Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-02-01 · Heft 2 (1.2.1891) · p. Seite 44

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 2 (1.2.1891)
Date
1891-02-01
Page
Seite 44 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969782-2969784--3150-2973046
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

44 weisen, der noch heute mit seltener Geistesfrische die Sache des Judentums verficht, und sie ehrt sich selbst am meisten, wenn sie diesem ihrem bedeutendsten Führer bei seinem Eintritt ins Greisenalter Zeichen der Liebe und Dankbarkeit zu Teil werden läßt. Herr Dr. Georg IellineK, ein Sohn des verdienten Mannes, der seine Lehrthätigkeit in Wien aufgegeben, wurde als Professor des Staats¬ und Volksrechtes von Basel nach Heidelberg berufen. — Die türkisch-israelitische Gemeinde in Wien erhielt von der niederösterreichischen Statthalterei die Weisung, ein Musterstatut vorzulegen. Diese Gemeinde wurde im Jahre 1736 in Wien durch den nachmaligen niederländischen Rat und Hofjuden Moses Lopez Pereira Diego d'Aguilar gegründet. — Herr Professor Dr. Kickell aus Innsbruck hielt sich jüngst längere Zeit in Paris auf, um handschriftliche Texte der synagogalen Poesie, welche sich in der National-Bibliothek befinden, zu studiren, da er mit einem größeren Werke über die „Pijutim" beschäftigt ist. — Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde hat im abgelaufenen Jahre 319,071 Gulden ö. W. eingenommen. — Der Magistrat zu Budapest beschloß die Subvention an die isr. Kultusgemeinde daselbst von 8000 fl. auf 10,000 fl. ö. W. zu erhöhen. — Nach den letzten statistischen Erhebungen wohnen in Galizien 686,596 Juden, das ist llfls Prozent der Gesamt-Einwohnerzahl. — Im Afike-Jehudah-Verein in Prag hielt Herr Lektor W. Friedmann aus Wien einen Vortrag über „Benediktionen" und Herr Dr. Ioel Müller aus Kerlin über „König Saul in Geschichte und Sage". Im Beth-ha-Midrasch in Wien hielt Herr Dr. med. I. M. Kabinoniie; aus Paris einen Vortrag über „Was hat der Talmud zu Gunsten der Sklaverei und zur Verminderung derselben gethan?" — Am 13. Dezember hielt in der Oesterreichisch- Jsraelitischen Union in Wien der k. k. Feldprediger Herr Dr. Leopold Weinsberg einen Vortrag über „die Entstehung der karäischen Sekte", in welchem er neue beachtenswerte Gesichtspunkte aufstellte. Am 27. Dezember sprach in demselben Vereine Herr Dr. Sigismund Feßler „Ueber Götzendienst". — Am 21. Dezember hielt Herr Dr. Gustav Karpeles in Krag einen Vortrag über „Das jüdische Geistesleben — seine Geschichte und seine Gegner." — Der „Verein zur Verbreitung der Handwerke unter den Israeliten" der seinen Sitz in Wien hat, feierte am 29. November sein fünfzigjähriges Jubiläum. Von 5 Zöglingen im ersten Jahre seines Bestehens stieg die Zahl auf 1207. — Im Lokale des Vereins „Zijon" in Leniberg las der bekannte Dichter A. Goldfaden sein neuestes Poöm „Schaltiel" vor, in welchem die Gegensätze des Judentums in der ersten und zweiten Hälfte unsers Jahrhunderts behandelt werden. Das neueste Schauspiel des Dichters „Juda Makkabi" fand bei seiner Aufführung im jüdischen Theater großen Beifall. — Am 29. November fand in Groppau die Einweihung der israelitischen Abteilung des neuen Zentralfriedhofes statt. Herr Rabbiner Dr. Klüh wies in seiner Weiherede darauf hin, daß an. dieser Stätte fernerhin die Dahingeschiedenen aller Konfessionen im Frieden nebeneinander ruhen werden und hob den Wunsch hervor, daß doch auch die verschiedenen Konfessionen eben so friedlich nebeneinander leben möchten! — Herr Adolf Steinthal in Kihar hat für eine in Uagy-Szalonta zu errichtende Kleinkinder-Bewahranstalt 17000 fl. ö. W. bestimmt. — In Gellendorf ist die Synagoge ein Raub der Flammen geworden. — Herr Dr. K. Kolo in Prag ist zum Finanzrat ernannt worden. — Herr Sigmund Krody, Eigentümer des „Neuen Pesther Journal", hat an feinem sechszigsten Geburtstag 80,000 fl. ö. W. für wohlthätige und wissenschaftliche Stiftungen bestimmt. — Dem Journalisten Ignaz Wilhelm in Wien wurde der Titel eines kaiserlichen Rates verliehen. Die Auszeichnung ist dem berufstreuen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.