagoge eine Ehrentafel mit den Namen aller Gründer des Gotteshauses aufgestellt. — In Kybnilr soll ein israelitisches Waisenhaus für Oberschlesien errichtet werden. Der dortige Syuagogeuvorstand besitzt hierfür schon Mk. 25,000. Ein reicher Freund des Unternehmens schenkte den Bauplatz und Mk. 20,000 Baugeld. — Man berichtet: Der Gemeinderath in Ulm hat der „Ulmer Schnellpost" wegen ihrer antisemitischen Agitation den Titel „Städtisches Amtsblatt" entzogen. — Auf dem jüdischen Friedhofe zu Uonnenweier wurden sieben Grabsteine frevelhaft umgestürzt — Herr Bankier Samnel Frankel in Uordhanfen hat aus Anlaß der Feier seiner goldenen Hochzeit der I. Plaut-Stiftung daselbst 20,000 Mk. zugewiesen. Die betreffende Stiftung ist im Jahre 1879 mit einem Kapital von 300,000 Mark ins Leben gerufen worden. — Am Schlüsse des Jahres 1890 bestanden in Derlin 352 Lehranstalten gegen 349 Ende 1889, und zwar 270 öffentliche und 82 Privatschulen inkl. 2 jüdischen Schulen. In Bezug auf die konfessionellen Verhältnisse sind in Berlin Ende 1890 eingeschult gewesen 195,790 evangelische, 13,011 katholische, 12,176 jüdische, 739 dissidentische Kinder. — Unter den Astronomen, welche zur Beobachtung von Schwankungen der Erdachse eine Expedition nach Honolulu auf Staatskosten unternehmen, befindet sich auch der Assistent der Berltner Sternwarte, Herr Dr. Warrnfe. — Bei der Stiftungsfeier der Universität Derlin wurde die Erteilung des einen, von der medizinischen Fakultät ausgesetzten Preises an die Arbeit des cand. med. Derwarth Kornblum in Berlin verkündet. — Die Gesellschaft znr Beförderung des Christentums unter den Juden hielt in der Dreifaltigkeitskirche in Derlin ihr Jahresfest ab. Jusgesammt wurden im letzten Jahre 10 Juden zum Unterricht zugelassen; zwei davon mußten wieder entlassen werden, einer verließ Berlin. Getauft tvurden sieben, vier Männer und drei Frauen. Die Redner des Festes bekämpften sämmtlich den Antisemitismus aufs Schärfste. — Das Berliner Konsistorium will mehrfach wahrgenommen haben, daß die Vorschriften, betreffend das Verfahren bei Proselyten-Taufen, den Geistlichen der Provinz nicht bekannt sind. Es erinnert daher in seinen „Amtlichen Mitteilungen" daran, daß die Verordnung vom 29. März 1825 noch in Kraft besteht und zu. befolgen ist, wonach zur Taufe von Proselyten aus dem Judentum vorher die Genehmigung des Konsistoriums seitens der taufenden Geistlichen einznholen und nach geschehenem Taufvollzug Bericht darüber an dasselbe zu erstatten ist. Mau hat offenbar mit dem „Material" recht schlechte Erfahrungen gemacht. — Herr G. Schulze aus der Altmark sprach in der evangelisch-lutherischen August-Konferenz in Derlin „über die Herrlichkeit der heiligen Schrift als Offenbarung Gottes". Bei der Besprechung der von ihm aufgestellten Thesen warnte

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