Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1891)
- Date
- 1891-02-01
- Page
- Seite 29 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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29 welcher sie hervortritt, dem Forscher ein untrügliches Zeichen zu bieten, um das zu bezeichnen, was dem jüdischen Leben angehört. Die Zustam menstellung jüdischer Mythen, von Gelehrten unseres Zeitalters unternommen, harret noch des Tiefblickes gewiegter Altertumsforscher, um aus den Zeichnungen und Formen, die sich in verschiedenen Zeitaltern, aus dem Gedankenschwunge vielfacher Völker zusammensetzten, das Eigentümliche herauszufinden und sicherzustellen, das einer Zeit und einem Stamme angehört. (Forts, folgt.) Krnste Gedanken. Uachklänge;»m Weihefelte von Dr. H. Bogelstein, Rabbiner in Stettin. Die Wiederkehr des Weihefestes weckt in uns die glorreichste Erinnerung aus der Vergangenheit Israels, die Erinnerung an eine nationale und religiöse Volkserhebung, wie sie mit solcher Kraft und mit solchem Erfolge in der Geschichte der Menschheit kaum zum zweiten Male sich wiederholt hat. Schwache wurden zu Überwindern von Helden, eine winzige Minderzahl trug glänzende Siege über kampfgeübte, überlegene Kriegsschaaren davon, ein geknechtetes Völkchen, das fast ein halbes Jahrtausend das drückende Joch der Abhängigkeit von fremden Reichen getragen hatte, erkämpfte sich die bürgerliche Freiheit und die religiöse Selbständigkeit. Üud diese glückliche Wendung des Geschickes, durch welche der Gottes - glaube vom Untergange gerettet wurde, sie ist herbeigeführt worden durch einen einzigen Mann, der, von Begeisterung für die hohe Aufgabe des Judentums erfüllt, freudig sein Leben einsetzte für des Lebens höchste Güter, der durch sein Beispiel nach und nach eine ganze Nation mit sich fortriß, und der es darum wohl verdient, daß ihm während der Dauer des Chanukahfestes, so oft wir dem Allgütigen für seinen gnädigen Beistand danken, pietätsvoll der Zoll unserer bewundernden Verehrung dargebracht wird. Ja, der greise Mathathias hat durch seine opfermutige und opferfreudige Hingabe an die heilige Sache der Religion und Freiheit seinen Namen mit unauslöschlichen Schriftzügen in die Liste der Unsterblichen, in die Reihen der Wohlthäter der Menschheit eiugetragen, und um so Heller und glänzender strahlt sein Licht, je finsterer der Nachthimmel war, an welchem es aufleuchtete. Denn nicht nur äußere Feinde waren es, die Juda hart bedrängten, die ihm den Untergang geschworen und schadenfroh und rachgierig zuriefen: „Auf! laßt uns sie vertilgen, daß sie aufhören ein Volk zu sein, und der Nanie Israel fürderhin nicht mehr genannt werde;" nicht nur das durch seine Erfolge übermütig gewordene Griechentum, welches das ganze Morgenland beherrschte, setzte seinen Fuß auf den Nacken des winzigen Häufleins der Juden, sondern — was noch schlimmer und unheilvoller war — im eigenen Lager herrschte Verwirrung und Zerklüftung, vollständige Verkennung sowohl des Wesens des Judentumes, als auch der Forderungen und Bedürfnisse der Zeit- Auf der einen Seite die Griechlinge unter den Juden, die, geblendet von den schönen Formen der hellenischen Kunst, bethört von der glänzenden Hülle, welche die entartete griechische Welt um sich geworfen, mit Geringschätzung auf