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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-08-01 · Heft 6 (1.8.1891) · p. Seite 141

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 6 (1.8.1891)
Date
1891-08-01
Page
Seite 141 (sequence 21)
Language
German
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141 Von Herrn Moritz Kitter von Gutmann, dem Sohne des verdienten Präsidenten der jüdischen Knltnsgemeinde in Wien, Herr Wilhelm Ritter v. Gutmaun ist eine Tragödie: „Konradin, der letzte Hohenstaufe" erschienen. — In Szökelhid wurde der Grundstein zu einer neuen Synagoge feierlich gelegt. — Im Verlage von Karl Grill'« Hosbnchhandlnug in Dudäpest erscheint ein Baud jüdischer Erzählungen unter dem Titel „Jüdisches Blut" von Michael Singer. Er will beweisen, daß das vielgelästerte verfolgte Volk Tugenden besitze,' welche weder der Schmerz der Bedrückung noch das peinigende Gefühl der Geringschätzung zu verdunkeln vermochten. In diesen Erzählungen werden Bilder aus dem jüdischen Familienleben in den niederen Kreisen entrollt, die uns in das edle Gefühl- und Geistesleben des jüdischen Stammes einführen. — Am 6. April fand in Krün» unter dem Vorsitze des Herrn Inliu« Kitter von Gomprrz die Delegirten-Versammlnng des mährisch-jüdischen Landesmassafonds für das Jahr 1891 statt, wobei 48 Gemeinden vertreten waren. Dem Rechenschaftsberichte für das abgelaufene Jahr, der zunächst verlesen wurde, ist zu entnehmen, daß der Ueberschuß, einschließlich eines blos nominellen Gewinnes bei einer Konvertirung fl. 6648,39 beträgt, wovon nach Antrag des Kuratoriums fl. 1500 zum Fondskapitale hinzngeschlagen und der Rest auf Rechnung für 1891 vorgetragen werden soll. — Auf Grund des von der Kommission für die 20. Jahresausstellung im Knnstlerhause zu Wien gemachten Vorschlages hat seine Majestät der Kaiser von den ihm gestellten Anträgen dem akademischen Maler Adolf Hirschl in Wien für dessen Gemälde «Hochzeitszug" (Nr. 132 des Katalogs) den Kaiserpreis in« Betrage von 4M Dukaten verliehen. — Der Brigade-Ärzt Herrn Dr. Adolf Stern in Debrersin wurde zum Honved-Stabsarzt mit Majors-Charakter ernannt. — Die Zeitschrift „Ariel" veröffentlicht eine biographische Skizze des englischen Komponisten Sir Arthur Snllivan, dessen Operette „Der Mikado" die Runde über alle europäischen und amerikanischen Bühnen gemacht hat. In dem interessanten Aufsatze wird der Nachweis geführt, daß der ausgezeichnete Musiker von einer jüdischen Familie Naniens Salonion abstammt. — Die Familie des sel. Oberrabbiners Koppoport von Krag hat sei» wohlgelungenes Porträt der ' Prager Gemeinde als Geschenk überwiesen. Dasselbe wird das israelitische Gemeindehaus zieren. — Das in Kndapest erscheinende politische Tageblatt ,,chü8gvtl6n lljsäg“ bringt oft antisemitische Artikel. — In Wien kam es am 27. und 28. April im Reichsrate zu Auftritten, hervorgerufeu durch das skandalöse Auftreten des Abgeordneten Schneider, dem Herr Dr. Bloch zurief: Schimpfen Sie nicht über die Juden! Benehmen Sie sich anständig; Sie gehören ja eigentlich ins Zuchthaus. Bloch erklärte schließlich privatim dem Prinzen Lichtenstein, der die Ehre Schneiders wieder Herstellen wollte: „Wenn ein Ehrengericht oder der Mißbilligungs-Ausschuß znsammentreten und mein Beweismaterial gegen den Mechaniker Schneider prüfen und erklären wird, daß ich dem Schneider Unrecht gethan habe, dann will ich vor diesem Ehrengerichte Abbitte leisten, aber früher nicht. Bis das aber nicht geschehen ist, kann kein Ehrenmann mit Schneider verkehren. — Folgende interessante statistische Notizen verdienen ganz besonderer Beachtung: Auf den 10 Gymnasien Wien« stehen den 2247 Christen 1147 Inden gegenüber. Auf der Hochschule ist das Verhältnis 3175:2085. Unter 660 Rechtsanwälten sind 350 Inden. In Niederösterreich giebt es unter 370 Journalisten 325 jüd. Religion. — In Ungarn kamen 1885 auf 17 120 Gymnasiasten 6550 jüdische. In Budapest studieren unter IM, 70 Juden Medizin. — In Pariser jüdischen Kreisen ist vielfach der Wunsch laut geworden, die Feier

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