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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-10-01 · Heft 10 (1.10.1891) · p. Seite 235

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 10 (1.10.1891)
Date
1891-10-01
Page
Seite 235 (sequence 19)
Language
German
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235 — „Monatsblätter" hat wegen vorgerückten Alters sein Amt als Rabbiner von Alzey niedergelegt um seinen Wohnsitz in Snrtfcheid-Aachen zn nehmen. Die Handlungsweise des Vorstandes der jüdischen Gemeinde in Alzey gegen einen der verdientesten Rabbiner Deutschlands, der über 33 Jahre dort eine segensreiche Wirksamkeit entfaltet und seine Kräfte im Dienste anfgebrancht hat, zu der die Genieindeniitglieder geschwiegen haben, zeigt von neuem, daß nian auch in intelligentwollenden Kreisen nicht nur für die verdienten Männer im Judentum kein Verständnis besitzt, sondern ihrer aufopfernden Hingabe an die Sache des Judentums noch mit schnödem Undanke begegnet. Daß HerrDr. Rothschild nach einem solchen unerhörten Vorgehen seiner Gemeinde dieselbe ohne Abschiedsrede verlassen, war völlig am Platze. — Eine Gedenktafel für Heinrich Heine wird iil den nächsten Tagen auf dein Oberland der Insel Helgoland in dem Restaurant „Zur schönen Aussicht" angebracht werden. Die ans Marmor gefertigte Gedenktafel wird dem Dichter von dem jetzigen Besitzer des Restaurants, Herrn Heinrich Gehlke gewidmet. — Die Briefe Heinrich Heine's an seine in Hamburg wohnende Schwester, Frau Embden-Heinr, werden jetzt von der immer noch geistig frischen und körperlich verhältnißmäßig noch sehr rüstigen alten Dame zur Herausgabe vorbereitet. Das Wenige, was bis jetzt aus ihnen bekannt geworden ist, läßt eine Veröffentlichung erwarten, die den Dichter von der liebenswürdigsten Seite zeigt.—Zur Uotiz für Freunde der Allianz teilt man uns mit: Ans dem Drnckschriftenbestande des Berliner Bureaus der allgemeinen israelitischen Allianz (Berlin C., Nene Friedrichsstr. 9 bei Herrn Croner, stehen von den Allianz-Berichten vollständige I a h r e s re i h en (zum Teil von 10 Jahren und noch mehr), sowie E i n z e ljahre Jedem zur Disposition, der von der Allianz Kenntnis nehmen oder solche verbreiten möchte; ebenso den Lokalcomitös, Gemeindebibliotheken und ähnlichen Instituten zur etwaigen Ergänzung ihrer Sammlungen. Ans dein Bureau erfolgt die Zusendung — im Interesse der Allianz — gratis und portofrei. In dem Bestände sind auch der 25jährige Jubelbericht der Allianz (und zwar die Berliner Ausgabe, — die vollständige Wiedergabe des Originalberichts mit einer Karte der Allianzschulen), sowie sonstige die Allianz betreffende Schriften (Dr. S. Neumann, „die neueste Luge über die israelitische Allianz;" Dr. Silberstein, „unsere Allianz;" Oppenheim „die Judenverfolgungen in Rumänien;" die Londoner Rathhausversammlung für die russischen Inden 1881. Bericht des Berliner Lokalconiitös über die Jahre 1869—1872; 6 Aktenstücke znin Prozeß von Tisza-Eszlar), vorhanden und werden in gleicher Weise wie die Allianzberichte verabfolgt. — Der „Reichsanzeiger" bringt folgende Mitteilungen: Die orientalischen Sammlungen der königlichen Museen haben der Hingebung eines Privatmannes in Kerlin, des Herrn Rudolf Waffe, eine werthvolle Bereicherung zu verdanken, die um so wichtiger ist, als der betreffende Zweig der morgenländischen Altertumskunde bisher sowohl bei uns als in anderen europäischen Museen nur schwach vertreten war. Die Geschichte Arabiens vor dem Auftreten des Islam lag bis vor Kurzem noch ganz im Dunkeln, und erst seit in neuerer Zeit, vor Allein durch Herrn Dr. Glasers ebenso kühne als erfolgreiche Reisen, ans der Sndhülfte des Landes zahlreiche Inschriften bekannt geworden sind, beginnt sich allmählich das Dunkel zu lichten, und es ergiebt jsich, daß daselbst auch einst im Altertum eine vergleichweise hohe Kultur geblüht hat. Es ist Herrn Dr. Glaser gelungen, 33 dieser Jnschriftensteine und drei Töpfe aus Alabaster, die von Grabsteinen stammen, nach Europa zu schaffen, und sie sind es, die Herr Rudolf Mosse erworben und den 20*

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