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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-05-01 · Heft 5 (1.5.1891) · p. Seite 113

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 5 (1.5.1891)
Date
1891-05-01
Page
Seite 113 (sequence 17)
Language
German
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113 Moses, dem großen Gesetzgeber der Ebräer, irgend ein zeitgenössisches anthentisches Bildnis? Darauf habe ich vor elf Jahren in meinem lateinisch abgefaßte» Werke: „Moses-Hosarsyphos-Salichus" ausführlichen Bericht erstattet. Es war mir damals nämlich, während ich nach Apis-Daten suchte, merkwürdiger Weise gelungen, eine sogenannte Stele oder Gedenktafel in Stein ausfindig zu machen, ans welcher nicht nur die Gestalt des Mesn (Moses) im Ganzen drei Mal, sondern auch seine Gattin Dhebarjah (Zipporah) drei Mal; sein Bruder Levi-Pasot (Aharon) zwei Mal; dessen Gattin Elischeba-Zabet zwei Mal; die Schivester der beiden Bruder: Mirjam zwei Mal und zivar, weil Musikerin e» face, dargestellt ist. Die beigefügten Jiischrift-Kolninmen lassen keinen Zweifel über die von mir gelesenen Originalnamen aufkoninien oder bestehe». Was nun die Bartfrage anlangt, so sind die beiden Männer der Stele: Moses und Aharon in den zwei Abtheilnngen, wo sie in ihrem Amte als Priester oder Sühnende anftreten — so Moses oben vor der heiligen Triade von Memphis und in der Mitte vor dem heilige» Apisstiere; ferner Aharon als fnngirender Priester vor dem ohne Götterbild gelassenen Altäre oder Cippns zweifellos als unbärtige dargestellt, wie es die egyptische Satzung erheischte. Das Denkmal, von dem es sicherlich keine Duplikate gab, ist von Moses selbst, als Familienhanpte, int Jahre 55 der Negierung des berühmtesten aller Pharaonen: Remessn II. Sesostris. und zivar im Grabmale des Lieblingssohnes Chanioas ausgestellt worden, welcher sich im Serapeum, d. h. dein heiligen Bane der mnmifizirten Hapistiere, letztwillig hatte bestatten lassen. Die Stele des Moses, die eine Huldigung für den Prinzen Chamvas als Freund und Gönner bedeutet, zählt also im Jahre 1891 nach der christlichen Aera, nicht weniger als 3413 Jahre an Alter. Ueber die fast wunderbare Auffindung der betreffenden Grabkaniiner durch H. Auguste Mariette, der mich im Sommer des Jahres 1872 mit seinem Besuche erfreute, vergleiche man sein dem Prinzen Jeröme Napoleon (Plon-Plon) gewidmetes Werk: „Le Serapeum de Memphis.” Leiter starb der verdiente Forscher vor meiner Entdeckung der wahren Bedeutung des Moses-Denkmals, so daß ich ihm meine Arbeit nebst den dazu gehörigen Photographieen nicht mehr zusenden konnte. Nicht minder merkwürdig ist das Schicksal der von Mariette sebst verfügten Verbringung in's Louvre zu Paris. Bei meiner Anwesenheit iu Paris konnte ich die betreffende Stele kopiren und stndiren; Herr Lieblein aus Christiania erwähnt in seinem Werke: Dictionnaire de noms hieroglyphiques einige der darauf vorkommenden Namen, ohne indeß ihre Tragweite zu erkennen, die ja erst 1879 von mir selbst anfgezeigt wurde. Auf dieses hin begab sich mein alter Freund H. Philipp von Horack und H. E. Revillont yt'ö Louvre, um das Moses-Denkmal zu besichtigen. Ihre Zuschrift an mich gipfelte in dem Worte: iutrouvable „unfindbar." Es hat also Jemand in der Zwischenzeit dasselbe, trotz der scharfen Aufsicht der Louvre-Diener, in eigennütziger, oder, was mir glaubhafter erscheint, in destruktiver Absicht gestohlen. Noch interessanter als die bisher besprochenen Namen upd Bilder von Moses und seiner Familie ist der Umstand, daß beide Männer in der Mittelkolumnie des runden Giebelfeldes ganz verschieden dargestellt sind: sie tragen nämlich beide den charakteristischen Jndeuknebelbart und zwar den natürlich gewachsenen, nicht den künstlichen, von den Egyptern, manchmal sogar von Königinnen, zur Erhöhung ihrer Würde angebundenen Knebelbart. Man 10

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