Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 9 (1.10.1891)
- Date
- 1891-10-01
- Page
- Seite 211 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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5 * rt» i \>v v \ ff ft’s <, , w? „< — 211 — Wonatsschau. Der „Akademische Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" in Herlin veranstaltete am 7. Juli eine Gedächtnißseier zur Erinnerung an sein verstorbenes Ehrenmitglied. Herrn Dr. Immanuel Kitter. Ans dem uns von deniselben Vereine zngeschickten Berichte über seine Thätigkeit im Winter 1890/91 geht hervor, daß 16 Sitzungen abgehalten wurden. Vortrüge hielten Herr Dulvermacher über Messer Leon» ein jüdischer Humanist, Herr Duchhol;» über Hygiene und Diaetetik in Bibel und Talmud, Herr Ittmnnn, über das jüdische Eherecht, Herr Warschauer» über das Buch Koheleth, Herr Waschkowslry. über den Einfluß der jüdischen Exegese auf die christliche, Herr Kochfeld, über Henne am Rhyns Culturgeschichte des Judentums, Herr Samuel» über Scheriras Brief und seine litterarhistorische Bedeutung, Herr Docent Dr. Joel Müller, über Saul in Sage und Dichtung. Es wird auch berichtet über Gründung eines Fahueufouds, welcher bezweckt, bis zum Februar 1893 (dem X. Stiftungsfeste) eine Fahne anzuschaffen, um die sich für alle Zeit die Mitglieder des Akad. Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur scharen sollen. — I» der Gegend des Bades Kissingen wurden über 130 Münzen darunter ca. 120 Würzburger, 1 Regensburger und 1 Mainzer Denar gefunden. Die Würzburger Denare sind unter dem Bischof Otto von Lobdeburg (1207— 1223) geprägt worden; zwei derselben zeigen in hebräischer Schrift den Namen des Münzmeisters Jechiel. — Die philosophische Fakultät der Universität Straßburg hat das sog. Engelmann Stipendium (zur Unterstützung junger Historiker und Geographen) in der Höhe von 2480 Mark dein Studenten Herrn Ludwig Lewinski, zugesprochen. — Der Privatdozeut Herr Dr. Felir Skutsch ist zum außerordentlichen Professor für Gynäkologie an der medizinischen Fakultät der Universität Jena ernaut worden — Am 13. Juli verstarb der langjährige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Main;» Herr Leo Keiuach, geb. am 23. September 1799. Der Verstorbene war eine bei allen Konfessionen hochgeachtete Persönlichkeit. Mit ihm ist der letzte Unterzeichner der Dankadresse der sämmtlichen israelitischeil Gemeinden Rheinhessens an den unvergeßlichen Obergerichtsrat und Landtagsabgeordneten Glanbrech am 30. Juli 1847 dahingegangen. Glaubrech war es zu verdanken, daß im genannten Jahre das sogenannte „Judeupatent" mit seiner drückenden Härte aufgehoben wurde. — Herr Rabbiner Dr. Grünebanm in Ansbach beging unter Teilnahme weiterer Kreise am 12. Juli die Feier seines fünfzigjährigen Amtsjubiläuius. Sr. Königs. Hoheit der Priuzregent verlieh ihm den allerhöchsten Berdienstordeu vom hl. Michael. — Am 15. Juli feierte Herr Kirchenrath Dr. von Wassermann, Oberrabbiner in Stuttgart in voller Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Auch aus dem Kabinette Sr. Majestät des Königs gelaugte ein Glückwunschschreibell an deil verdienten Mau». — In Nürnberg wurde Herr Michael Koh» eiustimmig zum Stadtrat gewählt. — Herr Leopold Willstiitter in Karlsruhe wurde zum persischen Consul ernannt. — In Groß-Zimmern wurde am 19. und 20. Juni die Einweihung der Synagoge festlich begangeil. Die Weihrede hielt Herr Rabbiner Dr. Warr aus Darmstadt. — In Kensheim hat der Stadtrat der israelitischen Gemeinde zur Erbauung einer Synagoge M. 1000 beizusteuern beschlossen, und auch ca. 1600 Cubikmeter überschüssigen Baugrund auf Kosten der Stadt abfahren zu lassen, lvodurch der israelitischeil Gemeinde auch circa 1000 M. erspart werden. — 18*