Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1891)
- Date
- 1891-11-01
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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247 - harter Kampf, und ist der Haß der Sauerteig Eures Lebens, der allein ihm Würze giebt, so haßt, was hassenswürdig ist: Falschheit, Selbstsucht, Lug und Trug. Die Verfolgung, welche die Juden jetzt zu erdulden haben, ist keine neue Erscheinung; sie hat nur ein halbes Jahrhundert geschlummert und sich neuerdings wieder aufgerafft im letzten Kanipfe des Todes. Die Flamme des Hasses lodert noch einmal hell auf, um daun auf ewig zu erlöschen. Das tröste die Leidenden. Shakspeare und seine Schwester Erfahrung sprechen: Vor der Genesnug einer heftigen Krankheit, Im Augenblick der Kraft und Besserung, ist Am heftigsten der Anfall; jedes Nebel Das Abschied nimmt, erscheint am übelsten. Iur Geschichte des Mischen Schulwesens mit besonderer Merückslchtigung des Leseunterrichtes. Vortrag, gehalten in« Kreise der isr. Religivuslehrer in Wien, von Rabbiner L. Wollner. Die Errichtung von Kinderschulen im jüdischen Altertum für den gemeinsamen Unterricht der Kinder der Ortsangehörigen war erst eine nachbiblische Schöpfung, im biblischen Altertum kommt hievon noch nichts vor. Der Kinderunterricht wird zwar an mehreren Stellen in der Bibel zur Pflicht gemacht; aber derselbe wurde von dem Vater oder von andern Familienangehörigen ertheilt; jeder Vater war verpflichtet für den. Unterricht seiner Kinder Sorge zu tragen (5. M. II, 19.) Hatten die Leviten, die Priester, die Propheten auch die Pflicht, die Ausbreitung der Gesetzeskunde und, der Lehre zu besorgen, so war dies doch nur für Ewachsene, eigentliche Kinderschulen gab es nicht. Wohl versetzt die Agadah die Errichtung von Schulen schon in das graue Altertum, in die Zeit der Patriarchen. Sem, der Sohn Noas soll der erste gewesen sein, der eine Unterrichtsschule stiftete, worin hauptsächlich die Einheit Gottes gelehrt wurde. Sein Urenkel Eber hat sie fortgepflanzt, und noch Jsak habe dort Unterricht erhalten, da ihn Abraham, nach dem er vom Berge Moriah gekommen, zu ihm geschickt haben soll. Auch Jakob sei auf seiner Flucht vor Esau dahin gegangen und habe sich bevor er zu Laban gekonimen, vierzehn Jahre daselbst aufgehalten (S. Rab. 1. M. Absch. 68.). Zur Bibelstelle (1. M. 25, 22.) „Rebekka ging Gott zu befragen," bemerkt der Midrasch (Jalk. z. St.). Hat es denn schon zu dieser Zeit Gotteshäuser gegeben? das wohl nicht, aber sie ging i» das Lehrhaus des Sem und Eber. Doch das sind nur agadische Reflexionen, die keinen geschichtlichen Hintergrund haben. Erst dem zweiten jüdischen- Staatsleben in Palästina war die Gründung von Kinderschule» Vorbehalten. Im Anfänge des letzten Jahrhunderts von der j. Zeitr. hat der Synhedrialpräsident, Simon ben Schetach, in Betracht der Unvollständigkeit des Jugendunterrichtes durch die Eltern und der fälligen Ermanglung desselben bei< verwaisten Kindern die Bestimmung getroffen, daß die Kinder den Unterricht