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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-05-01 · Heft 5 (1.5.1891) · p. Seite 117

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 5 (1.5.1891)
Date
1891-05-01
Page
Seite 117 (sequence 21)
Language
German
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117 Bedeutung. — — Die Religion der Zukunft ist ein von allem dogmatischen Wulst und polytheistischem Beiwerk befreites, durch den Wiedereintritt des Judentums zum reinen Monotheismus geklärtes Christentum. — In Hamburg hielt Herr Dr. Werthcimer einen Bortrag über „Judentum und Religion" — Am 4. Februar hielt Herr Landrabbiner Dr. S. Weilfe ans Dessau in Berlin einen Vortrag über „Schätznngder Arbeit bei den Inden". — Herr M. Mitner. Cantor und Prediger in Dnnstan, der bekannte Herausgeber von Synagogengesängen feierte am 20 März sein fünfnndzwanzigjähriges Amtsjnbiläum. — In Frankenthal feierte der verdiente Lehrer Herr I. Singer sein 50jähriges Dienstjubiläum. Er erhielt auch die silberne Medaille des Verdienstordens der Bayer. Krone. — Frau General-Consul Wankiewicz in Dresden ist in Anerkennung ihrer großen Verdienste um die Kunststickerei mit der großen Medaille von Frankreich ausgezeichnet worden. -- In Derlin wurde die vierte Bnei-Brith-Loge mit Namen „Leopold-Zunz-Loge" installiert. — In Derlin begieng der Hilfsverein für jüdische Studierende sein fünfzigjähriges Jubiläum. — In Dayern giebt es nach den neuesten statistischen Erhebungen 89 jiidische Volksschulen. — Der in Kalibor verstorbene Herr Sigmund Schlesinger hat der Stadt sein Haus im Werthe von 170000 Mk. letztwillig hinterlassen mit der Bestimmung, daß die jährlichen Zinsen an Arme über sechzig Jahre ohne Unterschied der Confession verteilt werden sollen. — Die Herren Fabrickbesitzer Michael und Mar Kahn in Nürnberg haben 200000 Mk. für Wolthätigkeits- und Bildungszwecke bestimmt. — Die Verteilung der Zinsen aus der llla Millionen- Erbschaft ans dem Nachlasse des Dr. Ephraim in Derlin hat begonnen. — Wie uns mitgeteilt wird, hat sich in Wie» ein Comitö gebildet, um den siebzigsten Geburtstag des weitberühmten Predigers der dortigen israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Dr. Adolf Iellinek, der ans den 26. Juni fällt, schon im Monat Mai vorzufeier». Iellinek ist der hervorragendste jiidische Theologe der Gegenwart, einer der bedeutendsten Kanzelredner unserer Zeit überhaupt, groß als Gelehrter und als unermüdlicher Förderer der jüdischen Litteratur. Er kann mit Stolz ans sein Lebenswerk zurückblicken und wir mit Stolz und Bewunderung ans seine jugendliche Begeisterung, die ihn, den greisen Mann noch heute durchglüht, sei es wenn er das Wort Gottes verkündet oder wenn er die Feder führt um Israels Feinde abzuwehren. Er hat das große Verdienst in Wien das Banner der jüdischen Wissenschaft durch Gründung der Beth-Ha- Midrach entfaltet zu haben. Möge ihm ein gesundes Alter im Kreise seiner Familie und Gemeinde beschieden sein und mögen ihm noch viele Jahre der Wirksamkeit zu Teil werden zum Heile des Judentums und der Menschheit. — Nach Saa; wurde Herr Dr. Stern aus Wislih als Rabbiner berufen. Er ist in weiteren Kreisen durch seine gediegene Schrift „Das Europäische Israel" vorteilhaft bekannt geworden. — I» Hermanmeftec hat Herr Dr. U. Kronberg sein Amt als Rabbiner angetreten. — In sämmtlichen 16 Hnsarenregimentern in Gefterreich ist gegenwärtig nur eine einzige goldene Tapferkeitsmedaille vorhanden und diese ziert die Brust des K. K. Rittmeisters Wolf Harbach Edler v. Slumberg. - In Wien ist ein Verein zur Bekämpfung des Antisemitismus ins Leben gerufen worden. Der Aufruf hierzu gieng von Herrn Dr. Karl v. Kißling ans, der sich bereits als ein Kämpfer gegen den Antisemitisinus bewährt hat. Wie Noth es thut einzugreifen, haben die letzten Gemeinderatswahlen daselbst zur Genüge bewiesen. — Der Landesschulrat hat im Hiyblick auf die hochgehend antisemitische Bewegung die Bezirksschulräte darauf hingewiesen, die Lehrer in Wien, unter Androhung der schärfsten

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