Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1891)
- Date
- 1891-10-01
- Page
- Seite 239 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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- 239 — in Zudapesi gewählt. — Am 17. Juli wurde iu Grdenbnrg eine Synagoge eingeweiht. — Herr Dr. Isidor Danmgarten, Vicestaatsanwalt iu Sndapest, einer der berühmtesten Juristen Ungarns, tritt von seiner bisherigen Stelle zurück und kommt mit dem Range eines Richters ins Justizministerinm. — Bei der in Prag abgehaltenen, von nahezu 9000 Theilnehmern besuchten Versammlung czechoslavischer Lehrer ans Böhmen, Mähren und Schlesien wurde einstinimig eine Resolution gefaßt, deren vierter Absatz in wörtlicher Uebersetzung also lautet: „Den Bedürfnissen der czechischen Ration kan» nur eine solche öffentliche Schule entsprechen, welche den Bekennnern aller Glaubensbekenntnisse gleich zugänglich ist und welche gegenüber allen Glaubensbekenntnissen gleich gerecht ist, was einzig und allein der durch die Staatsgrnndgesetze gewährleisteten Glaubens- und Gewissensfreiheit entspricht". — Da man von hebräischen Zeitungen ge-. wöhnlich nicht einmal Kenntnis hat, geschweige denn Näheres über sie weiß, so wird folgendes Detail interessieren. Die in Warschau erscheinende hebräische politische Tageszeitung „Hazefirah" zählt 20000 Abonnenten. Die polnischen Zeitungen „Cz as" und „Reforma" haben nur 12.000, resp. 8000 Abonnenten. — Der durch die Entzifferung der Keilinschristen in den weitesten Kreisen rühmlichst bekannte Professor Gppert wurde vor einiger Zeit zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften ernannt. Als er hierauf den üblichen Besuch bei dem Minister abstattete, begrüßte ihn der Letztere mit den Worten: „Herr Professor, Sie sind doch gewiß getauft?" Darauf erwiederte Oppert: Ich bin nicht nur nicht getauft, sondern ich hänge mit aller Liebe und Treue, deren meine Seele fähig ist, an der Religion nieiner Väter. " Der Minister bemerkte hierauf, daß er seine Gesinnung sehr hochachte und daß es ihn innig freue, wenn die Männer der Wissenschaft'zugleich „Männer" seien. — Die französische Akademie hat den halben Preis Blondin (1500 Fr.) dem Werke Theodor Reinach's („Mithridates, König von Pontus") zuerkannt. — In einem Artikel des „Temps" vom 25. Juni mit der Ueberschrist ,,J. J. Ilonseau, le due cV Albe et les medecins“ wird erwähnt, daß die Herzogin von Alba unter den Dokumenten des 16. Jahrhunderts eine Mitteilung eines jüdischen Arztes und eines häretischen Franzosen gefunden habe, welche die Möglichkeit und Nützlichkeit eines Canalbaues durch die Landenge von Suez beweisen, um dem Handel einen direkten Weg nach Indien zu erschließen. — Eine junge russische Jüdin Mdll. Debruskin, erhielt in Paris das Diplom als Doktor der Medizin. Mdll. Debruskin, die erst 24 Jahre alt ist, machte ihre ersten Studien zu Tschernigoff in Rußland, wo sie für ihre Fortschritte mit einer Medaille ausgezeichnet wurde. Gegen Ende des Jahres 1884 brachte sie ihr Vater nach Paris, und hier besuchte sie dann in der eifrigsten Weise die Kurse an der medizinischen Fakultät. Gegenwärtig praktiziren als Aerzte sechs jüdische Damen in Paris, die alle von.Geburt Nussinen sind. — Am 21. August feierte Herr Prof. Derenbourg in Paris seinen achtzigsten Geburtstag. — Die „Croiz" in Delfort schreibt. „Wir haben hier einen jüdischen General-Schatzzahlmeister, einen jüdischen Steuereinnehmer, einen jüdischen Ober- und einen jüdischen Unterarzt im Militärspital, einen jüdischen Artillerie-Oberst, einen jüdischen Obmann des Velocipedisten-Klubs, einen jüdischen emeritirten Schatzmeister, einen jüdischen Lehrer. Nebenbei bemerkt, gehört Herr Ardisson, unser früherer Präfekt, gleichfalls dem Judentnme an. Zum Nachfolger des Gouverneurs von Belfort ist der Jude Levy bereits ernannt, nicht zu vergessen, daß der neue Polizeikommissar Gerschall auch Jude ist. — Der Augustinermönch Pio Edgardo, welcher am 27. Juni 1857 als Knabe