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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-01-01 · Heft 1 (1.1.1891) · p. Seite 23

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 1 (1.1.1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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— 2 8 — Führung von Rabbiner Dr. Adler nnd Lordniajor Sir Jsaaes überreichte Glückwunsch-Adresse erwiderte er unter anderem: Es gibt, glaube ich, nur drei unzerstörbare Elemente in der inenschlichen Geschichte: das Volk und der Glaube Israels, die daraus entsprungene katholische Kirche, und die Welt, welche beide verfolgt hat. Es sind nicht Alle Christen, welche sich so nennen und nicht Alle von Israel, tvelche Israeliten genannt werden. Hieferale und Mitteilungen. Jni Berlage von Moritz Diesterweg in Frankfnrt a. W. ist erschienen: Die theologische nnd die historische Betrachtung des Alten Testaments. Vortrag gehalten auf dem Thüringer Kirchentage zu Jena am 25, September 1889 von Professor (C. Siegfried. Der Verfasser giebt ans der reichen Fülle seiner Gelehrsamkeit über das Alte Testament, das das religiöse Denken und Empfinden bis auf den heutigen Tag erfüllt, nnd zwar über die wissen.schaftlich theologische Auffassung desselben in kurzen Zügen ein Bild, das besonders für diejenigen von vielfachem Nutzen sein kann, denen Religion und Wissenschaft noch wie zwei unvermittelte Gegensätze erscheinen, die nicht zur Aussöhnung gelangen können. In jüdischen Kreisen zumal, wo neben der alten wissenschaftlich überwundeneu Theorie von der Abfassung der Bibel eine solche über die parallele miindliche Lehre besteht, verdient diese lehrreiche Schrift, um aufklärend zu wirken, ganz besondere Verbreitung. Die alten Hirten- und Brunnenlieder, Königsgeschichten, religiöse Liedersaiumlnnge», alte Annalen nnd Prophetenorakel bilden den Grundstock des alten Testamentes. An eine Büchersammlnng, die Regel nnd Richtschnur der Lehre und des Lebens hätte sein sollen, hat vor dem Exil kein Mensch in Israel gedacht. Vieles Wertvolle ist verloren gegangen und wir haben es Esra zu verdanken, das; Manches, ans den; sich ans das Ganze schließen läßt, der Vergessenheit entrissen wurde. Erst für die aus dein Exil Heiingekehrten mußte ein Unterrichtsbnch geschaffen iverden, das sich an das Deuteronominm, ivelches vorexilisch war. anschloß, nnd dies konnte nicht das Werk der Propheten sein, sondern das der Sofcriui. Mit dem Gesetze fiiig das neue Religionsbuch an, ivas folgenschwer für die spätere Entwicklung geworden. Es gab von jetzt „heilige Schriften". Weisungen des himinlischen Königs Israels, denen inan nachzukommen hatte, es wurde eine Thora zusainmengestellt und dazu all' das ans der Litteratnr genommen, was mit ihr nicht im Wiederspruch war, wobei freilich sogar oft Gegensätzliches mit unterkam und als heilig bezeichnet wurde, so das Hohelied und Koheleth. Ezechiels Richtung, die Levitische, trat in den Vordergrund und die Jereniianisch-Dcnteronoinistische in den Hintergrund. Alles wurde vom Nomisinus überwuchert, ivodurch die religiösen Ideale nicht zur Geltung koinmen konnten. Und so konnten später die Propheten mit ihrer großartigen Nichtachtung alles Aeußerlichen in der Religion wenig Platz finden in einer Theologie, die sich fast nur mit Aeußerlichkeiten befaßte. Der Verfasser geht nun auf den Einfluß des A. T. auf die Kirche und die Reformation über und hebt hervor, wie schon Theodor v. Mopsuestia auf den historischen Charakter des A. T. hinwies, erinnert an Nicolaus v. Lira, dessen Exegese, unter dem Einflüße Raschis stehend, einen tiefeingreifenden Einfluß auf Luther nusübte, bis iu Calvin die historische Betrachtung energischer durchgeführt erschien. Iu Holland erhob sich die Bibelkritik, während in Deutschland alberne Symbolik und Typik vergebens zwischen Schrift und Dogma einen Ausgleich anbahnen wollte: Drusius, de Dieu, Hugo Grotius,Clericus,

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