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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-08-01 · Heft 7 (1.8.1891) · p. Seite 157

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 7 (1.8.1891)
Date
1891-08-01
Page
Seite 157 (sequence 13)
Language
German
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157 die rohen Ausbrüche des wilden Fanatismus, die vom Nordosten her, von der Hauptstadt jenes barbarischen Reiches, in welchem Millionen unserer Glaubensbrüder lebe», genieldet werde». I» den Becher unserer Festesfreude ist ein bitterer Wermutstropfen gefallen durch die Berichte der öffentlichen Blätter, die wir gelesen haben, durch die wahrheitsgetreue», wenn nicht gar noch abgeschwächten Schilderungen des schrecklichen Elends, das über viele Tausende unschuldiger Juden heraufbeschworen worden. Fleißige Handwerker, die sich und ihre Angehörigen redlich ernährten, hat man auf Grund engherziger, kulturfeindlicher Gesetzbesbestimmungen aus volksreichen Städten ausgewiesen und nach Dörfern und kleiilen Landstädten verbannt, in denen für die Verwertung ihrer Fähigkeiten ihnen kein Raum gelassen ist. Ein Gefühl sittlicher Entrüstung über die Peiniger und tiefsten Mitleids für die Gepeinigten hat sich, unserer bemächtigt und wird hoffentlich aus unserer Brust nicht schwinden, wenn Ansprüche an unsere Mildthätigkeit zur Unterstützung der Notleidenden gestellt werden. Ein mit Glücksgütern reich gesegneter edler menschenfreundlicher Glaubensgenosse hat ja schon seit Jahren die Welt in freudiges Erstaunen gesetzt durch seine mit fürstlicher Freigebigkeit durchgeführten Bestrebungen, das Los seiner unglücklichen Brüder zu bessern, ihr leibliches und sittliches Wohhzu fördern. Möge sein hochherziges Beispiel Nachahmung finden, mögen A«, Groß und Klein, einmütig Zusammenwirken, daß der Versuch für Israel nochmals einen traurigen Nachwinter herbeizuführen, nicht gelinge, daß ein erwärmender Strahl der milden Frühlingssonne auch in die Herzen der Verzagten dringe, ihren Mut belebe und ihre Hoffnung auf eine glückliche Zukunft nicht untergehen lasse. Mit diesem frommen Wunsche, der für uns selbst ein heiliger, unverbrüchlicher Vorsatz sei, scheiden wir von dem hohen Feste, dessen Lehren und Ermahnungen, dessen Erinnerungen und Verheißungen sich segensreich an uns bewähren niögen. Die Säulen des israelitischen Hletigionsgebäudes. Ein Vortrag von Dr. M. H. F r i e d l ä n d e r. (Schluß). Dieser Bescheid gefiel dem Manne ganz und gar nicht, sein heidnisches Herz konnte sich mit dieser Art Allianz durchaus nicht befreunden und so ging er zu dem sanftmütigen Hillel, dem er denselben Antrag stellte. Dieser gab ihm aber auch ganz dieselbe Antwort, die er von Schamai erhalten hatte, nur in einer anderen Form. Dil wünschest in den Verband des Judentums ausgenommen zu werde», willst alle Gebote der Lehre beobachten, nur willst du für die Erhaltung der humanitären Institutionen, tveil du als reichbegüterter Mann ihrer Hilfe entrathen zu können glaubst, keine Opfer bringen, da bist du auf falscher Fährte. Hast du den» deine Reichtümer verbrieft? Bist du denn dessen gewiß, daß du dich ihrer bis an dein Lebensende zu erfreuen haben wirst? Und wie, wenn du morgen in die traurige Lage versetzt wirst, die Hilfe anderer Leute in Anspruch nehmen zu müssen, wird es dir lieb sein, wenn Andere sich so engherzig dir gegenüber benehmen und sprechen werden, was kümmern uns die armen oder

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