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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-02-01 · Heft 2 (1.2.1891) · p. Seite 28

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 2 (1.2.1891)
Date
1891-02-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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reinen Hand, mit dem klaren, unbefleckten Schwert rette Volk und Reichs) Wie den großen Erzvater, wie einen Moses läßt die Sagendichtung auch Saul jede sanfte Tugend üben?) Wie ein Knäblein, wie ein Kind, so klar war seine Seele, als er hinanstieg die Stufe zu dem Königsthron?) Wie Abraham unter den Menschen, so ist er unter den Königen der erste Erbauer der Altäre?) Die hohen Vorzüge seiner Seele führen ihm die Stämme und das Volk entgegen. Er gibt sein Eigentum und seinen Besitz leicht und gerne hin, wo er das Heil des Reiches fördert. Voll Schonung und Milde waltet er, wo es gilt, Gut und Erbe der Israeliten zu erhalten?) Wenn er die Männer Israels zu den Fahnen ruft, da sinnt er vorsorglich für das Haus der tapferen Streiter, auch die zierliche Gewandung fehlet nicht. In diese kleiden sich edle Frauen, um die Sieger festlich zu begrüßen?) Adelt milder Sinn des Königs Herz, so zieret seinen Geist der Zeiten Kunde, so ist seine Seele von Kenntnis und Wissenschaft durchdrungen. Er liebt das Wort der Belehrung. Hört er den Satz der Weisheit von dem Munde des Meisters fließen, da erfüllt ihn hohe Wonne, mit Bruderkuß dankt er dem Weisen und schließt ihn in die Arme?) Diese Erzählungen, welche das Bild des Helden verklären, sind einfach und schlicht. Die agadischen Ausmalungen greifen nicht zu weit aus. Sie verschärfen nur die Züge des Helden, sie runden die Zeichnung ab, sie lassen gerne den Himmel näher treten. Sie bleiben auch da immer den Linien nahe, in welchen die Gestalten der heiligen Schrift so gewinnend und sinnreich ausgeführt erscheinen. Anders ist es allerdings in manchen Sagen, welche das Leben Abrahams, Moses u»d Salomos umweben. Neben zarten Pinselstrichen begegnen wir dort nicht selten Ausführungen von kühnem Fluge und wunderbaren Formen. Der Reichtum der orientalischen Phantasie schuf Ereignisse, welche den Zug der Natur überragen und Personen und Geschehnisse aus dem menschlichen Erdenleben in ferne, oft in himmeliiberragende Welten führen. Diesen Kreis der überschwenglichen Sage hat die jüdische Welt mit den Erzählungen anderer Stämme des Orientes gemein. Das Andenken Abrahams, des Vaters der Völker, lebte unter den Gebirgsbewohnern Armeniens, von ihm sprach man in dem Thale zwischen den großen Flüssen, ihn nannten die Söhne Arabiens ihren Ahnherrn. Moses Leben wurzelt tief in Egypten und Midian, seinen Zügen und Thaten lauschten die Stämme am Gelände der Wiiste und der küstenbildeiiden Meere. Salonio war der große Weise des Orientes, seinen Ruhm kündete der ihm verbündete Phöniker, ihm rauschen Tadmors Palmen entgegen und die Reichtümer Saba's verherrlichen seinen Thron. Die weitausschweifenden Mythendichtungen, welche das Leben dieser Männer verherrlichen, scheinen uns nur ihren Grundlagen nach in der jüdischen Erzählung zu wurzeln. Die Sage trug diese von Volk zu Volk. Sie ward bereichert und gestaltete sich zum zauberhaften Wunderbild. Die Völker des Ostens und Südens malen mit den üppigsten Farben. Die jüdische Sage trägt das Gepräge der Herzlichkeit. Auch iy der dichterischen Ausfiihrung tritt warmes Gefühl hervor, offenbart sich der reine Zug des Gemütes. Wenn es oft schwer ist, in dem Kreise der jüdischen Sage das Fremde von dem zu sonder», was dem heimischen Leben des Volkslebens erwuchs, so scheint doch vor Allem die Art der Dichtung, der Ton, der diese durchklingt, die Farbe, in ') Tosista Berachots) Joma 22. 8) Wajikra rabba das. 4) Midrasch Sch'muel. *) Jeruschalmi Nedarim IX. u) Midrasch Sch'muel- S- Bamidbar rabba 10. ’) Joma 22.

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