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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-08-01 · Heft 6 (1.8.1891) · p. Seite 138

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 6 (1.8.1891)
Date
1891-08-01
Page
Seite 138 (sequence 18)
Language
German
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138 Steinchen verächtlich verschmähen? Gewiß nicht. Er benutzt diese wie jene und wenn der Bau fertig vollendet und der Palast übertüncht ist, weiß kein Mensch wo die großen und wo die kleinen Steine ihren Platz gefunden. Dieselbe Bewandnis hat es mit der Gemeinde, die in der Regel ans bemittelten und unbemittelten Mitgliedern besteht. Sollen etwa die Ärme» und Dürftigen aus der Gesammtheit ausgeschlossen und der größten Not preisgegeben werden? Im Gegenteil, die reichbegüterten Männer in der Gemeinde sollen mit Freuden ihre Hände öffnen, um die Not zu mildern und sich freuen, daß sie von der göttlichen Vorsehung bestimmt wurden, als die Geber und nicht als die Nehmer zu erscheinen. (Schluß folgt). Wonatsschau. Nach Güttingen wurde Herr Dr. Jacob als Rabbiner berufen und nach GldenburH Herr Dr. Mannheimer als Landrabbiner. — Am 9. April fand in Glogau die Grundsteinlegung der neuen Synagoge statt. Herr Rabbiner Dr. Kippner hielt die Festrede. — Das Bild „Der Zweifler" des Herrn Simon Knchbmder in München (Katalog No. 109). das sich durch feine, echt künstlerische Ausführung auszeichnet, verdient allgemeine Beachtung. Buchbinder, ein gebürtiger Galizier, hat durch die minutiöse Art der Ausführung seiner kaum handgroßen Bilder sich den Namen eines „deutschen Meissonier" erworben und erfreut sich in der Künstlerwelt eines sehr guten Rufes. Eines seiner besten Werke, „Der Grübler", einen jungen Rabbi darstellend, ist im Besitze der Nationalgallerie in Berlin. - Man schreibt uns: Zur Förderung der geistigen Interessen innerhalb der Israelitischen Kultus-Gemeinde in Wiesbaden hat der Vorstand derselben eine Gemeinde-Bibliothek begründet, die sowohl den Genossen der Gemeinde, wie auch Fremden zur Verfügung gestellt wird. Schon jetzt weist die Bibliothek eine stattliche Reihe trefflicher Erzeugnisse der israelitischen Litteratnr, sowohl auf wissenschaftlichem wie schöngeistigem Gebiete auf. Auch sind dem jungen Institute schon manche Schenkungen an werthvollen Schriften gemacht worden, unter denen wir besonders die Zuwendungen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes in Berlin, wie des Herrn Hofjnweliers Heimerdinger Hierselbst dankend hervorheben. Die Verwaltung der Gemeinde-Bibliothek hat der Vorstand in die Hände einer Commission gelegt, die ans den Herren Rabbiner Dr. Silberstein, Herinann Hertz und Benedict Strauß besteht. Vorläufig ist eine Stunde am Sonntage, Nachmittags 5—6 Uhr, im Saale des Gemeindehauses (Schulberg 1) für das Ausleihen von Büchern festgesetzt und wird hoffentlich die gebotene Gelegenheit, insbesondere von der Jugend, ausgiebig benutzt werden. — In der Sitzung voni 17. April hat die Akademie der Wissenschaften in Berlin dem Privatdozenten Herrn Dr. Leopold Gohn in Kreslau ein Reisestipendinm von 1000 Mk., zum Zwecke des Abschlusses seiner Studieil über die Philosophie Philos bewilligt. — Herr Dr. Gskar Minkowski, bisher Privatdozent für innere Medizin an der Universität zu Stratzlmrg, ist zum Professor an der medizinische» Fakultät daselbst ernannt worden. — Unter den Astronomen, welche zur Beobachtung von Schwankungen der Erdachse eine Expedition nach Honolnl» auf Staatskosten unternehmen, befindet sich auch der Assistent der Berliner Sternwarte, Herr Dr. Marense. — Bei der am 4. April stattgehabten feierlichen Ein-

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