Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1891)
- Date
- 1891-11-01
- Page
- Seite 245 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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um nichts von den Alten entlehnen zu müssen; wir anderen armen Teufel aber sind oft genötigt, von Griechen und Römern zu borgen. Böckel: Phrasen, nichts als Phrasen. Der Handel liegt ausschließlich in den Händen der Inden, wenn auch nicht zu leugnen ist, daß hin und wieder die Christen ein profitables Geschäftchen machen, doch gewöhnlich in Gemeinschaft mit einem Inden, den sie ins Vordertreffen schicken. Unter 100 Blutsaugern aber sind 99 sicherlich Juden. Börne: Aus diesem wichtigen Geständnis folgt, daß es doch auch Christen gibt, welche Blutsauger sind und daß Christen die Juden zur Teilnahme an Wuchergeschäften verleiten, weil sie zu edel sind, um sich selbst bloß zu stellen. Ihr meint und sprecht, die Inden wären die Priester Merkurs und steckten die Opferpfenuige ein. Nun, wenn auch, dann sind sie schlauer als Ihr, aber nicht verderbter. Nicht der Priester, die Anbetung schafft den Götzen. Böckel: Nichts als Sophismen, die keine Beachtung verdienen. Ich muß mich eilen, sollen noch einige Punkte meines Programmes besprochen werden. Die Inden haben nichts Geringeres im Sinne, als sich zu Herren der Welt aufzuwerfen; sogar nach Fürstentiteln steht ihr Sinn- Börne: Wenn die Juden erst regierende Fürsten aufzuweisen haben werden, dann bedürfen sie auch der Ratgeber, und des ersten jüdischen Fürsten erster Minister wird zuverlässig, der große Politiker und Weltbeglücker Böckel werden. Böckel: Fades Geschwätz. Die verschiedenen Diebsschlüssel, mit deren Hilfe das spitzbübische Judeutnm die Pforten der Fürstenhäuser aufzuschließen gedenkt, sind zunächst die modernen Tempelvereine, die Reform, welche mit Umsicht, Besonnenheit und aller Ueberlegung vorwärts schreitet und so das Formelle und Veraltete beseitigt. Auf diese Weise gibt es für das Judentum mehr Proselyten in einem Jahre, als es durch alle Zeiten hindurch für das Christentum gegeben hat. Börne: Ich habe hierüber weiter nichts zu bemerken, als daß sich die Juden das sollen gesagt sein lassen; man muß von seinen Feinden Nutzen ziehen. Böckel: Die ferneren Stufen zum fürstlichen Throne sind Besitz und Redaktion zahlloser Zeitungen und Zeitschriften; Direktion der Schauspiele; Eigentum des Buchhandels, jüdische Konsistorien u. dgl. mehr. Börne: Sie sind etwas hypochondrisch und sehen alles durch eine schwarze Brille. Mit der geistlichen und weltlichen Herrschaft des Judentums hat es in den ersten hundert Jahren noch keine Not. So lange es Staatspapiere giebt, mag der Hohepriester sein Schivert in der Scheide lassen. Und was das Rauchfaß betrifft, so kann der Hohepriester räuchern, so lange er Lust hat. Die Juden lassen sich keinen blauen Dunst vormachen. Man haßt die Juden, nicht, weil sie es verdienen, sondern weil sie verdienen. Böckel: Ich hasse die Neformjuden, doch des rabbinischen Judentums vermag ich nur mit äußerstem Grimm zu gedenken. ' Börne: Daß Sie auf das rabbinische Judentum wütend sind, glaube ich Ihnen gerne; aber warum sondern Sie das rabbinische Judentum nicht ganz und gar von den Juden ab? Das rabbinische Judentum hat, wie sie angeben, kein Äuge zn weinen, kein Herz, das gekränkt, kein Fleisch, das verwundet, keine Ehre, die verletzt werden kann. Dieses mögen Sie nach Herzenslust verfolgen. Aber der wirklich lebende Jude hat Auge, Herz, Fleisch und Ehre, welche Menschlichkeit zu schonen gebietet. Sie sagen, der Talmud sei ein harter, unverdaulicher