Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 7 (1.8.1891)
- Date
- 1891-08-01
- Page
- Seite 160 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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160 70,000 Mk. zur Verfügung gestellt, unter der Bedingung, daß der Name der Stiftung in.„Simon, Hermann und Ella Köhm-Stiftung" nnigeäiidert, daß der Zinsbetrag am 31. Mai jährlich zu zwei Drittel an christliche, und zu einem Drittel an jüdische Bewerberinnen verteilt werde, und daß die Stadtgemeinde Berlin die Verpflichtung übernimmt, ein Grundstück kostenfrei zur Errichtung eines den Stiftungszwecken dienenden Hauses herzugeben, wenn die Stiftungskapitalien, deren Vermehrung durch weitere Zuwendungen in der Absicht der Stifter liegt, die Höhe von 400,000 Mk. erreicht haben werden. Der Magistrat hat beschlossen, zur Vermehrung der Stiftung die landesherrliche Zustimmung nachzusuchen. — Herr Dr. W. Klrmperer, bisher Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Bromberg, hat am 21. Juni sein Amt als Prediger der Reformgemeinde in Kerli» angetreten. — Am 27. April starb in Kerlin, Herr Dr. Joachim Gppenheim, Rabbiner der Synagogen-Gemeinde Warn. Derselbe, zu Eibenschütz am 30. März 1832 geboren, war ein Sohn des durch seine talmudische Gelehrsamkeit bekannten Rabbiners Beer Oppenheim und Bruder des gelehrten sel. Rabbiners David Oppenheiin in Groß-Becskerek. Der Verstorbene war srüher Rabbiner in Jamnitz und Eibenschütz und folgte 1868 einem Rufe als Rabbiner nach Thorn. Er wirkte durch seine zumeist in hebräischer Sprache geschriebenen Abhandlungen auf die Juden im Osten aufklärend und ist seine im „Beth-ha-Midrasch". herausgegeben von seinem gelehrten Schwager I. H. Weiß, erschienene Abhandlung, über die Abfassung der Mischnah auch in Buchform erschienen. Am 1. Mai wurde er in Thorn unter großer Beteiligung z^. Grabe getragen. Sein Sohn, Herr Dr. Berthold Oppenheim, Kandidat der Theologie, und die Herren Rabbiner Dr. Kleinperer, Dr. Werner, Dr- Rosenstein und Dr. I. H. Oppenheim, ein Neffe des Heimgegangenen, der aus Brtinn herbei-, geeilt war, gaben dem Schmerze über den Verlust des edlen Mannes tiefempfundene^-. Ausdruck. — Gelegentlich des Jahrestages des Todes des Oberrabbiners Sro« in Straßburg wurde am 19. April das Grab-Denkmal desselben enthüllt. .Herr Oberrabbiner Weil und Herr Dr. Gustav Levy hielten dabei das Andenken Aron'S ehrende Reden. — Am 6. Mai wurde Herr Professor Dr. Georg Iellineb aus Heidelberg vom Großherzog von Baden in Karlsruhe empfangen. — Der nennte Jahresbericht der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Serlin, dem eine Abhandlung des Herrn Professor Steinthal, „Zur Geschichte Sauls und Davids" vorausgeht, wurde ausgegeben. In das Kuratorium ist neu eingetreten terr Ludwig Max Goldberger. Im Sommersemester 1890 hat die Zahl der örer 38 betragen und im Wintersemester 1890/91 35. — Es ist uns zugegangen: Erster Jahresbericht der Darlehenskasse des Vereins der Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums zu Serlin. Derselbe, unter dem Protektorate des Herrn Rabbiner Dr. Maybaum stehend, hat bereits im erste» Jahre 446 Mk. an die Hörer der Lehranstalt als Darlehen gewährt. Es wäre zu wünschen, daß diesen humanen Bestrebungen durch eine rege Teilnahme von Seiten der Gemeinden und Privaten in Deutschland kräftige Unterstützung dargebracht werde, denn tüchtige Rabbiner, die das Judentum verteidigen und immer weiter erhalten, thun mehr denn je noth. — In Worms hat die jüdische Gemeinde ein Archiv angelegt. Einen Rest alter Schriftstücke hat jüngst auf dem Speicher über der Frauen-Synagoge Herr Julius Goldschmidt aufgefunden, wodurch die Geschichte der Juden daselbst vom 16. bis zum 18. Jahrhundert manche Bereicherung erhält. — „Blitze, Donner und Stimmen; Zeugnisse der Wahrheit für das christliche Volks Monatsblatt" ist der Titel einer in Hamburg erscheinenden Zeitschrift. In