Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1891)
- Date
- 1891-10-01
- Page
- Seite 236 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Königlichen Museen als Geschenk übergeben hat mit der ausgesprochenen Absicht, durch dies« Gabe die orientalischen Studien in Deutschland auch nach der Seite der Altertumskunde Arabiens hin zu fördern. — Die seit etwa 50 Jahren in Rödelheim bestandene Firma I. Lrhrberger & Eie., Hebräische Buchdrnckerei und Verlagsbuchhandlung löst sich auf und die beiden derzeitigen Inhaber, die Herrn Meier und Siegfried Lehrberger werden Jeder auf eigene Rechnung eine hebräische Buchdruckerei und Verlagsbuchhandung am dortigen Platze etabliren. Die altrenommirte Druckerei wurde vor etwa 75 Jahren von Baruch Baschwitz begründet und wurde der rühmlich bekannte Orientalist Wolf Heidenheim später Theilhaber derselben. Nach dem Tode Heidenheims, dessen Grab sich auf dem alten jüdischen Friedhof in Rödelheim befindet, ging die Druckerei in den Besitz der Herrn Lehrberger und Marx über. Nach deni Tode des Letzteren und Abfindung von dessen Erben wurde I. Lehrberger alleiniger Eigenthümer. Das Grab Heidenheinis ist gänzlich verfallen und die Schrift auf dessen Grabstein kaum zu entziffern. Vielleicht finden sich Verehrer und Freunde des großen Gelehrten bereit, durch Beitrüge die Grabstätte in würdiger Weise wieder herzustellen. — Der zuin Direktor der Drnckschriften-Abteilung der Kgl. Bibliothek zu Berlin ernannte Dr. G. v. Gebhard, führte sich in die Wissenschaft durch seine Ausgabe des Oratzous Venetus ein, die 1875 herauskam. Unter dem Namen Graecus Venatus geht eine nur in einem Exemplare vorhandene griechische Uebersetzung des alten Testamentes (dasselbe ist Eigenthnm der Sauet Marcus-Bibliothek in Venedig) um, die nach Franz Delihsch's Annahme im 14. Jahrhundert von einem gelehrten Juden, Elisa mit Namen, der am Hofe des Sultans Murad I. zu Adrianopel lebte, gefertigt ist. Von diesem Codex" gab es bisher nur eine und zwar nur sehr fehlerhafte Ausgabe von Villoison und Ammon. Gebhard nun besorgte eine neue, wobei er alle die Sorgfalt aufwandte, die sonst Philologen gemeinhin nur für Reliquien des classischen Altertums hegen. Wichtig waren auch die neuen Erkenntnisse, die Gebhard zur Geschichte der Handschrift beibrachte, vor allem der eine Nachweis, daß der Codex zu einem Teile von dem Verfasser der Uebertragnng selbst geschrieben ist. — Anläßlich der Ausstellung des heiligen Rocks in Trier erinnert ein französisches Blatt daran, daß in Frankreich in der Kapelle zu Argenteuil gleichfalls ein heiliger Rock verwahrt werde. Der heilige Gregor von Tours erzählt, die Jünger Chr. hätten dessen Rock den Häschern abgetanst und in einer Kirche verborgen, von wo ein Jude, Namens Simeon, das Kleidungsstück anläßlich eines feindlichen Einbruchs nach Kleinasien brachte. Von Jaffa aus soll die Relique als Geschenk der Kaiserin Irena an Karl den Gr. nach Frankreich gekommen sein, der sie im Jahre 800 dem Kloster zu Argenteuil gespendet hat. — Im jüdisch-wissenschaftlichen Vereine, den Studenten der technischen Hochschule in Dresden begründen haben, herrscht ein sehr reges Leben. Es wurden in denselben bereits mehrere Vorträge gehalten. — Frau Baronin v.Korff, eine Tochter Meyerbeers, hat dem Berliner Jnstrumentalmuseum verschiedene Werthgegenstünde ihres Vaters geschenkt, darunter ein Piano, welches Meyerbeer auf der Reise mitführte und das Oelbild desselben, das den siebenjährigen Komponisten am Klavier sitzend, darstellt. Der 100jührige Geburtstag Meyerbeer's wurde am 5. September gefeiert. — Wie jetzt bekannt wird, ging der Dichter Gskar Kedwih in seinem letzten Lebensjahre mit dem Gedanken um, ein größeres Drama zu schreiben. Der polnische Jude und der polnische Adelige sollten in diesem Drama aufeinandertreffen, die antisemitische Richtung scharfe Geißelhiebe empfangen und der Wahlspruch; „Der Menschheit Höchstes