Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1891)
- Date
- 1891-05-01
- Page
- Seite 114 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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114 sieht ihn an Mumien und auf Abbildungen durch blaue Streifen hinter den den Ohren befestigt. Diese beiden bärtigen Physiognoinien von Moses und Levie-Aharon, sowie die Köpfe der drei Frauen Dhebarjah, Elischeba (—zabet) und die Schwester Mirjam, die als Sängerin en face gebildet erscheint, sind wie die Figura zeigt, nachträglich, also wohl zur Zeit des Exodus, von einem der Familie befreundeten Künstler auf die ansgemeißelte Schriftkolumne sehr geschickt eingegraben worden. Wie hieß nun aber der Künstler, welcher diese Bilder und wohl die ganze Stele so kunstgerecht hergestellt hat? Auf diese Frage ontwortet eine kleine Uschabti Figurine, welche neben der Moses-Stele in der Grabkammer des Prinzen Chamoas Aufstellung gefunden hat; ihre Inschrift lautet: „Lenchtendmachnng des Osiris (d. h. des verstorbenen), des Meisters der Skulpirkunst: Chur, des seeligen!" Ich habe p. 80 meines lateinisch verfaßten Werkes die Bermuthung ausgesprochen, daß der neben Chur (Horns) in der Bibel auftretende Bezal-El, auch seinem Großvater Chur gleichnamig gewesen und daß Bezal-El nur die ebräische Uebersetzung seines schon in Egypten erworbenen Titels: ur-seccem-ab „Meister der Skulpirkunst" darstelle. Was niich in dieser Ansicht neuerdings bestärkt hat, ist die Exod. (XVII 10, 12) erzählte Thatsache, daß während der Schlacht bei Naphidim gegen die Amalekiter der seine Hände zum Himmel um Sieg der Seinigen emporstreckende Moses rechts von seinem Bruder Aharon und links von uuserm Chur unterstützt worden sei. Nun hat aber der Reisende Palmer bei Naphidim, dem Schauplatze der Schlacht, in der Nähe des Chettatin-Felseus eine Reliefzeichnung an einem Steine gefunden, auf welcher ein würdiger Greis seine Hände in der oben besprochenen Weise gen Himmel emporstreckt. Leider hat Palmer es unterlassen, eine Kopie davon zu nehmen! Und doch verdiente das Original eine eigene Expedition! Zum Glück können wir diese sehr interessante und wichtige Darstellung gegenwärtig leichter entbehren, nachdem es mir gelungen ist, die ans dem härtesten Material gefertigte Gruppe Aharon-Moses-Chur zu finden. Die Syucelhis deutet an, daß zwischen dem „Meister der Skulpirkunst (Basel-el)" Chur und der Mirjam ein Liebesverhältniß bestanden habe. Die Ausschmückung des Thatsächlicheu beruht wahrscheinlich darauf, daß Mirjam „die Sängerin," welche mit der Handpauke ihren Triumphgesang begleitete, zu der verwandten Künstlernatur des Chur iu Ehren sich hingezogen fühlte. Mendelssohn-Stiftung zu Leipzig. XIX. ordentliche General-Bersammlnng. Nach Ablauf des dreißigsten Verwaltungsjahres hat, wie es bis jetzt alljährlich geschehen, die durch Wahl bestimmte Leitung der „Mendelssohn- Stiftung" von der wohlthätigen Wirksamkeit derselben, in der am 1. März 1890 um 11 Uhr, im großen Sitzungssaals der Synagoge abgehaltenen 30. ordentlichen General-Versammlung Bericht erstattet. Der Vorsitzende, Herr Finkelstein, eröffnete die Versammlung mit dem besondere» Danke an die erschienenen Mitglieder und begrüßte das warme