Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1891)
- Date
- 1891-11-01
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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246 Stein, der im Magen der Inden läge und man müsse ihn tot machen, um den Stein herausznhole». Aber um des Hiniiiielswillen, was gehe» Sie die jüdischen Magenbeschwerde» an? Fährt der Rabbinisinus seine Anhänger zu Verbrechen, die kein Strafgesetz verhindern oder erreichen kann? Daß ich nicht wußte- Jene Albernheiten — wie Sie dieselben zn nennen pflegen — sind nicht so gefährlich, ja soviel ich davon verstehe, ganz harmloser Art- Außerdem ist der Talmud heutzutage nur einem verschwindend kleinen Rest der Judenheit bekannt, und was man nicht kennt, danach vermag man auch nicht zn handeln. Böckel: Das Gesalbader macht mich noch rasend. Zum Schlüsse noch einige Pröbchen aus dem Talmud — Euch zur Kurzweil — die ich dem Eisenmenger entnommen. Folgende Fragen wirft der Talmud auf: Wie viel hat Adam vom Apfel seiner Gemahlin bekommen? Darf das Ei, welches die Henne am Festtage legt, auch genossen werden? In welcher Stunde, Minute u s. w. wird das jüdische Volk seine Selbstständigkeit verloren haben? Viele derartige Fragen vermöchte ich noch vorzulegen, doch bei diesen möge der Blödsinn sein Bewenden haben. Börne: Ich bin so glücklich, Ihre Fragen beantworten zu können. Wie viel Adam vom Apfel seiner Frau bekommen hat? Ich sehe in diesem Zweifel von Seiten der Herren Rabbinen nichts, als zugleich eine Artigkeit und eine Satyre- Wäre es nicht höchst grob gewesen, wenn sie geradezu gefragt hätten, ob das Weib oder der Mann verdorbener sei? Mit der Größe des Äpfelbisses steht ja bekanntlich die Sündhaftigkeit in Verbindung. Sie frugen also verblümt. Ich gebe folgende gerechte Entscheidung. Adam hat zwar die größere Hälfte bekommen, da aber Eva den Apfel etwas dick geschält und die Schalen nebst den Kernen, die sie aus zarter Aufmerksamkeit herausgenommen, allein gegessen hat, so kommt es auf eins heraus. Zur Frage: Was das Ei und die Henne anlangt, sage ich auch: Was haben die Rabbinen sich eigentlich um ungelegte Eier zu kümmern? Aber man muß nicht voreilig sein. Vielleicht waren damals die Hühner der orthodoxen Juden so fromm als ihre Herren und gackerten am Samstag nicht! Wenn es eins aber doch that, dann war das Ei ein Werk der Sünde und man konnte vernünftige Zweifel haben, ob man es essen dürfe oder nicht. Und endlich ans die Frage: Wann die Selbständigkeit der Juden erloschen sein wird, gebe ich den Bescheid, daß das jüdische Volk ganz genau in der Sekunde seine Selbständigkeit verloren haben wird, wo es aufgehört, sie zu verdienen. Böckel: Das ist denn doch zn arg. Gegen Wahnwitz kämpft selbst meine Vernunft vergebens. Wenn Ihr ans meiner Rede nicht ersehen, daß die Juden allen Lastern fröhnen, zn jeder Schlechtigkeit fähig sind, und uns daher die Selbsterhaltnng gebietet, sie aus unserem Vaterlande 51t vertreiben und womöglich abzuschtachte», der ist kein echter Antisemit, der ist kein Böckelianer, dem ist dann überhaupt nicht zu helfen. Börne: In den Köpfen einiger Anwesenden, hoffe ich, wird es zu tagen beginnen. So höret noch, bevor ich für immer in mein Grab znrückkehre, mein Testament: Ich liebe nicht den Juden, nicht den Christen, weil er Jude oder Christ, ich liebe sie nur, weil sie Menschen ilnd zur Freiheit geboren sind. Freiheit war von jeher die Seele meiner Zunge und meiner Feder. Liebet und vereinigt Euch; doch müßt Ihr hassen, als ob das Dasein nicht ohnehin ein