Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1891)
- Date
- 1891-05-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2969669-2969782-2969787--3227-2973126- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 118 Disziplinarstrafen, vor einem Verhalten zn warnen, wodurch ihre Wirksamkeit als Erzieher und Lehrer geschädigt wird. — In neuester Zeit macht sich auch die „Donan-Zeitung" in Pasta» durch antisemitische Artikel bemerkbar. — Am 27. Januar wurde unter Teilnahme weiterer Kreise der 70. Geburtstag des Herrn Dr. Adolf Schmirdl, Rabbiner in Fiinfhaus, festlich begangen. Der Jubilar hat sowohl als Kanzelredner, wie auch als Forscher auf dem Gebiete der Religionsphilosophie Gediegenes geleistet. — Man berichtet uns: Herr Löbl Aronsohn aus Kronstadt, der Gründer der ersten Siebenbnrgische» Bank, Distriktspräsident der Oesterreichisch-Ungarischen Bank, wurde anläßlich seines 40 jährigen Jubiläums von seinen Mitbürgern auf's herzlichste beglückwünscht. — Im Gesterreichifchrn Heere standen im Jahre 1891, 38,483 Inden im Dienste.— Der erste Wahlbezirk zu Kaposvar in Ungarn hat den Herrn Rabbiner Dr. Emannel Herzog daselbst am 27. Dezember 1890 nahezu einstiiiimig in die städtische Repräsentanz ans 6 Jahre gewählt. Für dessen Erwählung eiferten besonders Nichtjnden, unter ihnen der Bürgermeister. Zum Präses der jüdischen Gemeinde wurde mit Stimmenmehrheit der Advokat Herr Franz Sakomzi gewählt. — Die israelitische Knltusgemeinde in Budapest hat im Voranschlag der Ausgaben für das Jahr 1891 17,000 fl. ö. W. mehr als im Vorjahre ausgesetzt, nämlich 280,000 fl. ö W. — Herr Pfarrer Ziinandiz, früher ein eifriger Antisemit, hat letztwillig für seinen Pfarrsitz Eörökbaliat 10,000 fl. für eine Kinderbewahranstalt, in der Zöglinge ohne Unterschied der Konfession ausgenommen werden solle», bestimmt. — Herr Ignatz Warmuth aus Krakau wurde au der polnischen Bühne in Lemberg als Tenorist angestellt. Die dortige polnische Presse, die fast dnrchgehends antisemitisch ist, spricht sich über die Tüchtigkeit des junge» Künstlers sehr lobenswert aus. — Von dem greisen Herrn Prof. Dr. Kaempf in Prag erscheint demnächst ein Commentar' zu den Psalmen. — Im Afike-Jehuda-Verein in Prag hielt Herr Dr. Isidor Hirsch aus Hamburg am 14. Februar einen Vortrag über das Alexaudrinische Judentum. — Aus Kudapest wird berichtet: Ungeheures Aufsehen machte es, daß Se. Majestät der Kaiser während einer Aufführung der Operette «Die lustigen Kameraden" das Theater in demonstrativer Weise verließ, als ans der Bühne ein antisemitisches Konplet gesungen wurde. — In Drünn, in der Hauptstadt Mährens, lebe» unter 90800 Seele» 7050 Inden. — Am 2. Februar begieng Herr Bezirksrabbiner M. L. Kohn in Piesling sein fünfzigjähriges Amtsjubiläuni. — Herr Hermann Pfeiffer inWien, bekannt durch sein in der Münchener Jahresausstellinig ansgestelltes Bild „Der Seifenbläser" erhielt von der Fanni Jeiteles-Stiftnng ein Stipendium von 800 fl. zu einer Studienreise nach Italien. — Die österreichische Regierung hat einen Beitrag für das neu zu errichtende Wiener Nabbinerseminar in den Etat eingestellt. — Nach dem 37. Jahresberichte des allgemeinen österreichischen israelitischen Taubstnmmen-Jnstituts in Wien zählte dasselbe im abgelaufenen Jahre 99 Zöglinge. Ans der Mitte der ausgetretenen Zöglinge sind zwei Herausgeber geschätzter Zeitschriften hervorgegaugeu: des „Taubstuminen-Conrier" in Wien und des „Taubstummen Weltblatt" in New-Aork. — Am 22. Februar fand in der K. K. Hauptstickereischule in Wien die feierliche Enthüllung der Büste der verstorbenen Direetrice dieser Anstalt Frau Emilie Dach statt. — In Dentsch-Kreuz starb im Alter von nahezu 100 Jahren der allverehrte Rabbiner Joachim Katz aus Proßnitz in Mähren stammend und in Kudapest Herr Hermann Kellermaniu im Alter von 106 Jahren. — Man berichtet aus Lemberg von dem Tode des Herrn M. K- Edler v. Mises, eines