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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-08-01 · Heft 6 (1.8.1891) · p. Seite 139

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 6 (1.8.1891)
Date
1891-08-01
Page
Seite 139 (sequence 19)
Language
German
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139 Weihung des vaterländischen Frauenvereins nebst „Krippen" in Straßburg wurden vom Herrn Bürgermeister Dack, der die Festrede hielt, die Verdienste des Herrn Bankdirector Aoaminski um das Zustandekommen des humanitären Werkes besonders dankend hervorgehobe». — Der jüngst ausgegebene elfte Jahresbericht über die Wirksamkeit des „Vereins zur Verbreitung und Förderung der Handwerke unter den Juden" in Düsseldorf, unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. Wedell zeigt, daß die Vereinsthätigkeit auch im abgelanfenen Jahre erfreuliche Erfolge erzielt hat. Die Zahl der in Fürsorge übernommenen Lehrlinge ist in diesem Jahre auf 102 Lehrlinge gewachsen. Die Zahl der Vereinsmitglieder ist im verflossenen Jahre von 1464 auf 1564 gestiegen. Die Einnahmen betrugen 16,728,12 Mk.; die Ausgaben 15,976,02 Mk. Für ein in Düsseldorf zu errichtendes Heim sind 600 Mk., für ein solches in Köln 3645 Mk. eingegangen. — Herr Philipp Galen (Lange), einer der rüstigsten deutschen Romanschriftsteller, spricht sich in seinem Roman: „Emery Glandon", folgendermaßen über die Juden aus: „O, mau lächle nicht so verächtlich über die geheime Triebkraft dieses Volkes, welches Moses einst das ausgewählte Volk Gottes nannte, über die gewaltige Schöpfungsfülle, die in den Kindern desselben schlummert! Man erhebe vielmehr sein Auge anerkennend und mache es groß auf, wenn man die mannigfaltigen Leistungen jener Männer sieht, die aus dem Stamme Israels ihren Ursprung herleiteten und zu allen Zeiten durch unendlich reiches Wissen und Können in jederlei Richtung geistigen Lebens die Welt in Erstaunen und Bewunderung gesetzt haben. Die große Weltensonne, von der alles Licht und Gedeihen ausströmt, hat ihre Geister mit einem unerschöpflichen Triebe, sich emporzuarbeiten und sich ihrer Strahlen zur Verbreitung irdischen Lichtes zu bedienen, erfüllt; der Geist der Erkenntnis vieler Dinge, die Fähigkeit, sie im Inneren zu bewahren, zu entwickeln, ist ihnen in einem so hohen Maße gegeben, wie nur tvenige Andere sie besitzen, und was produktives Talent und Genie betrifft, so besitzen sie es häufiger und oft in viel höherem Grade, als wir, die wir über sie im Ganzen die Nase zu rümpfen pflegen. — Man schreibt uns: Anläßlich der Prinz-Regentfeier am 12. März in Uördlingeu wurde beim Gottesdienste dieser sonst so eonservativen Gemeinde zum ersten Male ein Harmonium benutzt, was viel zur Hebung der Weihe des feierlichen Actes beitrug. Herr Lehrer Weiler hielt eine formvollendete, von patriotischem Geiste getragene Predigt und erhielt vom Prinzregenten für die so gelungene Composition des Ps. 21 ein schönes Dank- und Anerkennungsschreiben. — Am 15. April feierte Herr Dr. Stein in Eassel das Jubiläum seiner 25jährigen Amtsthätigkeit als Dirigent der dortigen israelitischen Schullehrerbildnngs- und Schulanstalt. — Man berichtet uns: Herr Lehrer Fleischhacker in Harburg feierte am 1. März sein 50jähriges Amtsjubiläum. — Von dem Antisemitenspiegel, im Verlage von A. W. Aafemann in Danzig ist das zweite Heft ausgegeben worden. Es ist demselben im Interesse der Sache die weiteste Verbreitung zu wünschen. — Nach dem Jahresbericht der Rießer'scheu Stipeiidienstiftnng zu Fürth von 1890 betrugen die Einnahmen 5833,91, die Ausgaben 5685,99 Mark. Das Gesammtvermögen betrügt 27590,78 Mark. — Die Gesellschaft „Erholung" in Wer beabsichtigt daselbst ein israelitisches Krankenhaus zu gründen. — In Darmstadt hielt der Schriftführer des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus Herr Pastor em. Lic. Graebner einen öffentlichen Vortrag über den Antisemitismus mit glänzendem Erfolge. — Auch in Württemberg hat der Antisemitismus seine friedensstörende Thätigkeit begonnen. Herr Dr. Höckel hielt Vortrüge in Stuttgart und Esslingen. 12*

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