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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-10-01 · Heft 9 (1.10.1891) · p. Seite 210

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 9 (1.10.1891)
Date
1891-10-01
Page
Seite 210 (sequence 18)
Language
German
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4 'VC i’’ *V -v » ,'^ ’>>" _ JT^V w*' ¥r^f - 210 — . der Spruch dieses Schülers des R. Akiba gewissermaßen eine Ergänzung zur Theodicee des Lehrers, welcher <s. oben zu 3,15) erklärte, daß in gleicher Weise der Lohn für die guten Werke, wie die Strafe für die Sünden erfolge. Wie nun, wen» eine Sünde begangen ist? gibt es dann kein Mittel um ihre üble Folge abzuwehren und zu verhüten'? Gewiß, die Buße und Reue, die Ueberwindung der innere» Qual durch „Rückkehr" ist ei» solches Mittel einerseits, wie andererseits die Uebnng guter Werke, bei deren Ueberwiegen der Fromme für die -begangene Sünde nur in dieser Welt leidet um den vollen Lohn in der zukünftigen Welt zu empfangen. — 11b. „Rabbi Jochanau der Saudaleumacher sagt: Jede Gemeinschaft, welche im Namen Gottes besteht, sie ivird auch weiter bestehen; aber jede, die nicht im Namen Gottes besteht, sie wird nicht dauernden Bestand haben". — Dieser Spruch des treuen Schillers R. Akiba's welcher eifrig seiner Lehre anhiug und seinen Worten lauschte, auch nachdem dieser durch die Hadriani sche Verfolgung i» Gefangenschaft gerathen war, ist wohl nicht gegen R. Me'tr's rechthaberisches Wesen ls- Brüll, I., a. a. O., I, 198), auch wohl nicht gegen die falsche Richtung der Alexandrinischen Gelehrten (). Frankel, Z. a. a. O. S. 175) gerichtet, sondern er scheint uns vielmehr mit Beziehung auf die Ereignisse seiner Zeit ein Trostwort für Israel zu sein: Israel, welches im Namen Gottes und für de» Glauben besteht, ivird auch diese Leidenszeit der Hadrianischen Verfolgung überwinden unb weiter fortbestehen; aber Rom, welches gottlos verfolgt und unterjocht, Rom, welches nicht göttliche Zwecke erstrebt, wird keinen Bestand haben, wird untergehen". — 12. „Rabbi Elasar. der Sohn des Schammua sagt: Werth sei dir die Ehre deines Schülers wie die deinige (A. L. „die deines Genossen"), und die Ehre deines Genossen wie die Ehrfurcht vor deinem Lehrer, und die Ehrfurcht vor deinem Lehrer lvie die Ehrfurcht vor Gott". — R. Akiba hat bekanntlich für die Gelehrten eine gewisse Ehrfurcht gefordert, entsprechend der Ehrfurcht gegen Gott (s. Peßach. 22 b. Kidd. 30 a). Aber ist denn diese Ehrfurcht allen Gesetzeskundigen und Forschern ohne Ausnahme in gleicher Weise zu bekunden und zu erweisen? Soll es darin keinenen Unterschied gebe» zwischen Lehrern, Genossen und Jüngern? Ganz gewiß! Und diesen Unterschied gibt denn auch sein Schüler, des Lehrers Wort ergänzend, in seinem Spruche an: Einem Schüler soll Ehre erwiesen werden fast so, wie man den Lehrer ehrfürchten soll; und diese Ehrfurcht sei der Ehrfurcht gegen Gott entsprechend!vgl. Mechiltha und Raschi zu Exod. 17,9). — 13a. „Rabbi Jehnda sagt: Sei vorsichtig beim Gesetzesstudium, denn der Jrrthnm im Gesetzesstudium steigt zum Frevel empor (sc. in der Praxis)". — Ist dieser Ausspruch auch als allgemeine Sentenz klar und deutlich, so mag er wohl int Besonderen an die Adresse des Rabbi Jehnda Hannaßi gerichtet sein, welcher zur Fixirnng der mündlichen Lehren die verschiedensten bedeutendsten Lehrhäuser seiner Zeit, und unter ihnen auch dasjenige des Verfassers des R- Jehnda b. Jlai zu Ujcha besuchte und nicht weniger als zwölf besondere Arten geltender Halacha in seinen Händen sammelte (s. Weiß, a. a. O-, 11. 182). R- Jehnda b. Jlai, welcher die Differenzen der vorhandenen Mischna- Saminlnngen wohl kannte, mochte dabei mit Recht den Sammler an Vorsicht mahnen und vor Jrrthümern warnen. —

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