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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-04-01 · Heft 4 (1.4.1891) · p. Seite 93

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 4 (1.4.1891)
Date
1891-04-01
Page
Seite 93 (sequence 21)
Language
German
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K-„• " -:—’ ■' .. - 93 — An nicht weniger als 14 großen Gemeinde» wirken bereits die Schüler dieses Musterinstituts nnd niancher der jungen Rabbiner hat bereits glänzende Proben wissenschaftlicher Gediegenheit geliefert. Eine» weitern, bedeutenden Schritt nach vorwärts that Trefort mit der Ordnung des jüdischen Matrikelwesens. Die auf diesem Gebiete geschaffene Administrationsnorni, mag man sie auch als Eingriff in unser Selbstbestimmnngsrecht betrachten, hat sich bereits praktisch bewährt und dürfte sich mit der Zeit noch mehr als bisher bewähren. Wir s e l b st hätten es gewiß nicht zustande gebracht Erwarten wir doch in Allem und Jedem den Machtspruch von oben und sind wir doch zum Gehorsam wie geschaffen. Wo hätten wir auch ein kompetentes Forum, das uns Normen vorschreiben dürfte! Verkündeten ja erst jüngst noch unsere orthodoxen Brüder, daß die Neologeil eine separate Sekte von Inden bedeuten, nnd daß der moderne Kult der Letzteren ein wahres Schisma sei! Wenn es je eine Entweihung des göttlichen Namens gab, so ist es die Hetze zwischen uns selber und nur Gott allein weiß es, was uns diese Hetze bereits geschadet hat. Wir wollen aber doch hoffen, daß dies nicht immer so bleiben werde. Schon rührt sichs in eingeweihten Kreisen, diesnnd jenseits. Es scheint, als wäre die bessere Einsicht auf dem Wege, glücklichere Tage für uns ungarische Juden vorzubereiten. Die Zeit ist dazu ungemein günstig. Der Antisemitismus ist längst verendet. Selbstverständlich nur der offene, offizielle. In Landtags- und Regierungskreisen kam eine liberale Strömung zum Durchbruch, die das Beste erwarten läßt. D i e F r a g e der Rezeption unserer Konfession wird sich, bei gehörigen! Takte auf unserer Seite, von selb st ergeben und — wie wir es wünschen — z lt unsere n G u n st e n E rl e d i g u n g finden. Jedenfalls ist es hoch an der Zeit, das unberechtigte Mißtrauen aufzugeben, die partiknlaristischen Interessen denen des Ganzen zu unterordnen und mit vereinten Kräften dahin zu ivirken, daß der ungarisch-jüdischen Konfession alle jene Rechte iverden, die ihr nach dem Sinne der Gleichberechtigung gebühren. „Caveant consules* müssen wir jetzt, an der Schwelle der Bewegung ausrufen. Es handelt sich um unser und unserer Kinder Wohl und für dieses ist wohl kein Opfer zu groß. — W o n a t s sch a u. Im Verlage von Wilhelm Iacobsohn «fc Coinp. in Kreslau sind erschienen: Gedcnkblütter zur Erinnerung an Dr. M. Ioöl. Dieselben enthalten eine Biographie des Verstorbenen und die aus Anlaß der Leichen- und Totenfeier gehaltenen Reden, in denen ein treues Bild seines Wirkens entworfen wird. Den Schluß der Brochüre bildet eine Darstellung der litterarischen Thütigkeit Joöls von Dr. Sloch, Rabbiner in Posen. — Herr Professor Herrmann ist zum Rektor der Universität Königsberg gewählt worden. — Am 27. Januar fand am jüdischtheologischen Seminare zu Kreslau die Gedächtnisfeier für den verstorbenen Stifter statt und zugleich wie alljährlich die Entlassung der Candidaten der Theologie. Herr Seminarrabbiner Dr. Levy hatte anknüpfend an den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und an das Andenken des Stifters über die

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