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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-02-01 · Heft 2 (1.2.1891) · p. Seite 45

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 2 (1.2.1891)
Date
1891-02-01
Page
Seite 45 (sequence 21)
Language
German
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45 und gewissenhaften Herausgeber der „Korrespondenz Wilhelm" aus Anlaß seines kürzlich gefeierten fünfundzwanzigjährigen Jubiläums zu Teil geworden. — Der Kaiser von Gesterreich hat den Fabrikbesitzer Herrn Albert Mayer in Wien in den Adelstand mit dem Ehrenworte „Edler" und dem Prädikate „Gnnthof" erhoben. — In Wien starb Frau Louise von Wertheimstein, geb. Biedermann. Ihr Gatte war ein Nachkomme Samson Wertheimbers. Ihre Tochter ist die Freifrau Charlotte von Königswarter. — Die „Alliance Israelite Universelle" zählt gegenwärtig 31,378 Mitglieder und unterhält im Orient 55 Schulen, in welchen 294 Lehrer unterrichten. 7106 Schüler und Schülerinen besuchen diese Schulen. Diese Schulen kosteten im Jahre 1889 376,779 Franks. — Herr U. Kremln aus Paris schildert im „Hamelitz" <No. 41) das Atelier des berühmten Bildhauers U. Antokolsky in der Rue-Boyen und ist des Lobes voll über die von dem Künstler angefertigte Büste Baruch Spinoza's. Er schreibt: Der Spinoza Antokolsky's ist nicht von dieser Welt, er ist ein Philosoph, tief und ruhig denkend. Gelüste des Fleisches sind ihm frenid, kleine Sorgen und Quälereien kennt er nicht. Neid, Haß und Ehrsucht haben ihm nie ihr häßliches Antlitz gezeigt. Das Aussehen Spinoza's zeigt, daß er nie nach Reichtum gestrebt und daß er hoch und erhaben über solche Bestrebungen stand. Seine innere Welt, seine Liebe zum Forschen und Denken und zum Zerlegen der Gedanken sind ihn: teuerer als alles Andere im Leben, er verkauft auch nicht ein Stäubchen Wissens für goldene Berge. Mit Kaltblütigkeit sieht er ans die herab, welche ihn verfolgen und verbannen, und bleibt treu den Gedanken die ihm tief in der Seele ruhen. Auch nicht ein Schatten konventioneller Heuchelei ist an ihm wahrzunehmen und bedürfnislos, wie er ist, ist ihm Unabhängigkeit das erstrebenswerteste Ziel. Alle diese herrlichen Eigenschaften sprechen aus der Statue Spinoza's von Antokolsky und hat der Künstler seine Liebe zu Spinoza deni Bilde eingehaucht. — Ministerpräsident Erispi hat zur Wiederherstellung der baufälligen Mauer des jüdischen Friedhofes in Siena 500 Lire gespendet. — An Stelle des kürzlich verstorbenen Rabbiners Moise Sorani wurde Herr Rabbiner Leone Kara in Livorno, Mitredakteur des„6orri6i'6l8rÄsIitic:o" in Triest, zum Professor am Rab.-Seminar in Kom ernannt. — In Alestandria starb Herr Oberrabbiner Iosna Salvator Samuele Momigliano im Alter von 34 Jahren. — Die italienische Negierung hat ihren Gesandten bei der Republik Peru, Herrn David Eavaliere Segro, zum Gesandten bei der mexikanischen Republick ernannt. Wie „lovisll World“ berichtet, hat der König von Siam dem jüdischen Ingenieur S- Luzatti, welcher sich gegenwärtig am Hofe von Siam aufhält, die Konzession erteilt, die sehr ergiebigen Rubin-Gruben in der Nähe von Danakok bergmännisch anszubeuten. Herr Luzatti wurde darauf aufmerksam gemacht, daß in kurzer Entfernung nördlich von den Minen in der chinesischen Provinz Uonnam eine größere Anzahl von Inden lebe, welche behaupten, daß sie zn den Resten der zehn Stämme gehören. — Der berühmte spanische Politiker Emil Gaftelar schreibt ein „Leben Jesu" und beabsichtigt, zu diesem Zwecke sich nach Palästina zu begeben. — In Sarcelona soll Ende Februar ein internationaler Antisemiten-Kongreß abgehalten werden. — In Dalmany-Park starb am 19. November Lady Hannah Uosebery geb. von Rothschild. Sie war die einzige Tochter des verstorbenen Barons Meyer von Rothschild. Ihre Mischehe wurde, trotzdem sie Jüdin blieb, kirchlich eingesegnet. Herr Rabbiner Fürst aus Edinburg verrichtete in Dalmany die Zeremonien. Der Leichnam der Verstorbenen wurde nach deni Erbbegräbnis der Familie Rothschild nach Willesden überführt, und haben die Prediger der Zentralsynagoge die Gebete bei der Be-

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