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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-05-01 · Heft 5 (1.5.1891) · p. Seite 115

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 5 (1.5.1891)
Date
1891-05-01
Page
Seite 115 (sequence 19)
Language
German
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115 Interesse, das sie allezeit und namentlich heute dem edlen Wollen und Wirken der Stiftung entgegen gebracht haben. — Wenn die Zahl der Anwesenden auch quantitativ nicht die Höhe darstellten, welche das ideale Streben der Stiftung mit Recht beanspruchen darf, so hat qualitativ die stets bekundete Gesinnng der Mitglieder durch Wort und That den rechten Stützpunkt eines edlen Vorhabens bedeutet. Die Verhältnisse des Vereins haben sich zwar wenig geändert, aber der Zuwachs der wenigen Mitglieder, welche die Lücke der durch Tod oder Wegzug eingebüßten Mitglieder füllen, die znfließenden Gaben hochherziger Menschenfreunde, welche den „festen Fonds" der Stiftung in Freud und Leid mehren, geben das beste Zeugnis von dem frisch pnlsirenden Leben und wachsenden Schaffen. Der Schatzmeister Herr Bern-Bodek erhält hierauf das Wort, um die Erstattung des Berichtes über den Jahresabschluß von 1890 zu geben. Mit wahrer Genugthuung gedenkt er jener Zeit, als vor einunddreißig Jahren im engeschlossenen Freundeskreise, zuerst durch ihn selbst, die Idee für die Begründung einer Stiftung anftauchte. Der Vortrag einer Dichtung von Carl Beck, der das große Menscheuweh in dem „Vertier und sein Sohn" behandelt, gab zur Behandlung der Frage: „Wie und unter welchen Verhältnissen der Arme seine jugendlichen Sprößlinge durch eine gute Erziehung zu nützlichen und thätigen Gliedern der menschliche» Gesellschaft anszubilden vermag" — und schließlich zur Schöpfung einer „Mendelssohn- Stiftung zu Leipzig" den Anlaß. So klein und unbedeutend die ersten Anfänge für die Begründung der Stiftung waren — so kann und darf das unermüdliche Streben, jetzt nach dreißig Verwaltunasjahren, auf de>l angesammelten festen Fonds von 39 662 M. Hinweisen, obwohl im Laufe der Zeit von 1861 bis 1890 — in Section I — 920 Semester-Stipendien mit 53 300 M., in Section II 1641 Unterstützungen mit 15 137 M. zur Verteilung gebracht wurden, und dadurch manchem Talent empörgeholfen, manche Sorgen ehrlich und redlich vorwärts Strebender gelindert. Die Mitgliederzahl hat im abgelaufenen Verwaltungsjahre sich auf der Höhe von 154 mit einem Beitrage von 1839 M. erhalte», während die Zinsen des Stiftungsvemögens 1360 M. ergaben. Die Verteilung im Jahre 1890 bedachte Glaubensgenossen sowohl als Petenten ohne Unterschied der Confession — nach strengster Prüfung der Zeugnisse, Begabung und Bedürftigkeit. Es sind aus Section I 46 Semester-Stipendien mit 1915 M. berücksichtigt worden und zwar 13 an Studirende der Medici», 1 an Studirenden der Jurisprudenz, 1 an Studirenden der Philosophie, 25 an Conservatoristen, 1 an Schüler der königl. Akademie, 1 an Gymnasiasten, 4 an Privat-Gelehrte. — Aus Section II sind außerdem 126 Unterstützungen an Durchreisende, nach Prüfung ihrer Würdigkeit, zur Vertheilung gekommen. — Die Leitung der Stiftung ist nach wie vor bemüht, die Mittel und die eingehenden Jahresbeiträge zu verniehren, um die Anzahl und die Größe der Stipendien und der Unterstützungen möglichst noch gedeihlicher zu gestalten. Die Anerkennungen, die der Berichterstatter, namentlich für die zugegangenen Schenkungen von 100 M. von Herrn Sieskind bei Gelegenheit der Hochzeitsfeier seiner Tochter Else, von 30 M. als Legat von den Erben des verstorbenen Herrn Hermann Bodek, von 10 M. von Frau Marie Fränkel ain Todestage ihres Gatten, zollt, schließen mit der Bitte an alle Menschenfreunde in Freud und Leid das edle Streben der Mendelssohn-Stiftung allezeit zu unterstützen. 10*

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