Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1891)
- Date
- 1891-10-01
- Page
- Seite 234 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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werden muß für die Lehre, welche im Namen des einzigen Gottes Menschlichkeit und Gerechtigkeit als Losungswort auf ihr Panier geschrieben. Nicht auf dem mühsamen Umwege der Uebersetzung aus dem Urtexte, sondern nur durch die unmittelbare Einwirkung der ihm wohlbekannten und vertrauten, innigen Laute der Muttersprache kann das kindliche Herz für eine Sache begeistert werden. Drum bietet dem deutschen Kinde die lauteren Schätze der Bibel in deutscher Sprache, und ihr habt mehr für das Judentüin gewirkt, als wenn ihr den jugendlichen Geist abgequält mit mühsamen Uebersetzungen, die vielleicht die Sprachenkenntnis des Kindes bereichern, das Gemüt desselben aber kalt lassen und jedenfalls allein nicht im Stande sind, dem Judentum begeisterte Jünger zuzuführe». W o n a l s s ch a u. Man berichtet uns aus Darmstadt: Am 16. August wurde auf dem israelitischen Friedhofe das Grabdenkmal für den »erst. Landesrabbiner Dr. Landsberger enthüllt, welches dem Verewigten von Frenndeu und Mitgliedern der hiesigen israelitischen Religionsgemcinde auf seinem Grabe errichtet wurde- Die ernste Feier wurde durch de» erhebenden Gesang („Wie selig sind die Tobten) eingeleitet, worauf die Hülle von dem Grabstein fiel. Es folgte alsdann die Gedächtnißrede durch den Herrn Rabbiner Dr. Selvrr, welcher den Verblichenen als Rabbiner wie als Gelehrten schilderte, worauf Herr Kommerzienrath Blumenthal namens der israelitischen Religonsgemeinde das Denkmal der Familie übergab, welche durch die beiden Sohne und den Schwiegersohn des Verstorbenen vertreten war. Der ältere der beiden Sohne dankte der Gemeinde für die Errichtung des Grabdenkmals, der jüngere stattete seinem Vater in tief einpfnndeiien Worten den Dank ab für die Sorgfalt, welche derselbe stets für seine Faniilie geübt. Mit tief ergreifendem Gesang („Auferstehung, ja Auferstehung") schloß die sehr ernste und würdige Feier. Das Grabdenkmal, nach dem Entwurf des Herrn Architekten Rückert, ist in schwarzem Syenit in ganz vorzüglicher Weise durch Herrn Steinhaner C- Wittmann ansgeführt worden und wird für alle Zeiten ein beredtes Zeugnis abgcbe» von der Liebe, deren sich der Dahingeschiedene während seiner amtlichen Thätigkeit zu erfreuen hatte. — In Snrmriler wurde Herr Dr. Uettcr und in Sulz a. W. Herr Dr. Armand Sloch zu in Rabbiner erwählt. — Am 14. August beging Herr Lehrer Hbr. Hermanns in Eöln sein fünfzigjähriges Lehrerjnbilänm. Die Herrn Rabbiner Dr- Frank, Bürgermeister Irsse, Schulinspector Dr. Krandtenbrrg, Vorsteher, I. de Iong, Rector Driinag'l und Lehrer Löb feierten in Ansprachen begleitet von Geschenken, die Berufstreue des Jubilars. — Herrn Dr. med. Julius Pagel, bekannt durch feine Studien auf dem Gebiete der Geschichte der Medici» hat sich als Privatdocent an der Universität in Serliu habilitiert. — Am 3. August habilitierte sich an der Universität in Serlin Herr Dr. Georg Huth, geb. 1867, für Tibetisch, Mongolisch und Geschichte des Bnhdismus. — In Straßbnrg soll eine neue Synagoge erbaut werde». — Am 6. Juli fand in Eschwrge die 23. Jahresversammlung der Lehrerconferenz Hessens statt. Herr Lehrer Alant ans Grebenstein hielt einen Vortrag über die sociale Stellung des israelitischen Lehrers und die socialen Aufgaben desselben. Als Ort für die nächste Conferenz wurde Fulda gewühlt. — Man berichtet uns: Herr Dr. D. Rothschild, der geschätzte Mitarbeiter der