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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-04-01 · Heft 4 (1.4.1891) · p. Seite 78

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 4 (1.4.1891)
Date
1891-04-01
Page
Seite 78 (sequence 6)
Language
German
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78 schämen des Glaubens, der uns Ehre und Hoheit verleiht, wie der heilige Sänger sagt: „Von deiner Lehre rede ich vor Königen und werde darob nicht zuschanden." Unsere geistige Würde und Selbständigkeit dürfen wir, sollen wir stets standhaft bewahren und anfrechthalten, bewahren unsere jüdische Gesinnung, unsere Glaubenstreue und Ueberzengungsfestigkeit, denn sie stehen nicht im Widerstreit zu den Anforderungen des Lebens, sie veredeln und erheben es, sie verleihen uns Ehre vor Gott, Frieden unter den Menschen, Heil in uns selbst, Segen und Hoheit immerdar und überall. König Saut in Sage und Dichtung. Bortrag, gehalten im Vereine zur Verbreitung der Wissenschaft des Judentums (Afike Jehuda) in Prag von vr. Joel Müller, Docent für die rabbinischen Wissenschaften an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. (Fortsetzung). Eine andere Sage nennt Abner als den Mann, der die Geister des Friedens aufstört in dem Herzen Sauls. Er ist es, der die Aussöhnung des Fürsten mit dem jungen Helden durch sein flüsternd Wort verhindert. Zu Engedi sieht David den König ganz allein, verlassen. Nur den Saum des Königskleides löst er ab, er schont das Leben des Gottgesalbten. Liebevoll neigt sich schon des Königs Herz. Allein Abner spricht: „An Dornen riß sich ab der Saum des Fürstenmantels. David fand ihn. Dich, o König, hätte nimmer er geschont?) Viel beschäftigt sich die Mythe mit dem Gange Sauls zur Zauberin, mit der Erscheinung Samuels. Wird doch diese Erzählung, welche, so eigenartig, den historischen Berichten der Schrift angereiht ist, von den Forschern späterer Jahrhunderte so vielfach ausgelegt und umdentet. Sie bot auch den Schulen reichen Stoff zu ausführender Beschreibung. Die zwei Männer, welche Saul nach En-Dor leitend führen, sind Abner und Amasa. Saul streift den Fürstenmantel ab, da er den Gang voll Graus beginnt, in Furcht und Angst der Seele legt er mit dem Kleide die Königswürde hin.?) Eine andere Sage nennt das Zauberweib die Mutter Abners.* * 3 4 *) Ans der Gruft geweckt, erscheint Samuel. Hell und klar leuchtet der Sonnenstrahl, kein Licht trifft das Auge Sauls, da seine Seele sich verdüstert. Er ist von tiefer Nacht umschlungen.*) — Nach einer zweiten Ausführung tritt Samuelunter wilden Stürmen und dem Gebraus der Weltenmächte ans den Tiefen der Unterwelt. Er trägt das reine Kleid, in dem er einst vor Eli trat, das Kleid, das ihm seine Mutter als Liebesgabe angefertiget.8) Samuel kommt nicht allein, mit ihm tritt Moses, der erste Lehrer, als großer Zeuge der Wahrheit in das Erdenlicht. Hinter ihnen kommen elf der erlesenen Fronnnen. Aufgerüttelt und erwacht ist die Todenwelt und staunt und fragt: „Ist sie da die Stunde, ‘) Tanchuma. *) Pesikta rabbati. a) Schocher tob. 4) Schocher tob, Agadat Sch'muel. Schocher tob, Tanchnma.

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