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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-10-01 · Heft 10 (1.10.1891) · p. Seite 225

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 10 (1.10.1891)
Date
1891-10-01
Page
Seite 225 (sequence 9)
Language
German
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225 Juden zur Taufe zwingen, indem man ihnen die Wahl läßt zwischen Taufe und Verbannung. Aber selbst Taufe und Bekehrung ist nicht oberster Zweck, sondern soll das Mittel sein, um die leibliche und geistige Indolenz des Russentnms zu mindern, man möchte das degenerierte Volk mit dem gesunden und kräftigen Blut der bekehrten Juden mischen, man möchte das jüdische Blut in den russischen Körper transferieren, um so den kranken Körper und Geist der Russen zu verbessern und neu zu beleben. Wir fragen daher mit Recht: Wozu nicht die Juden gut sind? Es ist übrigens nicht das erste Mal, daß Juden und Judentum dazu dienten, in leiblicher und geistiger Beziehung den Zustand der Welt zu heben und zu bessern. Die alte heidnische Welt war durchaus verderbt, und jüdischer Geist, jüdische Religion, jüdisches Leben hat dazu gedient und sollte dazu dienen, durch Lehre und Beispiel sie zu heben und zu bessern. Die Amalgamierung mit nichtjüdischein Blute suchte man zu meiden; schon Abraham suchte Verwandschaft auf für eheliche Verbindungen, Moses verbot die Ehe mit den heidnischen Nationen, Esra und Nehemia eiferten dagegen, und auch das rabbinische Judentum spricht sich gegen Mischehen aus; man fürchtete und fürchtet nachteiligen Einfluß auf die eigne Religion. In gleicher Weise und aus gleichem Grunde verhält sich auch die katholische Kirche abwehrend gegen Mischehen. Die russische Kirche will zunächst den jüdischen Einfluß durch Bekehrung der Juden vernichten und sucht daun die Mischehen nur um der Verbesserung der Rasse willen, lediglich zu leiblichen Zwecken, aus hygienischen Gründen,, aus welcher dann der geistige und moralische Einfluß, die Hebung der Intelligenz und des sittlichen Lebens eine weitere Folge sein soll. Das Heidentum, seine Religion, sein Kultus und Leben, war dazu angethan, leiblich und geistig die Welt aufzureiben. Wenn schon Moses die kanaanitischen Völker dem Vernichtungskampfe preisgab, so that er es, weil sie die Keime allmählicher Vernichtung schon in sich trugen, und die Uebertragung eines andern, geistig-sittlichen Culturlebens bei ihnen nicht mehr möglich war. Wir begreifen es darum auch bei den Missionären, bei den Civilisationsbestrebungen und Bemühungen des Christentums allerzeiten bis auf unsere Tage, daß diese ohne Kampf und Krieg nicht aus- und durchführbar sind. Auch bei den Kolonialbestrebungen der Jetztzeit ist für Civilisations- und Bekehrungszwecke ausschließlich mit der Bibel in der Hand bei den canibalischen, menschenfressenden Stämmen Afrikas nichts zu erreichen; es ist darum notwendig und verständlich, wenn heute in gleicher Weise die andere Hand das Schwert führt, wie es ehemals die Israeliten in kanaanitischen Landen thaten und thun mußten. Deshalb weißt man auch mit Unrecht heute, wie im Mittelalter auf die daneben laufenden eigenen persönlichen und merkantilisch-egoistischen Interessen hin, welche mit den Missionsnnd Civilisationsbestrebungen verbunden waren und sind. Der Handel, welcher vorzugsweise dem eignen Interesse dient, ist auch gleichzeitig der Förderer des Wohlstands, der Cultur und Civilisation; darum verdient es auch keinen Tadel bei den alten Israeliten, wenn sie durch ihre kanaanitischen Kriege gleichzeitig für sich einen Wohnsitz gewannen, indem sie das Land der besiegten und verdrängten Völker eroberte». Die Israeliten wurden auf diese Weise das erste Culturvolk der Welt, und schon vor dem Christentum gelangten jüdisch-religiöse Ideen zu Griechen, Römern und anderen Völkern, wirkten trotz deren fortgeschrittener Bildung, geistig hebend und sittlich bessernd, auf sie ein. Schon lange vor den christlichen gab es jüdische Proselyten ans

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