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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-08-01 · Heft 7 (1.8.1891) · p. Seite 162

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 7 (1.8.1891)
Date
1891-08-01
Page
Seite 162 (sequence 18)
Language
German
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?!>*r'f,\&M'.d'7^r*C* s»/'~.*-^W -r^^JF%rr^ffr^f 162 lokalen Charakter, wie es nach dem Wortlaut des Statuts scheinen könnte, sondern Dank der humanen Gesinnung des Vorstandes der Anstalt finden auch solche Mädchen Aufnahme, die nicht ihren Wohnsitz in Frankfurt haben. Wir heben diesen Umstand ganz besonders hervor, um weitere Kreise auf die segensreiche Wirksamkeit des Instituts anfmerksam zu machen, denn der allergrößte Teil der Jahresbeiträge leistenden Mitglieder kommt aus Frankfurt. Die' Mitgliederbeiträge pro 1890 beliefen sich auf Mk. 3664. Die gesammten Einnahmen waren Mk. 15313,7; die Ausgaben Mk. 14342,43. Die Mehreinnahme von Mk. 970,64 wurde dem Reservefonds überwiesen — Die Lessing-Loge des U. O. B- B. in Sreslau, hat beschlossen, ein jüdisches Mädchenheim zu gründen, in welches alleinstehende jüdische Mädchen teils kostenlos, teils gegen geringes Entgeld, ausgenommen werden können und die daselbst Wohnung, Kost und Aufsicht finden sollen. — Die israelitische Privatschule in Uenmagen an der Mosel wurde durch Verfügung der königlichen Regierung in Trier in eine öffentliche Elementarschule umgewandelt. — Als Kuriosum sei mitgeteilt, daß nach einer Bekanntmachung des von der Preußischen Regierung mit der Seelsorge in Helgoland betrauten Pastors Schröder „Israeliten ans der Insel nicht getraut werden dürfen". — In Karlsruhe wurde am 6. Mai ein neues Religionsschulhaus eingeweiht. Die Herren Rabbiner Dr. Schwär; und Dr. Weite! und Herr Stadtrat Kielefrld hielten Ansprachen an die Festteilnehmer. — Es ist uns die Grabrede zugegangen, die Herr Rabbiner Dr. Gohn in Ichenhausen am Sarge der verstorbenen Frau Witwe Jette Keichenbrrger gehalten, in der in vom Herzen kommenden Worten der Lebensgang der from'meit) edlen Frau geschildert wird. Sie hatte ans Begeisterung für das Judentum die Kerzen viele Jahre mit eigener Hand angefertigt, die beim Vorlesen der Thora angezündet wurden. Ihr Andenken wird aus dem Kreise ihrer Freunde und Anverwandten nicht schwinden und sich an ihnen zum Segen bewähren. — Dr. Schliemanns Nachfolger, Herr Waldstein, ist ein in New-Aork geborener Jude. — In der Ruhmeshalle im Zeughause zu Kerlin ist auf einem Bild, welches die Huldigung der Schlesischen Stände an Friedrich den Großen im Jahre 1741 darstellt, neben zwei Jesuitenpaters auch der Oberrabbiner von Breslau dargestellt. — Herr Amtsrichter Grünwald in Kybnik ist zum Anitsgerichtsrat ernannt worden. — Herr Geh. Kommerzienrat Aler. v. Pflaum in Stuttgart ist von Sr. Majestät den, König mit dem Friedrichsorden I. Kl. ausgezeichnet worden. — Herr Emanuel Löwenrosen, Hörer der Budapester Landes-Rabbinerschule, hat mit seiner Preisarbeit über „die phönizische Sprache und ihr Verhältnis zu den übrigen semitischen Dialekteil" den Preis für semitische Philologie an der königl. ung. Universität zu Kndapest gewonnen. — Dem Herrn Professor Uothnagel in Wien wurde am 18. Mai von seinen zahlreichen Hörern eine stürmische, begeisterte Ovation dargebracht. Die Ursache dieser Kundgebung war eine schwungvolle Rede, welche Prof. Nothnagel anläßlich der Konstituirung des „Vereines zur Bekämpfung des Antisemitismus" gehalten hat. Herr Prof. Nothnagl war sichtlich überrascht und erklärte, daß, trotzdem diese Kundgebung nicht am Platze, ihn selbe dennoch erfreue, weil sie ihm als Beweis gelte, daß die akademische Jugend, die Hoffnung und Blüte des Staates, Herz und Verständnis für Humanität und wahre Bildung besitze. — Herr Dr. Sigmund Sonnenfeld, Professor an einer höheren Mädchenschule in Kudapest hat die Stelle eines Generalsekretärs des Herrn Barons von Hirsch angenommen und übersiedelt demnächst nach Paris. — An der königl. Oper in Kudapest sind viele hervorragende jüdische Kräfte thätig. In jüngster Zeit errang sich

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