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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-01-01 · Heft 1 (1.1.1891) · p. Seite 21

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 1 (1.1.1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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21 reste der Makkabäer, jener jüdischen Glaubenshelden, welche vor 2000 Jahren gegen Antiochus von Syrien für den einig-einzigen Gott kämpften und denen wir die Channka-Tage verdanken. In alten Zeiten wurde auch in der Christenheit ein Makkabäerfest zu Ehren der jüdischen Mutter und ihrer sieben Söhne gefeiert, die für ihren Glauben starben (Mak. 2, 7). Seit dem 13. Jahrhundert ist dieser dem Judentum entlehnte Feiertag eingegangen. Wie die (angeblichen) Ueberreste der jüdischen Märtyrer nach Köln gekommen, darüber berichtet ein Blatt Folgendes: Die Reliquien der Makkabäer sind im Jahre 1164 vom Kaiser Friedrich I. dem damaligen Erzbischof von Köln, Reinald von Dassel, geschenkt und von diesem nach Köln gebracht worden. Nach alten Berichten wurden dieselben durch die Kaiserin Helena von Antiochien nach Konstantinopel, der Residenz ihres Sohnes, gebracht und gelangten von da nach Mailand. Nach ihrer Ueberführung nach Köln wurden sie einer Klosterkirche überwiesen, welche bald Makkabäerkirche und die Straße, in welcher sie lag, Makkabäerstraße genannt wurde. Die Reliquien der h. Makkabäer wurden am 6. November in der St. Andreaskirche aus dem kunstvollen Schreine behufs Widerherstellung desselben gehoben. Dem Akte wohnten außer dem erzbischöflichen Kommissar, Herrn Domkapitular Ino. Belten, die Pfarrgeistlichkeit und die Vorsitzenden des Kirchenvorstandes nebst mehreren Mitgliedern bei. Dem Schreine wurden acht Häupter und acht Säckchen mit Reliquien entnommen und nach eingehender Prüfung in einen eichenen Behälter gelegt, welcher nach Feststellung der betreffenden Urkunde mit dem erzbischöflichen Siegel geschlossen wurde. Die Häupter trugen sämmtlich kunstvoll gearbeitete, durchbrochene und mit ächten Perlen und Edelsteinen besetzte silberne Einfassungen. — In der Versammlung des Gewerbevereins in Danzig hielt Herr Rabbiner De. Werner am 30. Oktober einen Vortrag über die Toleranz. — In Wien wurde Herr Rittmeister Wolf Harbach in den Adelstand mit dem Ehrenworte „Edler" und dem Prädieate „Chlumberg" erhoben. — In f tieft starb der berühmte Orientalist Richard Snrton. Bei seinem Begräbnisse am 22. Oktober war auch die jüdische Gemeinde ' daselbst vertreten. — Am 3. November starb in Karolinenthal Herr Kreisrabbiner Jakob Haller. — In Grieft starb Freiherr Salomon von Parente iin Alter von 84 Jahren. Baron Parente war durch mehrere Jahre Präsident der Handels- und Gewerbekammer und wurde wegen seiner Verdienste im Jahre 1873 vom Ritterstand in den Freiherrnstand erhoben. Die Leichenrede hielt der Reichsrats-Abgeordnete Herr Raphael Luzzatto. — Herr l)r. Heinrich Siegeleisen wurde von der Akademie der Wissenschaften in Krakau beauftragt eine Sammlung jüdischer Volkslieder ans den slavischen Ländern anzulegen. — Von Herrn fljtopljil öchnhmann in Lemberg ist ein Drama „Esther" erschienen. — Am 2. Oktober wurde in Szeghalom eine Synagoge eingeweiht. Auch Christen haben zum Bane derselben ans eigener Initiative Spenden beigetragen. — In Gör; wurde in der Synagoge die Orgel eingeführt. — Am 12. Oktober fand die Schlnßsteinlegnug des Älterversorgungshauses statt, welches Frau Karonin Settina v. Rothschild der Marktgemeinde Gaming zur Erinnerung an das 40jährige Regierungsjubiläum Sr. Majestät des Kaisers'von Oesterreich errichten ließ. — Am 11. November wurde in Drohobycz das aus demselbeil Anläße durch Herrn Moses Gartenberg gestiftete Asylhaus durch Herrn Rabbiner Dr. Haubeles aus Men; eingeweiht, der eine polnische Ansprache hielt. — In Wien wurde am 9. November das Alterversorgungshaus der israelitischen Kultusgemeinde seiner Bestimmung übergeben. — Herr Reichsratsabgeordneter Dr. Sloch hielt in der „Oesterreichisch-

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